1. Startseite
  2. Frankfurt

Pläne für Frankfurter Ringstraßenbahn sind fertig

Erstellt:

Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

Kommentare

Statt der Linie 12 soll ab 2031 die neue Ringstraßenbahn an der Haltestelle Hugo-Junkers-Straße halten. FOTO: Leonard Hamerski
Statt der Linie 12 soll ab 2031 die neue Ringstraßenbahn an der Haltestelle Hugo-Junkers-Straße halten. © hamerski

Die Stadtverordneten sollen ihr Grundsatz-Okay für neue Linie geben, dann wird weitergeplant. Der Frankfurter Mobilitätsdezernent rechnet mit 52 Millionen Euro Baukosten.

Frankfurt -Die Ringstraßenbahn kommt aufs Gleis: Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) hat den Stadtverordneten die Vorplanung vorgelegt. Kommt deren Grundsatz-Okay, kann die Strecke zwischen Markuskrankenhaus und Friedberger Warte für 52 Millionen Euro gebaut werden. Majer hatte das Vorhaben im vorigen Jahr dafür zunächst aus der Schublade holen müssen.

Denn dort hatte es in den vergangenen Jahren unter seinem Vorgänger Klaus Oesterling (SPD) noch geschlummert. Hauptgrund: Am Europaturm soll die Ringstraßenbahn die künftige Strecke der U4 kreuzen, wenn deren Lücke zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim geschlossen ist. Beides soll etwa zeitgleich Anfang des nächsten Jahrzehnts fertig werden. Weil sich aber die Umsteigestation je nach Variante des U4-Lückenschlusses ändert, die Entscheidung für die U4-Variante aber noch aussteht, wurde im Verkehrsdezernat zunächst auch nicht weiter an der „Ringbim“ gearbeitet.

Bau der Frankfurter Ringtram wurde bereits 2005 beschlossen

Bereits 2005 hatten die Stadtverordneten den Bau beschlossen und 2015 den Streckenverlauf festgelegt. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, ließ Majer die Planung wieder aufnehmen - und den kurzen Bauabschnitt am Europaturm aussparen. In der Vorplanung fehlt nun ein Blatt. „Das werden wir zeitnah nachreichen, sobald wir wissen, wie dort die U4 verläuft“, kündigt Wolfgang Siefert, persönlicher Referent von Majer, an. „Das wird bald kommen.“

Alle übrigen Unterlagen liegen aber vor. Sie zeigen im Detail, wie die 4,5 Kilometer lange Strecke von der Ginnheimer Landstraße über die Wilhelm-Eppstein-Straße, die Straße Am Dornbusch, den Marbachweg in Eckenheim und Preungesheim sowie die Homburger Landstraße in Preungesheim bis zur Friedberger Landstraße konkret gebaut werden soll. Zwischen Eckenheimer Landstraße und Gießener Landstraße soll die Ringstraßenbahn die Gleise der U5 mitbenutzen, ansonsten werden die zwei neuen Gleise weitgehend auf der Fahrbahn verlaufen.

Fußgänger, Radfahrer und Autos berücksichtigt

Geplant worden seien alle Haltestelle so, dass überall die neue Generation der 40 statt bisher 30 Meter langen Straßenbahnwagen halten könne, erklärt Wolfgang Siefert. Fahrrad- und Fußgängerverkehr seien „ordentlich untergebracht“ worden - so wie es Vorgabe der Stadtverordneten laut Beschluss von 2019 zum Ausbau der Rad-Infrastruktur sei. Die Planung sei „eine zeitgemäße Lösung, aber kein Luxus“, unterstreicht der Majer-Referent. Umgebaut werden auch alle Kreuzungen, alles wird barrierefrei.

Besonders sei darauf geachtet worden, dass der Autoverkehr weiter gut fließen könne, auch wenn sich die Autos auf einigen Abschnitten die Fahrbahn mit Trams teilen müssten. Das betrifft vorwiegend den westlichen Abschnitt des Marbachwegs sowie den Dornbusch. Siefert: „Das haben wir bis zum Schluss optimiert.“

Gegenüber ersten Varianten entsteht die Umsteige-Haltestelle am Sozialzentrum jetzt östlich der U-Bahnsteige auf dem separaten Gleiskörper, statt westlich der Kreuzung mit der Eckenheimer Landstraße. Dort hätten die Trams nämlich mitten auf der Fahrbahn gehalten. Auch werden die Umsteigewege für die Fahrgäste dadurch viel kürzer. Zwischen Gießener und Homburger Landstraße entsteht eine neue Haltestelle im grünen Mittelstreifen anstelle der bisherigen Busstopps am Fahrbahnrand.

Belange der Frankfurter Feuerwehr mussten berücksichtigt werden

Dass die Vorplanung nahezu fertig sei, hatte Stefan Majer bereits Anfang des Jahres erklärt. In der Zwischenzeit mussten noch letzte Fragen geklärt werden. Ein besonderer Knackpunkt war dem Vernehmen nach, dass die Feuerwehr trotz der Tram-Oberleitung weiterhin per Drehleiter die Häuser erreichen können muss. Auch dafür müssen eine Reihe von Parkplätzen wegfallen.

Die Ringstraßenbahn soll nicht nur die Innenstadt entlasten, indem sie in einem großen Halbkreis um sie herum führt. Vom Stadion kommend sollen die Bahnen via Uni-Klinik und Hauptbahnhof und Bockenheimer Warte bis Markuskrankenhaus fahren, dann über die Neubaustrecke. Von der Friedberger Warte geht es bis zur Rohrbachstraße, dann über Bornheim bis zur Hugo-Junkers in Fechenheim. Die Linie soll die Nummer 21 erhalten. Sie soll laut Nahverkehrsplan zwischen Hauptbahnhof und Ginnheim die 16 ersetzen, die dafür zusätzlich nach Höchst fährt. Nach Fechenheim soll sie statt der 12 fahren, die künftig zum Ernst-May-Platz rollt. Die dort bisher endende Linie 14 soll über Bornheim Mitte zu einer neuen Endstation am Prüfling verkehren.

Tram soll viel mehr Fahrgäste anlocken

Vor allem soll die „Ringbim“ die überlastete Buslinie M34 ersetzen. Da die Tram attraktiver ist, rechnet die Stadt mit einer Steigerung der täglichen Fahrgastzahl von 5000 auf 15 000. Die Tram-Haltestellen sollen weitgehend dort entstehen, wo es heute Bushaltestellen gibt. Allein die Haltestelle Wetzlarer Straße in Preungesheim sei noch „optional“ und werde je nach Betriebskonzept realisiert. Ebenso wird eine neue, optionale Haltestelle Am Eisernen Schlag in Ginnheim mitgeplant.

Die Pläne will der Dezernent im Mobilitätsausschuss vorstellen, auch die Ortsbeiräte werden gehört. Geben die Stadtverordneten Grünes Licht, folgt eine Kosten-Nutzen-Untersuchung, dann werden die Baupläne erstellt und eine Genehmigung eingeholt. Stehen die finalen Kosten fest, entscheiden die Stadtverordneten erneut, bevor die Ringtram gebaut wird. Rollen soll Sie ab etwa 2031.

Auch interessant

Kommentare