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„Eine bessere Rentenversicherung gibt es nicht“: Paula Kluge denkt schon an die  Zukunft.

Stadtgeflüster

Model Paula Kluge kitzelt das Glück

Dass sie gut aussieht, ist das eine. Viel wichtiger sei, dass sie Ehrgeiz und Professionalität vereine, sagt ihr Agent. Paula Kluge aus Frankfurt macht im nächsten Jahr Abitur, danach soll es steil nach oben gehen . . .

Frankfurt - Dass Paula Kluge Model werden will, weiß die Schülerin schon, seit sie sieben Jahre alt war. Im Fernsehen sah sie damals die schlanken Mädchen auf hohen Absätzen über den Catwalk laufen. Kurz darauf mussten ihre Eltern die ersten Stöckelschuhe für sie kaufen. Gemeinsam mit ihrer älteren Schwester stolzierte sie dann im ganzen Haus auf und ab.

Heute ist Paula Kluge 17 Jahre alt, und mit hohen Schuhen laufen ist für sie schon lange kein Problem mehr. Nachdem die erste Euphorie um die Castingshow verflogen war, rückte der Traum Model zu werden erst mal in den Hintergrund. Paula Kluge, lange Beine, makellose Haut, kam der Gedanke erst wieder vor rund einem Jahr in den Sinn. Auf der Suche nach einem Nebenjob wollte sie ihr Glück mit ihrem Äußeren probieren.

Keine Lust auf Heidi Klum

Dabei komme es gar nicht unbedingt auf das Äußere an, sagt Carlos Streil. Er kümmert sich als Scout bei der Modelagentur East West Models um die neuen Gesichter. Der erste Eindruck sei enorm wichtig, dann schaue er sich die Proportionen von Gesicht und Körper an. Die Models bräuchten ein gutes Körpergefühl, und erst dann würde er, entgegen dem weit verbreitetem Klischee, auf die Maße achten.

Paula Kluge mit Carlos Streil. Er kümmert sich als Scout der Agentur „East West Models“ um die neuen Gesichter.

Ähnlich wie bei Heidi Klums Castingshow „Germany’s Next Top Model“ steht auch bei der internationalen Agentur aus Frankfurt die Persönlichkeit im Fokus. Die Models müssten durch ein starkes und selbstbewusstes Auftreten den Kunden überzeugen. Dennoch sei die Fernsehshow nicht mit dem echten Business zu vergleichen, sagt Streil, der selbst 18 Jahre auf Laufstegen in aller Welt unterwegs war. „Wir stärken unsere Models im Inneren, damit sie sich übers Äußere messen können.“ Die Sendung hingegen stelle die unsicheren Mädchen offen zur Schau. „Die Zuschauer wollen die Mädchen schwitzen sehen.“ Klum bediene mit der Auswahl ihrer Kandidatinnen diesen Wunsch. „Dort wird mit Träumen gespielt“, sagt Carlos Streil. Von dem Hype um die Sendung, die es seit 2006 gibt, profitierten professionelle Agenturen jedoch nicht. „Seither haben wir einen größeren Zulauf an schlechteren Mädchen“, sagt der Scout.

„Üben, üben, üben“

Paula Kluge gehört nicht dazu. Obwohl sie damals maßgeblich von der Show beeinflusst wurde, sei eine Bewerbung dort nie eine Option gewesen, sagt sie. „Bei der Show wird man ins kalte Wasser geworfen.“ Seit rund einem halben Jahr gehört sie zu der Agentur im Ostend. Etwa 600 Models sind bei East West Models unter Vertrag. „Wir sind die renommierteste Agentur in Mitteldeutschland“, sagt Carlos Streil, dessen Bruder Marco vor 30 Jahren die Agentur eröffnet hat. Die Konkurrenz in Frankfurt, zum Beispiel Cream Models oder Amaze Models, hätten einen anderen Fokus im Business.

Paula Kluge fühlt sich bei East West Models an der richtigen Stelle. „Hier wird man an die Hand genommen und langsam an das Geschäft herangeführt“, sagt sie. Schritt für Schritt erhalte sie Tipps, um stetig an sich zu arbeiten. Zehn Vorbilder für Gesichtsausdruck und Posen sollte sich Paula Kluge raussuchen. „Zu Hause heißt es dann: Üben, üben, üben“, sagt sie. „Ich habe immer wieder selbst Bilder von mir aufgenommen und diese dann verglichen.“

Das gehört dazu. Denn was vielen Mädchen heutzutage fehlt, sei Selbstkritik, sagt Streil. Ob ein Model erfolgreich wird oder nicht, hänge auch nicht unbedingt vom Talent ab. Professionalität müsse man mitbringen und „zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“, sagt Streil. Bei Kluge hat er ein gutes Gefühl. Die 17-Jährige sei zielstrebig und habe schon nach Wochen erste Erfolge verbucht. „Es sind schon einige internationale Agenturen auf sie aufmerksam geworden.“ Nächstes Jahr macht Paula Kluge ihr Abitur, danach soll es für sie richtig los gehen. „Dann werden wir das Glück kitzeln und schauen, ob es reicht“, sagt Streil.

Erste Priorität bleibt für Paula Kluge vorerst die Schule. Danach will sie es ein Jahr Vollzeit als Model versuchen. Die Schülerin hat dabei neben den vielen verschiedenen Erfahrungen, die man als Model auf der ganzen Welt sammeln kann, schon die ferne Zukunft im Blick. „Wenn ich als Model erst einmal international erfolgreich bin, will ich mir eine schöne Wohnung kaufen. Eine bessere Rentenversicherung gibt es nicht.“

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