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Neben Magdalena Gruhn lernen noch drei Flugschülerinnen im aktuellen Jahrgang. Das Quartett sorgt für einen Frauen-Anteil von 15 Prozent.

Pioniere

Pilotinnen am Start: Seit 30 Jahren fliegen Frauen für Lufthansa

Im August 1988 hoben Nicola Lisy und Evi Hetzmannseder als erste Lufthansa-Pilotinnen ab. Eine Sensation sind Frauen im Cockpit nicht mehr, aber noch immer die große Ausnahme.

Lufthansa feiert im August ein ganz besonderes Jubiläum: „Ein Damen-Duo geht in die Luft“, verkündete die Airline vor 30 Jahren. Am 23. August 1988 hoben Nicola Lisy (geborene Lunemann) und Evi Hetzmannseder (geborene Lausmann) als erste Co-Pilotinnen für Lufthansa ab.

Ihre Ausbildung hatten die beiden Frauen in der Verkehrsfliegerschule Bremen gemeinsam mit 14 männlichen Cockpit-Anwärtern absolviert. Flugstunden in der US-amerikanischen Stadt Phoenix im Wüstenstaat Arizona ergänzten das Programm. Nach zweijähriger Vorbereitung beendeten Lisy und Hetzmannseder im August 1988 erfolgreich ihr Flugtraining auf der Boeing 737 in Kanada..

Wie üblich flogen die beiden mit Check-Piloten (Ausbilder und Prüfer) zunächst einige Monate als Zweite Offiziere auf dem europäischen Streckennetz, bevor sie dann als Erste Offiziere im Cockpit einer Boeing 737-200 sitzen durften.

Nicola Lisy schrieb rund zehn Jahre später erneut Luftfahrtgeschichte, als sie am 31. Januar 2000 Einzug in die letzte Männerdomäne der Airline hielt und erster weiblicher Kapitän bei Lufthansa wurde. Ihre „Mitpionierin“ Hetzmannseder avancierte kurz nach ihrer Kollegin Anfang Februar 2000 ebenfalls zur Kapitänin.

Frauen im Cockpit sind schon lange keine Sensation mehr. Etwas Besonderes sind sie in den klassisch-männlichen Luftfahrtberufen jedoch noch immer. In den Cockpits der Lufthansa Group Airlines arbeiten mehr als 10 000 Pilotinnen und Piloten, mehr als 4000 davon bei Lufthansa. Rund sechs Prozent des Cockpitpersonals in der Lufthansa Group ist weiblich. Für die Kernmarke Lufthansa sind es aktuell sieben Prozent. Das ehrgeizige Ziel, am Boden den Anteil von Frauen in Managementpositionen zu erhöhen, setzt sich die Lufthansa Group auch in der Luft: Mehr Frauen im Cockpit, das ist eines der zentralen Ziele. Die Aussichten sind gut: Bereits 15 Prozent der Pilotenanwärter in den aktuellen Lehrgängen der European Flight Academy, die für alle Airlines der Lufthansa Group ausbildet, sind weiblich.

„Frauen sind ganz selbstverständlich bei unseren Lehrgängen dabei und stehen in den Leistungen ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Wer einmal der Faszination des Fliegens erlegen ist, der verfolgt das Berufsziel Pilot mit großer Entschlossenheit – auch da stellen wir keinen Unterschied bei den Geschlechtern fest“, sagt Stefan-Kenan Scheib von der Lufthansa Group und A320-Kapitän.

Magdalena Gruhn (29) ist eine von vier Flugschülerinnen im aktuellen Jahrgang. Als sie in ihrem früheren Beruf als Flugbegleiterin eine Pilotin im Cockpit sah, wurde ihr klar: „Ich will nach da vorne!“ Viele Dinge unter einen Hut zu bekommen, zu kontrollieren, im Voraus zu bedenken, das seien die größten Herausforderungen auf einem Flug. „Und es gibt keinen Grund, warum Frauen das nicht können sollten.“

Das findet auch Elke Hieber (53), die 1988 als einzige Frau im 17-köpfigen Lehrgang ihre Ausbildung bei Lufthansa begann und mittlerweile eine von zwei Kapitäninnen in der A380-Flotte des Kranichs ist. „Pilotin ist der perfekte Beruf mit spannenden Aufgaben und großer Flexibilität, um Familie und Beruf zu kombinieren“, sagt Hieber, die sich als Mutter zweier Kinder je zwei 18-monatige Auszeiten genommen hat und in unterschiedlichen Teilzeitmodellen flog. Dass die Berufswahl unabhängig vom Geschlecht sei, müsse mitunter erst in den Köpfen der Gesellschaft ankommen: „Viele Frauen kommen einfach nicht auf die Idee, sich für diesen Beruf zu bewerben.“

Frauen haben in der Geschichte des Fliegens übrigens eine lange Tradition. Als weltweit erste Frau erhielt Raymonde de Laroche am 8. März 1910 vom Aéro-Club de France den Pilotenschein. Marga von Etzdorf steuerte in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts eine Junkers A50 namens „Kiek in die Welt“. Zuvor hatte sie bereits 1927 einige Zeit als Co-Pilotin bei der damaligen Luft Hansa deren Junkers F13-Verkehrsflugzeuge geflogen. Doch danach vergingen 60 Jahre, ehe wieder eine Frau im Lufthansa Cockpit Platz nahm.

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