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Bettina, Daiane und Petra suchten im Inneren des Weiden-Labyrinths der Naturschule Hessen nach Entspannung.

Internationaler Tag des Labyrinths

Pilgerweg im Kleinen

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Der internationale Labyrinth-Tag lockte am Samstag auch zum Weidenlabyrinth am Alten Flugplatz. Führungen und Aktionen für Kinder standen im Mittelpunkt.

Für die Kinder, die vergnügt durch die Gänge des Weidenlabyrinths spurten und dabei versuchen, die 600 Meter Weg in Bestzeit zurückzulegen, ist das Gewirr aus Hecken nur ein großer Spaß. „Das soll es auch sein“, sagt Stephanie König, stellvertretende Leiterin der Naturschule am Alten Flugplatz Bonames, die das Labyrinth seit der Eröffnung im Jahr 2011 betreut, „schließlich freuen wir uns ja auch, wenn die Strecke durch die dichten Weiden an schönen Tagen etliche Familien anzieht, die auch immer wieder gerne zurückkommen.“

Dennoch erfüllen Labyrinthe im Gegensatz zu Irrgärten mit ihren vielen Sackgassen nicht nur den Zweck, Familien zwischen vielen Zweigen und Blättern zu unterhalten, wie König immer wieder betont. „Die verzweigten Wege sind vielmehr dazu da, den Besuchern zum inneren Einklang und zur Entspannung zu helfen. Ich beschreibe das gerne als einen Pilgerweg im Kleinen“, erklärt sie bei einer Führung, der sich neben etlichen Erwachsenen auch einige Kinder angeschlossen hatten.

Vom Eingang aus ging es zur Begleitung einer indianischen Trommel 300 Meter ins Innere des kretisch aufgebauten Labyrinths: „Das bedeutet, dass der Weg insgesamt über sieben Umgänge führt, die schließlich einen Kreis in der Mitte bilden“, erklärt König, die zum ersten Mal in New Mexico den verschlungenen Weg durch ein Labyrinth zurückgelegt hat. „Das Wichtigste ist, dass man hier einfach dem Weg folgen kann, der einen zwar im Kreis herumführt und bei vielen für den Verlust der Orientierung sorgt.“ Dass man dennoch bei seinem Ziel ankommt, ist vergleichbar zum Lebensweg, den man ebenfalls leichter und entspannter beschreiten kann, wenn man einmal seine Mitte gefunden hat.

Für Bettina, Petra und Daiane, die gerade zum ersten Mal die Strecke zurückgelegt haben, ist dieser Sinn hinter dem Labyrinth neu. „Wir waren einfach neugierig, wie es sich wohl anfühlt, den verzweigten Weg zwischen den ganzen Weiden zu laufen und hatten großen Spaß dabei“, sagt Bettina, die beim letzten Besuch des Flugplatzes das Labyrinth ausfallen lassen musste, da damals noch daran gearbeitet wurde. Jetzt in der prallen Sonne waren die Frauen umso glücklicher über die Öffnung des schattenspendenden Rundwegs.

Das Motto des weltweit ausgerufenen Labyrinth-Tags lautet „Walk as One at 1“ – lauft als Eins um eins. „Den Tag begehen wir hier bereits zum vierten Mal und freuen uns jedes Mal über das große Interesse der Besucher“, erklärt König, die in diesem Jahr auch Freundinnen aus New Mexico eingeladen hat, die am Abend Interessierte an einer indianischen Zeremonie teilnehmen ließen. Die Kinder am Flugplatz kamen derweil mit Spielen und Bastelaktionen auf ihre Kosten.

Begeistert hat die achtjährige Sophia aus Schwäbisch-Hall, die gerade mit ihrer Familie eine Tante in Frankfurt besucht, vor allem das „

Klang-Labyrinth

“, das sie gemeinsam mit drei ihrer Cousinen bewältigte. Dabei kommt es vor allem darauf an, denjenigen, die einen mit Trommeln und Rasseln in die richtige Richtung leiten sollen, zu vertrauen. Denn die Sicht der mit einem Seil markierten Strecke stört eine Augenbinde. Sophias Cousine Miriam (12) ist das aber aufgrund des Familienzusammenhalts wenig schwer gefallen. Und so gibt der Labyrinth-Tag auch den vier Mädchen einen positiven Eindruck mit nach Hause – auch wenn sie eigentlich wirklich des Spaßes wegen hier sind.

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