Redner Stürzenbach bei der Freie Bürger Kundgebung am 11. April 2015, in Frankfurt.
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Redner Stürzenbach bei der Freie Bürger Kundgebung am 11. April 2015, in Frankfurt.

Proteste der Islamkritiker

Pegida und "Freie Bürger" demonstrieren in der Innenstadt

  • VonChristian Scheh
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Frankfurt muss sich offenbar auf regelmäßige Demonstrationen der islamkritischen Initiative Pegida Frankfurt/Rhein-Main und des Ablegers „Freie Bürger für Deutschland“ in der Innenstadt einstellen.

Frankfurt muss sich offenbar auf regelmäßige Demonstrationen der islamkritischen Initiative Pegida Frankfurt/Rhein-Main und des Ablegers „Freie Bürger für Deutschland“ in der Innenstadt einstellen. Wie ein Sprecher des Ordnungsamts am Montag auf Nachfrage sagte, will Pegida Frankfurt/Rhein-Main nach der Kundgebung am Dienstag jeden zweiten Montag des Jahres vor der Katharinenkirche demonstrieren.

Die Versammlungen seien jeweils für 19 bis 21 Uhr angemeldet, die Veranstalter rechneten mit 200 Personen, sagte der Behördensprecher. Eine „Beleggarantie“ für den Platz an der Hauptwache gebe es nicht. Die Termine und Orte der angemeldeten Versammlungen würden einzeln geprüft, auch Kooperationsgespräche zwischen dem Anmelder, der Stadt und der Polizei werde es geben.

Der Pegida-Ableger „Freie Bürger für Deutschland“, den Heidi Mund nach einem Zerwürfnis mit der deutschen Pegida-Führung gründete, hat bislang fünf weitere Montagsversammlungen angemeldet: Am 27. April wollen Mund und ihre Mitstreiter auf den Roßmarkt kommen, in den vier folgenden Wochen auf den Römerberg. Was die Termine vor dem Rathaus betrifft, sei auch ein kleiner Protestzug durch die Innenstadt geplant, sagt der Sprecher des Ordnungsamts. Die Route sei noch Gegenstand eines Kooperationsgesprächs. Die „Freien Bürger“ rechnen den Angaben zufolge mit etwa 100 Teilnehmern. Die Versammlungen sind – inklusive des Auf- und Abbaus – für 17 bis 21 Uhr angemeldet.

Wenn die Kundgebungen wie angemeldet stattfinden, werden Pegida und die „Freien Bürger“ am 4. und 18. Mai gleichzeitig in der Innenstadt demonstrieren. Die Polizei wird voraussichtlich beide Versammlungsorte mit Gittern abriegeln, um die Islamgegner von den Gegendemonstranten zu trennen. Bei den Pegida- und „Freie Bürger“-Kundgebungen in den vergangenen Wochen kamen auf ein paar Dutzend Demonstranten jeweils einige Hundert Gegendemonstranten. Zu Straftaten und Auseinandersetzungen zwischen Antifaschisten und der Polizei kam es immer wieder.

Bei der Polizei ist man über die wöchentlichen Großlagen wegen Pegida und den „Freien Bürgern“ bei allem Respekt vor der Versammlungsfreiheit nicht begeistert. Um Übergriffe von Antifaschisten auf die Islamgegner zu verhindern, ist jedes Mal ein Großaufgebot aus Hunderten Beamten nötig. Aus den Polizeigewerkschaften ist zu hören, dass es unter den Beamten mitunter Unmut über die Mehrbelastung durch Pegida, die „Freien Bürger“ und die Gegendemos gibt. Wegen der Großlagen müssten Zusatzdienste gemacht werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass freie Tage wie geplant genommen werden können, sinke. (chc)

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