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Mit dem Pegida-Schriftzug wird Heidi Mund (links) wohl nicht mehr in Frankfurt demonstrieren.

Pegida in Frankfurt am Main

Pegida Frankfurt – Querelen und Spaltung

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Der Frankfurter Pegida-Ableger ist gescheitert. Aber woran? Öffentlich wird die Absage der Demos in Frankfurt mit Sicherheitsbedenken begründet. Doch intern kriselte es schon länger.

Das vorläufige Ende der Pegida-Demonstrationen in Frankfurt wurde aus den eigenen Reihen der Islamkritiker heraus beschlossen. „Unverantwortlich und definitiv nicht im Sinne unserer Sache“, sei die Organisation der Montagsdemos an der Katharinenkirche in der Frankfurter Innenstadt gewesen, kritisiert das Pegida-Deutschland-Team. Damit stellen sich die Pegida-Vertreter gegen Heidi Mund, die bislang als Organisatorin der Proteste in der Mainmetropole aufgetreten ist. Auch die Administration der Facebook-Seite „Pegida Frankfurt Rhein-Main“ wurde Heidi Mund und ihrem Team aus den Händen genommen.

Öffentlich wird die Absage weiterer Demonstrationen in Frankfurt und die Demontage Heidi Munds als Gesicht von Pegida in Frankfurt mit Sicherheitsbedenken der Dachorganisation begründet. „Leider können wir es nicht mehr mit unserem Gewissen vereinbaren und die Verantwortung dafür übernehmen, in Frankfurt am Main spazieren zu gehen“, heißt es in dem Begründungsschreiben.

Die Organisatoren nehmen Bezug auf den bisherigen Verlauf der Pediga-Demos in Frankfurt. Bei denen sah sich nicht nur regelmäßig eine kleine Schar von Pegida-Anhängern einer Übermacht von Gegendemonstranten ausgesetzt. Mehrmals kam es trotz massivem Polizeiaufgebot auch zu gewalttätigen Ausschreitungen, bei denen zuletzt auch eine Pegida-Sympathisantin verletzt wurde. Die Schuld für den Verlauf der Demos sieht der Dachverband bei Heidi Mund, die die Demos angemeldet hat. Die Art und Weise der Organisation der „Spaziergänge“ habe „es der Polizei unnötig schwer gemacht, unsere friedlichen Demos vor Chaoten zu schützen.“

Gekriselt hat es zwischen Heidi Mund und den Pegida-Vertretern der Dachorganisation mit Sitz in Dresden allerdings wohl schon länger. Im bisherigen Organisationsteam um Heidi Mund habe es „ständig irgendwelche

Grabenkämpfe

, persönliche Befindlichkeiten“ gegeben, heißt es in einem Posting von Pegida auf Facebook. „Das hat das gesamte Deutschland-Orga-Team enorm belastet und für Unmut intern gesorgt“, heißt es dort weiter.

Heidi Mund reagiert auf die Abfuhr mit Trotz und will weitermachen – wenn auch unter anderem Namen. Sie und ihr Team habe sich „niemals mit einer solchen Kapitulation einverstanden erklärt.“ Die Absage der weiteren Demonstration in den kommenden Wochen sei ohne Absprache mit ihr vorgenommen worden und in Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten erfolgt. Aufgeben will Mund aber nicht. „Es ging uns immer um die gemeinsame Sache und die Inhalte, nie um den Namen Pegida“, sagen sie und ihr Team. „Eigenverantwortlich“ wollen sie auch weiterhin ihren bürgerlichen Protest auf die Straße bringen.“ Wo und wann steht aber bislang noch nicht fest.

Einen neuen Namen, den scheint das ehemalige Organisations-Ensemble von Pegida Frankfurt allerdings bereits gefunden zu haben. Auf Facebook versammeln sich unter dem Namen „Freie Bürger für Deutschland“ bisherige Pegida-Anhänger aus Frankfurt, darunter auch Mathias Mund, der Ehemann Heidi Munds. Die von Heidi Mund bereits für die nächsten Wochen und Monate vorgemerkten Demonstrationsanmeldungen sind nach Angaben des Ordnungsamtes bisher noch nicht abgesagt worden.

Unklar ist auch noch, ob man wirklich das letzte Mal etwas von Pegida in Frankfurt gesehen hat. Neue Organisatoren sollen im Rhein-Main-Gebiet weiter machen, dann allerdings wohl nicht mehr nur in Frankfurt. Wohl ab dem

13. April soll es mit den Pegida-Protesten weitergehen, dann im Wechsel in mehreren hessischen Städten.

Harald Fiedler, Sprecher des Römerbergbündnisses, freut sich „über den Entzug der Unterstützung“, für den Frankfurter Pegida-Ableger. „Das ist erst mal eine gute Nachricht. Allerdings sind die diskriminierenden Verlautbarungen von Pegida in Frankfurt einfach nicht willkommen, ganz egal unter welchem Namen sie geäußert werden“, sagt Fiedler. Den Artikel auf Facebook teilen und kommentieren:

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