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„Heute Streik” steht auf Plakat im Straßenbahndepot in Frankfurt am Main.

Verdi

Pendler brauchten Geduld - Warnstreik im Frankfurter Nahverkehr

Tausende Pendler haben in Frankfurt am Freitag wegen erneuter Warnstreiks im öffentlichen Dienst viel Geduld auf dem Weg zu Arbeit mitbringen müssen. Weil die Straßen- und U-Bahnen seit 2.

Tausende Pendler haben in Frankfurt am Freitag wegen erneuter Warnstreiks im öffentlichen Dienst viel Geduld auf dem Weg zu Arbeit mitbringen müssen. Weil die Straßen- und U-Bahnen seit 2.30 Uhr stillstanden, blieben am Freitag nur Busse und S-Bahnen übrig. Vor allem im Berufsverkehr ging es an vielen Bushaltestellen eng zu, viele Fahrzeuge waren sehr voll. Andere Pendler mussten bei Dauerregen längere Wege von der S-Bahn-Station zurücklegen oder stiegen gleich aufs Fahrrad um.

"Die Teilnahme an den Warnstreiks war viel höher als erwartet", sagte der hessische Landesbezirksleiter Jürgen Bothner von der Gewerkschaft Verdi. Nach Verdi-Angaben beteiligten sich allein in Frankfurt 4500 Beschäftigte an dem Warnstreik, in Hanau gab es ungefähr 2000 Teilnehmer. Hier waren vor allem öffentliche Dienststellen von den Warnstreiks betroffen. Zu einer Demonstration in der Frankfurter Innenstadt kamen nach Verdi-Angaben rund 3500 Teilnehmer.

Nach Angaben eines Sprechers der bestreikten Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) blieb ein Verkehrschaos aus. Es sei spürbar, dass sich viele Pendler vorab auf die Protestaktionen eingestellt hätten. Die zehn Straßen- und alle neun U-Bahn-Linien Frankfurts sollten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bis zum Ende des Fahrplans in den Depots bleiben. Täglich benutzen rund 300 000 Menschen in Frankfurt die Straßen- und U-Bahnen.

In Frankfurt waren am Freitag auch die Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser und die Stadtverwaltung von den Protesten betroffen. Auch in Offenbach, im Wetteraukreis, Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis sowie in Kreisen und Kommunen in Osthessen war zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen worden.

Gestreikt wurde in Kreisverwaltungen, Verwaltungen, Bauhöfen und Kita-Einrichtungen, in Kliniken, einem Altenpflegezentrum und dem Behindertenwerk Main-Kinzig, zog eine Verdi-Sprecherin Bilanz. Auch in der Sparkasse Hanau, in den Kreis- und Stadtwerken, im Hafen Hanau, bei den Bädern Hanau, in der Gasversorgung Main-Kinzig, bei der Rhön-Energie, im Osthessen-Netz, Hanau-Netz, sowie in den Arbeitsagenturen Fulda, Bad Hersfeld und Hanau gab es Streikaktionen.

Verdi und der ebenfalls beteiligte Deutsche Beamtenbund fordern für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben seit Dienstag rund 350 ihrer Mitglieder in Hessen die Arbeit niedergelegt und sich an den Warnstreiks beteiligt. An diesem Sonntag beginnt in Potsdam die dritte und möglicherweise entscheidende Verhandlungsrunde. "Wir hoffen, dieses deutliche Signal aus Hessen kommt in Potsdam an", sagte Bothner. "Wir erwarten nicht nur ein Angebot, sondern auch ein Ergebnis am Verhandlungstisch."

Seit Dienstag gab es in Hessen Warnstreiks und Streikkundgebungen in Kassel, Darmstadt, Wiesbaden, Gießen, Hanau und Frankfurt.

(dpa)

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