Künftig soll es für Radfahrerinnen und Radfahrer sicherer werden auf dem Kettenhofweg. Foto: Christoph Boeckheler
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Künftig soll es für Radfahrer sicherer werden auf dem Frankfurter Kettenhofweg, die Parkplatzsuche dürfte indes schwieriger werden.

Mehr Sicherheit für Radler

Ärger in Frankfurt: Stadt will Parkplätze im Westend streichen – wegen Fahrrädern

  • Matthias Bittner
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„Unfair“: Die Stadt will den Frankfurter Kettenhofweg im Westend fahrradfreundlicher gestalten. Dafür sollen Parkplätze wegfallen. Die Anwohner sind sauer.

Frankfurt – 110 von 265 Parkplätzen im Frankfurter Kettenhofweg sollen dem Umbau der Straße zur fahrradfreundlichen Nebenstraße geopfert werden, ein Projekt, das es bereits in anderen Vierteln gibt. Das aber lehnen die Anwohner strikt ab. „Dass ich keinen Parkplatz mehr finde, damit Radfahrer in der Straße fahren können, finde ich unfair“, sagte ein aufgebrachter Anwohner am Montagabend bei der erstmaligen Vorstellung des Projektes. Ein anderer erklärte, ein Umbau sei überflüssig, weil das Miteinander der Verkehrsteilnehmer mit etwas Rücksicht gut klappe.

Dem widersprach Stefan Lüdecke, Referent von Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), und verwies auf Bilder der Präsentation. Darauf ist zu sehen, wie Autos halb auf dem Gehweg parken und kaum Platz für Fußgänger bleibt. Und Radfahrer entgegen der Einbahnstraße zwängen sich zwischen stehendem und fließendem Verkehr durch. Die autogerechte Stadt sei Vergangenheit, so Lüdecke. "Der Anteil des Radverkehrs beträgt mittlerweile 20 Prozent", sagte er. Der Straßenraum müsse gerechter aufgeteilt werden. "Wir machen das nicht, um Sie zu ärgern", erinnerte er an den Frankfurter Stadtverordnetenbeschluss, demzufolge elf Nebenstraßen umgebaut werden sollen. Grundlage dafür war der Radentscheid.

Frankfurt soll für Fahrräder sicherer werden

Ziel der Maßnahmen ist es, das Radfahren sicherer zu machen, Platz für Fußgänger zu schaffen und somit die Aufenthaltsqualität zu steigern, wie Heiko Jentsch vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) erklärte. Die Präsentation sei ein erster Vorschlag, ohne Zustimmung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) werde nichts umgesetzt. Lüdecke lud die Geschäftsleute an einen runden Tisch, um auch noch Alternativen zu suchen. "Uns ist sehr daran gelegen, dass der Einzelhandel eine Zukunft hat."

Die Einzelhändler stört die geplante Umkehrung der Einbahnstraßenregel zwischen Schumannstraße und Beethovenstraße. Kunden, die von der Senckenberganlage kommen, müssten einen Umweg über die Schumannstraße um die Christuskirche herum und die Beethovenstraße fahren. Diese Maßnahmen sollen Platz für Radfahrer schaffen und ebenso wie eine Diagonalsperre in Höhe Arndtstraße den Autoverkehr im Kettenhofweg reduzieren. Weil er nicht mehr durchgängig befahrbar ist, würden ihn Pendler meiden - so zumindest der Plan. Der Vorschlag, nur während der Hauptverkehrszeiten morgens und abends die Einbahnstraßenregelung zu drehen, ist laut Michael Wejwoda, Leiter Planung und Bau beim ASE, aber schwierig zu realisieren.

Wegfall von Parkplätzen: Geschäftsleute im Frankfurter Kettenhofweg sorgen sich um Umsätze

Auf dem Abschnitt zwischen Schumannstraße und Beethovenstraße soll es wohl Kurzzeitparkplätze für Kunden geben, auch eine Lieferzone soll ausgewiesen werden und Kreuzungen rot eingefärbt werden. Und Sommergärten seien auf speziellen Multifunktionsstreifen möglich. Einzelhändler könnten Wünsche äußern. Für anderweitige Anregungen oder Kritik sei man offen, sagte Lüdecke. Wer sich einbringen möchte, schreibt eine Mail an kettenhofweg@stadt-frankfurt.de.

Birgit Weckler von der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 2 wollte wissen, ob es Studien gibt, wie sich eine derartige Umgestaltung auf den Umsatz der Geschäfte auswirke. "Das brauche ich für meine Entscheidung", sagte sie mit Blick auf die Abstimmung im Stadtteilparlament, was umgesetzt werden soll. Eine indirekte Antwort gab eine Zuhörerin und zitierte aus einer Studie: "Geschäftsleute täuschen sich bei ihrer Einschätzung, nur sieben Prozent der Kunden kommen tatsächlich mit dem Auto."

Pendler werden wohl nicht mehr kommen. Auch im Kettenhofweg wird die neue Parkregelung eingeführt. Anwohner können einen Ausweis (50 Euro für zwei Jahre) beantragen, alle anderen müssen zahlen. Das erleichtere Anwohnern die Parkplatzsuche, so Lüdecke. (Matthias Bittner)

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