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Pegida plant schon wieder um – kommt Lutz Bachmann?

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Die Pegida-Demos in Frankfurt werden bislang immer von Gegendemonstranten begleitet.
Die Pegida-Demos in Frankfurt werden bislang immer von Gegendemonstranten begleitet. © Bernd Kammerer

Gestern berichteten wir, dass am kommenden Montagabend sowohl Freie Bürger als auch Pegida demonstrieren wollten. Nun bestätigte das Ordnungsamt auf Nachfrage dieser Zeitung, dass eine Veranstaltung verlegt wurde – auf Dienstag, ebenfalls von 19 bis 21 Uhr, vor der Katharinenkirche.

Von Peter von Freyberg

Offizielle Ankündigungen seitens Pegida gibt es nach wie vor keine. Einer der Köpfe der neuformierten Frankfurter Pegida-Gruppe ist Hans Joachim Weber aus Bad Homburg, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Hochtaunus, allerdings mittlerweile aus dieser Partei ausgetreten.

Als Begründung für die kurzfristige Terminverlegung sagt er: „Eigentlich ist der Montag der klassische Pegida-Tag, aber wir wollen nicht in Verdacht geraten, mit dem Geburtstag Hitlers in irgendeine Verbindung gebracht zu werden.“ Er betont: „Wir sind keine Nazis. Ich verachte den Nationalsozialismus. Bei Pegida bin ich, gerade weil ich nichts mit dem braunen Gesocks zu tun haben möchte.“ Sich selbst sieht er als „Patriot“.

Frankfurter in Dresden

Am vergangenen Montag war Hans Joachim Weber bei Pegida in Dresden als Vertreter des Frankfurter Ablegers unter dem Pseudonym „Theodor Körner“ vorgestellt worden. Das Pseudonym „Theodor Körner“ bezieht sich auf den gleichnamigen Dichter, der Anfang des 19. Jahrhunderts in den Befreiungskriegen gegen die Napoleonische Fremdherrschaft starb und seitdem als patriotische Identifikationsfigur gilt. Von jenem stammt ein Vers, der auch bei Pegida-Demonstrationen in Dresden auf einem Transparent zu lesen war: „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott!“

In der sächsischen Hauptstadt rief Hans Joachim Weber den Versammelten zu: „Ich grüße Euch aus der Nahkampfzone Frankfurt“, in Anspielung auf die schweren Krawalle bei Blockupy vor vier Wochen. Auch die meisten bisherigen Auftritte von Pegida in der Innenstadt waren von teils heftigen Ausschreitungen begleitet worden.

Gerüchten zufolge soll am kommenden Dienstag Pegida-Gründer Lutz Bachmann in Frankfurt auftreten. Auf unsere Nachfrage hin wollte dieser sich aber nicht äußern. „Dazu kann ich nichts sagen“, antwortete der 42-Jährige auf die konkrete Frage. Auch Hans Joachim Weber wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Offiziell angekündigt ist Bachmann indes für eine Veranstaltung des Kasseler Pegida-Ablegers „Kagida“ am kommenden Samstag, wofür auch auf der Facebook-Seite von Pegida Frankfurt eifrig geworben wird.

Keine Entwarnung

Dass nun doch nicht an zwei nahe beieinanderliegenden Orten gleichzeitig demonstriert wird, bedeutet für die Frankfurter Polizei „kein großes Aufatmen“, wie deren Sprecher Rüdiger Reges ausführt. Der personelle Aufwand werde am Dienstag ähnlich sein wie bei den bisherigen Veranstaltungen von Pegida oder der „Freien Bürger“.

Ob die erwarteten Gegenproteste größer ausfallen könnten, wenn sich ein Kommen Lutz Bachmanns bestätigen sollte, sei unerheblich, sagt Polizei-Sprecher Reges: „Wir können kurzfristig reagieren. Für die Frankfurter Polizei sind Demos nichts Neues.“ Ebenfalls kurzfristig reagieren musste die Satirepartei „Die Partei“ und hat nun auch für Dienstag eine weitere Kundgebung beim Ordnungsamt angemeldet.

Am Infostand vor dem Café an der Hauptwache sollen dann die 2500 vorbereiteten Stimmzettel ausgewertet werden für die satirische Protest-Aktion „Frankfurt sucht den Super-Nazi“ – ebenso wie am Montag zuvor bei den „Freien Bürgern“ um Heidi Mund (wir berichteten).

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