Parkplätze sind ein rares Gut im dichtbewohnten Stadtteil Bornheim, so wie hier in der Dortelweiler Straße. Nun hat ein Autohändler mit abgestellten Karossen im Nordend für Ärger der Bewohner dort über das Parkraumkonzept gesorgt.
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Parkplätze sind ein rares Gut im dichtbewohnten Stadtteil Bornheim, so wie hier in der Dortelweiler Straße. Nun hat ein Autohändler mit abgestellten Karossen im Nordend für Ärger der Bewohner dort über das Parkraumkonzept gesorgt.

Parkraum

Parken in Frankfurt: Konzept für Nordend sorgt für Ärger

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Weil Anwohner aus Frankfurt-Bornheim ihre Autos vermehrt im Nordend parken, fordert der Ortsbeirat 3 ein Parkraumkonzept für das Nordend in Frankfurt.

Frankfurt – Massiv zugenommen haben Beschwerden von Nordend-Bewohnern, die an der Grenze zu Bornheim wohnen und keinen Parkplatz mehr finden. Die Stellplätze sind belegt, seit die Stadt das neue Parkkonzept in den vier Zonen in Bornheim umgesetzt hat. Der Verdrängungseffekt hat das Nordend erreicht: Pendler und auch Bornheimer, die keinen Parkausweis haben oder keinen der begehrten Stellplätze bekommen, weichen in den Nachbarbezirk aus. Denn dort gibt es derzeit noch kostenlose Parkplätze. Und auch in Bornheim ist die Not groß, einen Parkplatz zu finden.

Claudia Ehrhardt, CDU-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 3 (Nordend), ärgert sich darüber, dass sie aufgebrachte Bürger vertrösten muss. „Der Ortsbeirat ist auch nicht informiert, wie es weitergeht“, kritisiert sie. Mehr als die Aussage, dass das neue Parkkonzept demnächst im Nordend umgesetzt wird, habe sie auch nicht. Das wurmt sie gewaltig. Und deshalb legt die CDU-Fraktion für die kommende Sitzung des Stadtteilparlamentes einen Antrag vor: Darin wird der Magistrat aufgefordert, den Zeitplan für das Nordend offenzulegen.

Informationen zum Thema Parken fließen laut Ortsbeirat 3 in Frankfurt nur spärlich

Grundsätzlich gebe die spärliche Informationspolitik der Stadt zum Thema Parkkonzept Anlass zur Kritik, findet Ehrhardt. „Die meisten Nordend-Bewohner wissen überhaupt nichts von dem neuen Konzept“, sagt sie und betont, dass auch der Ortsbeirat unzureichend informiert worden sei.

Unklar sei etwa, ob die neue Parkregelung auch in Teilen des Nordends umgesetzt werde, die außerhalb des Alleenrings lägen und jetzt besonders unter dem Parkdruck litten. „Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hat bislang stets betont, dass das neue Konzept zunächst innerhalb des Alleenrings komme“, sagt Ehrhardt. Eine Zweiteilung des Stadtteils macht ihrer Meinung nach aber keinen Sinn und sei ungerecht. Deshalb wird in dem CDU-Papier hingewiesen, die Regelung flächendeckend umzusetzen und keinen Teil auszusparen.

Ausweise, damit Handwerksbetriebe in Frankfurt-Bornheim parken können

Das hält auch Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) für sinnvoll. Sie habe neulich gesehen, dass ein Autohändler mit angeschlossener Werkstatt aus Bornheim sechs seiner Fahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen im zum Nordend gehörenden Teil der Dortelweiler Straße abgestellt habe. „Das ärgert mich enorm“, sagt sie und kündigt an, dazu eventuell noch eine Tischvorlage in der Ortsbeiratssitzung vorzulegen.

Ehrhardt erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es im Nordend glücklicherweise noch viele Handwerksbetriebe gebe. Für diese müssten schnell Handwerkerparkausweise ausgestellt werden, damit sie ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können. Auf Initiative der FDP-Fraktion im Römer wird das im Rathaus schon seit geraumer Zeit beraten - Beschwerden von Handwerkern und Geschäftsleuten aus Bornheim waren der Auslöser.

Parken im Nordend von Frankfurt: Winter beeinflusst Umsetzung des Konzepts

Der Ortsbeirat 3 sei noch nicht informiert worden, weil das Winterwetter einen exakten Fahrplan für die Umsetzung der neuen Parkregelung im Nordend derzeit beeinflusse, sagt Elke Hofmann vom Straßenverkehrsamt. „Für die Parkautomaten müssen Fundamente gegossen werden, das ist bei dem Frost im Moment nicht möglich.“ Im zweiten Quartal würde mit Nordend-West I (Zone 19), Nordend-West II (Zone 20) und Holzhausenviertel (Zone 35) „scharf geschaltet“.

Im dritten Quartal folgen Nordend-Ost I und II (21 und 22). Danach schließen sich Mischgebiete an, zu denen Teile des Nordends und Bornheims zählen (das sind die Zonen 23, 24 und 25). Wer die Zonen-Einteilung sehen will, kann dies im Internet tun. Die blau gekennzeichneten Schilder mit dem Eurozeichen kennzeichnen die fünf Zonen, in denen das neue Konzept bereits umgesetzt worden ist.

Das neue Parkkonzept bedeutet, dass es keine kostenlosen Parkplätze mehr gibt. Anwohner erhalten Parkausweise (50 Euro für zwei Jahre). Damit darf dann in der jeweils dafür ausgewiesenen Zone das Auto abgestellt werden. Alle anderen müssen Tickets ziehen.

Ortsbeirat 3 tagt und berät über das Parkraumkonzept

Das Gremium tagt am Donnerstag, 18. Februar, um 19.30 Uhr im Saalbau Bornheim, Arnsburger Straße 24. Es gelten Zugangsbeschränkungen. (Matthias Bittner)

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