Soll endlich aufgewertet werden: Der Arnsberg-Platz. FOTO: weis
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Soll endlich aufgewertet werden: Der Arnsberg-Platz.

Frankfurter Bürgerinitiative

Paul-Arnsberg-Platz wird zur grünen Insel

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Fläche wird für rund 1,4 Millionen Euro umgestaltet

Die Paul-Arnsberg-Platz-Initiative (PAPI) des Vereins L(i)ebenswertes Ostend ist am Ziel: Vier Jahre nachdem sie eine Begrünung angeregt hatte, wird die dreieckige Fläche in Nachbarschaft zum Bildungszentrum umgestaltet. Die Planung erfolgte in enger Kooperation mit dem Grünflächenamt - eine neue Art von Partizipationsprozess. 50 Prozent der Platzfläche wird entsiegelt, 30 Bäume werden gepflanzt und grüne Inseln entstehen über den Platz verteilt. 1,4 Millionen Euro investiert die Stadt in die Umgestaltung, die Arbeiten starten 2022.

Kein Geld für Wasserspiele

"Die geplanten Maßnahmen werden die Aufenthaltsqualität für die Nutzer verbessern", sagt PAPI-Sprecherin Gudrun Schmidt. Die Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt und dem Architekten sei sehr positiv gewesen. Mit Blick auf die Finanzen könnten aber leider nicht alle Wünsche erfüllt werden. "Besonders schmerzt uns, dass es keine Wasserspiele für Kinder geben wird", sagt Schmidt, die schon in die Zukunft schaut. Nach dem Umbau werde es Aufgabe sein, mit Anwohnern den Platz zu beleben.

Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) glaubt fest daran, dass das gelingen kann und setzt auf die Initiative der Anwohner und PAPI. Man werde zeigen können, wie aus einem nahezu unwirtlichen Platz, ein zu allen Jahreszeiten beliebter Begegnungsort we rde, auf dem Veranstaltungen wie das alljährliche Frühlingsfest stattfinden könnten.

Der Platz war im Zuge der fortschreitenden Entwicklung im Ostend 2005 angelegt worden - Grün war damals allerdings nicht berücksichtigt worden, außer ein paar Bäumen bestimmte triste Grau das Bild. Das war auch ein Zugeständnis an die beabsichtigte Nutzung. Denn ein Wochenmarkt sollte etabliert werden. Doch zwei Versuche scheiterten, nach jeweils nur kurzer Erprobungsphase wurde der Betrieb mangels Nachfrage wieder eingestellt. Platz insgesamt wurde aber trotz einiger Veränderungen, unter anderem wurde auch ein Brunnen - der sogenannte Wassertisch errichtet - nicht angenommen. Und es gab auch immer wieder Beschwerden wegen Lärm, der durch Fußball spielende Kinder verursacht wurde.

Die Hälfte wird entsiegelt

Das wird wohl künftig nicht mehr vorkommen. Denn die Begrünung wird einen Großteil des Lärms "schlucken". Vor allem soll sie das Klima im Sommer regulieren helfen und dafür sorgen, dass sich die Fläche nicht mehr so stark aufheizt. Dazu wird die Hälfte des 3000 Quadratmeter großen Platzes entsiegelt. Als Ersatz für die Trompetenbäume, die laut Laura Berneburg vom Grünflächenamt für diesen Standort ungeeignet gewesen seien, werden entfernt. Als Ersatz werden 30 Laubbäume, unter anderem japanische Zellkove, amerikanischer Amberbaum und Zürgelbaum, gepflanzt. Diese Arten kommen mit den klimatischen Bedingungen auf dem Arnsberg-Platz besser zurecht als die Trompetenbäume. Wegen ihrer schlechten Vitalität können die Trompetenbäume nicht an einen anderen Standort umziehen und werden gefällt, berichtet Berneburg. Damit den neuen Bäumen nicht wieder Wassermangel droht, werden großzügig bemessene Baumbeete angelegt, damit sie mit Regenwasser versorgt werden können. "Nur so kann das Ziel einer nachhaltigen Beschattung des Platzes durch groß ausgebildete Baumkronen erreicht werden", sagt Berneburg.

Auf neuen, insgesamt 500 Quadratmeter großen Beeten sollen unterschiedlichste trockenheitsrobuste Stauden und Gräser gepflanzt werden. Eine artenreiche und insektenfreundliche Blumenwiese wird auf weiteren etwa 440 Quadratmeter ausgesät und für zusätzlichen Schatten wird nach dem Ende des Umbaus eine berankte Pergola sorgen.

"Mit dem Arnsberg-Platz setzen wir ein Zeichen, dass Klimaanpassung nicht nur bei Neubauvorhaben, sondern auch bei Nachverdichtung im Bestand möglich ist", sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). In dicht bebauten Stadtteilen wie dem Ostend seien grüne Plätze nötig, nur so würden heiße Sommer erträglich, sagt Heilig. Matthias Bittner

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