Die Umbauarbeiten für das Hochhaus im Westend sollten Ende des Jahres abgeschlossen sein. Doch zum Leidwesen der Anwohner gab es Verzögerungen bei den Arbeiten. Neuer Fertigstellungstermin ist nun Anfang 2022.
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Die Umbauarbeiten für das Hochhaus im Westend sollten Ende des Jahres abgeschlossen sein. Doch zum Leidwesen der Anwohner gab es Verzögerungen bei den Arbeiten. Neuer Fertigstellungstermin ist nun Anfang 2022.

Westend: Der Lärm bleibt

Den Parkblick gibt's erst Anfang 2022

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Umbau des Hochhauses am Park verzögert sich. Die Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Baubranche.

Schlechte Nachrichten für die Nachbarn des Bauvorhabens "160 Park View" überbrachte Daniel Reichwein, Managing Direktor der Hines Immobilien GmbH. Die Fertigstellung verzögert sich, neuer Termin ist Anfang 2022. Ursprünglich sollte der Umbau der beiden Türme des früheren Hochhauses am Park an der Kreuzung Grüneburgweg mit Wolfsgangstraße Ende 2020 abgeschlossen sein. "Das löst sicher keine Begeisterungsstürme aus", sagte Reichwein in der Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald), in der er über den Stand berichtete.

Der Verzug sei vor allem darauf zurückzuführen, dass man bei Hochhäusern aus den 1970er Jahren immer wieder Überraschungen erlebe. "Dadurch sind die Gewerke durchgehend nach hinten gewandert. Und Corona hat zusätzlich Probleme bereitet", sagte der Manager. So hätten beispielsweise die Fassadenbauer aus Österreich vier Monate nicht auf die Baustelle gedurft. Und auch auf die Baustellenlogistik habe die Pandemie direkte Auswirkungen: "In den Aufzügen fuhren pro Fahrt normalerweise 30 Leute, jetzt nur noch fünf."

Anbringen der Fassade verursacht mehr Lärm

Reichwein entschuldigte sich dafür, dass die Nachbarn trotz eines ausgeklügelten Lärmschutzkonzeptes - an drei Stellen gibt es Dauermessungen, so dass beim Überschreiten des zulässigen Höchstwertes zur Lärmreduzierung sofort nachjustiert werden kann - mehr Lärm als geplant ertragen mussten. Das Anbringen der Fassade sei beispielsweise deutlich lauter gewesen als geplant. Im ersten Quartal 2021 soll die Fassade aber komplett geschlossen sein, Lärm aus dem Inneren sei dann nicht mehr zu hören, versicherte Reichwein. Lärmintensive Arbeiten drohten noch einmal im Sommer, wenn die alte Zufahrtsrampe zur Tiefgarage abgebrochen und eine Grube für die Notstromanlage gebuddelt werde.

Defekte Betonpumpe

Man sei an einem guten Miteinander interessiert, sagte Reichwein an die Nachbarn gewandt. Die Baustelle werde deshalb weiter um 8 Uhr geöffnet, Lärm intensive Arbeiten starteten erst um 9 Uhr. Arbeitsende sei 18 Uhr. Am 31. Juli habe sie die Polizei angerufen, weil noch um 21.30 Uhr Halligalli gewesen sei, wandte eine Nachbarin ein. Reichwein klärte auf: Eine Betonpumpe sei defekt gewesen, die Männer auf der Baustelle hätten ab 17.30 Uhr Schadensbegrenzung betrieben. "Wäre ich da gewesen, hätte ich das unterbunden", versicherte Reichwein und verwies auf das Anwohnertelefon. Unter Rufnummer 7 17 12 99 24 können Beschwerden geäußert werden.

Im Mai 2018 war dem Ortsbeirat das Gemeinschaftsprojekt von Hines, der Immobilieninvestmentgruppe RFR und der Immobilienfondsgesellschaft Revcap vorgestellt worden. Im mit 96 Metern und 26 Etagen höheren der beiden Türme entstehen 129 Eigentumswohnungen mit Größen zwischen 43 und 445 Quadratmetern. Durchschnittliche Preise von 10 000 Euro pro Quadratmeter werden aufgerufen. "70 Prozent sind bereits verkauft", sagte Reichwein. Im kleineren Turm eröffnet ein Hotel der Marke Roomers. Für die Frankfurter Betreiber der Gecko-Gruppe sei es mit Blick auf die Corona-Pandemie nicht so schlecht, dass sich die Eröffnung verzögere, sagte Reichwein. Auch ein Restaurant wird es in dem Gebäude geben.

Das Hochhaus am Park wurde Mitte der 1970er Jahre nach Plänen des Büros ABB eröffnet und hatte in den vergangenen Jahren leer gestanden. Matthias Bittner

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