Parkdruck im Grethenweg steigt immer weiter

Die Stadt präsentiert im Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) eine Lösung für den Parkdruck rund um den Grethenweg. Die Anwohner sind damit aber alles andere als zufrieden.

Von BEN KILB

Ganz so schlimm wie in Alt-Bornheim oder mancherorts in Bockenheim ist die Parksituation im Grethenweg, in der Tucholskystraße und der Mailänder Straße in Sachsenhausen noch nicht. Doch auch die dortigen Anwohner wollen nicht etliche Meter von zu Hause entfernt parken, wenn Arbeitspendler oder Reisende ihnen wieder die Stellplätze wegnehmen.

Das Straßenverkehrsamt hat daher in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 5 im Haus der Jugend eine Lösung für den Parkdruck südlich des Südbahnhofs präsentiert. Es soll mehr Möglichkeiten für Anwohner zum Parken geben. Das Bewohnerparken im Grethenweg, in der Tucholskystraße und der Mailänder Straße soll ausgeweitet werden, wenn auch nicht auf die ganze Länge der Straßen, weil höchstens die Hälfte einer Straße dem Bewohnerparken dienen darf.

„Dies hätte den Vorteil, dass es keinen weiteren städtischen Beschluss braucht. Wir könnten direkt in die Planung und danach in die Ausführung einsteigen“, erklärte Dorothee Allekotte vom Straßenverkehrsamt.

Wünschten sich die Anwohner und der Ortsbeirat aber eine komplett neu definierte Zone fürs Bewohnerparken, bräuchte es einen neuen Magistratsbeschluss. „Wir könnten ihnen dann auch nicht den Zeitpunkt nennen“, sagte Allekotte.

Sie gab aber auch zu verstehen, dass sich Bereiche fürs Bewohnerparken auf maximal 1000 Meter beschränken müssen. Die Erweiterung der vorhandenen Flächen würden außerdem dafür sorgen, dass die Stadt das Parken in den drei Straßen nicht mehr in jenem Maße kontrollieren könne wie derzeit – ganz gleich welche Lösung kommt.

Die Anwohner ziehen den langen Weg vor, also eine neue Bewohnerparkzone. Weil die von der Stadt vorgeschlagene Lösung nicht den südlichen Teil des Grethenwegs mit einschließt, hält die Grünen-Stadtverordnete Ursula auf der Heide, die selbst im Grethenweg lebt, die Erweiterung für die „schlechteste Lösung“.

Auf der Heide erinnerte an Arbeitspendler, die den Parkdruck vor allem im südlichen Teil des Grethenwegs verschärfen, an Gewerbetreibende und eben Reisende, die wochenlang wegblieben. „Zwei weitere Probleme sind die Gäste des Leonardo-Hotels, die dessen teure Parkplätze nicht nutzen möchten. Und im September wird ein Boarding Haus eröffnen, dessen Gäste wohl ebenso den öffentlichen Raum zum Parken nutzen werden“, sagte auf der Heide, die zudem berichtete, dass meist nur 20 Prozent der parkenden Fahrzeuge Frankfurter Kennzeichen hätten.

Falls keine neue Zone komme, so die Stadtverordnete, könne sich der neue Ortsbeirat bereits auf ungemütliche Abende einstellen.

Aus Sicht von Anwohner Gerald Groß wäre eine bloße Erweiterung der vorhandenen Zonen „der Mega-Gau“. Anwohner des südlichen Grethenwegs wie er hätten dann bald gar keine Chance mehr, einen Parkplatz in der Nähe ihrer Häuser oder Wohnungen zu finden. „Daher sage ich: Lieber ein bisschen warten für die große Lösung, als jetzt nur den einen Teil mit Bewohnerparkplätzen zu versehen“, schlug Groß vor.

Nun ist der Ortsbeirat 5 gefragt. In den kommenden Wochen soll dieser eine Anregung formulieren, welche Lösung er bevorzugt, um den Parkdruck im Grethenweg und umliegenden Straßen zu lindern. Abgestimmt werden kann darüber aber frühestens am 29. April, weil erst dann die nächste Sitzung des am 6. März neu zu wählenden Ortsbeirats ansteht.

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