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Die Brombeeren wuchern und immer wieder landet Müll auf dem Grundstück an der Offenbacher Landstraße 392.

Grundstück an der Offenbacher Landstraße

Pläne für ungepflegte Brache

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Seit mindestens 15 Jahren liegt das Grundstück in der Offenbacher Landstraße 392 brach. Immer wieder gab die Brache Anlass für Beschwerden. Nun soll sie wohl bald bebaut werden.

Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt und sie brauchen Wohnungen. Weil es an großen Baugebieten fehlt, füllt sich langsam jede Lücke, die es in den Wohngebieten noch gab. Manchmal ärgern sich Nachbarn, wenn auf die letzten grünen Flächen im Quartier ein Wohnblock gepflanzt wird. In Oberrad könnte im Zuge des Baubooms nun endlich eine ungeliebte Brache verschwinden: Der Eigentümer des Grundstücks an der Offenbacher Landstraße 392 arbeitet an seinen Bauplänen.

Seit mindestens 15 Jahren liegt das Grundstück ungenutzt da. Und weil es langsam vermüllte und zuwucherte, gab es von Nachbarn und dem zuständigen Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) immer wieder Anlass zu Beschwerden: Im Januar 2002 wurde der Ortsbeirat zum ersten Mal aktiv und monierte, dass dort „Reste eines Hauses“ stünden, die beseitigt werden müssten. Fast drei Jahre später erfolgte der erneute Appell an den Magistrat, auf den Besitzer des „Ruinengrundstückes“ einzuwirken, „nun endlich auch die Mauerreste und das halbmeterhohe Unkraut zu entfernen“. Die Stadt, so hieß es im damaligen Antrag, solle „ihrer Aufgabe nachkommen, für ein erfreuliches Stadtbild zu sorgen.“

Tatsächlich aber, so erklärt Mark Gellert, Sprecher des Planungsamts, seien den Ämtern in einer solchen Sache die Hände gebunden. „Wir können die Instand- und Sauberhaltung eines Grundstückes nur fordern, wenn ohne entsprechende Maßnahmen Leib und Leben gefährdet sind.“ Auch sei für jedes Grundstück vorgeschrieben, dass es gegen das Betreten Unbefugter gesichert und umzäunt werden müsste: Die Mauerreste hätten damals als Grundstücksbegrenzung und Ergänzung des Bauzaunes gedient. Grundsätzlichen Einfluss darauf, was jemand mit seinem Eigentum anstelle, ob er es also bebaue oder brach liegen lasse, könne die Stadt so gut wie gar nicht nehmen.

Doch inzwischen, so hat Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) festgestellt, sieht der „Schandfleck“ so wild aus, dass die Stadt sich wohl doch werde drum kümmern müssen: „Auf dem Areal wird mitunter Stahl abgelegt, wenn Rostwasser ins Grundwasser einsickert, beeinträchtigt das die Gesundheit“, erklärt er und kündigt an, dass sich der Ortsbeirat demnächst erneut an die Stadt wenden werde.

Doch auch wenn es auf dem Grundstück selbst nicht erkennbar ist, hinter den Kulissen scheint sich etwas zu tun. Etliche Jahre hatte das Areal einer Erbengemeinschaft gehört. Die hatte 2004 zwar mal eine Bauvoranfrage gestellt, danach passierte allerdings für Jahre nichts mehr. Im vergangenen Jahr nun wurde die Immobilie verkauft, sie gehört nun einer Vermögensverwaltung in Neu-Isenburg. Deren Mitinhaber Alexander Fiedler versicherte im Gespräch mit der FNP, dass man das Grundstück bald nutzbar machen, sprich bebauen wolle. Es habe schon erste Gespräche mit Architekten gegeben.

Geplant ist offenkundig eine Wohnbebauung, mehr wollte Fiedler zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. So vage wie die Pläne sind, ist anzunehmen, dass in diesem Jahr noch kein Bagger rollen wird. Im nächsten Jahr aber, das bestätigt auch Fiedler, solle der Bau losgehen.

„Auch in Oberrad müssen wir uns um die Schaffung neuer Quartiere bemühen“, weiß Ortsvorsteher Becker. An einer Stelle wird bereits gebaut: Anfang Januar setzte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Spatenstich für zwei Wohnhäuser an der Ecke von Gräfendeichstraße und Im Wiener – insgesamt 46 Wohnungen sollen dort entstehen.

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