Die Planungen laufen, 2020 sollen die Arbeiten fürs Neubaugebiet zwischen Bonames und Harheim beginnen.
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Die Planungen laufen, 2020 sollen die Arbeiten fürs Neubaugebiet zwischen Bonames und Harheim beginnen.

Wohnraumversorgung in Frankfurt

Planungsdezernent Olaf Cunitz: Keine Alternative zu Bonames-Ost

  • vonDieter Deul
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Autoverkehr, U-Bahnanschluss, Verdichtung und Schulen – die Nachbarn aus Harheim sehen vielfältige Probleme im Neubaugebiet Bonames-Ost.

Die Vorstellung der Pläne für das neue Baugebiet „Am Eschbachtal“ - früher „Bonames-Ost“ genannt -, das zum Teil auf Harheimer Gemarkung liegt, mobilisierte so viele Zuhörer, dass vor der Ortsbeiratssitzung eigens eine Trennwand zwischen zwei Räumen im Bürgerhaus geöffnet werden musste. Vor allem die Sorge vor weiteren Verkehrsengpässen sorgte für Diskussionen. Es gab aber auch Hoffnung, dass in Bonames-Ost bald ein lange gewünschtes Gymnasium entsteht.

Die Harheimer fürchteten, dass sie künftig weite Umwege in Kauf nehmen müssen, weil der Harheimer Weg im neuen Wohngebiet führt. Stadtplaner Jörg Stellmacher-Hein beruhigte sie: Die Hauptverbindungsstraße erhalte eine lange Schleife, werde „etwas umgebogen“. Viele fürchteten, dass es trotzdem noch enger wird. Die Berner Straße sei jetzt schon dicht, die veröffentlichte Planung daher „verantwortungslos“, meinte ein Zuhörer und erhielt Applaus. Es werde auf dem Weg zur A 661 noch mehr Staus geben, man solle die alte Autobahnausfahrt Bonames wieder öffnen und eine Parallelstraße zur Berner Straße bauen, lauteten einige Vorschläge.

Das sei nicht machbar, so Stellmann-Hein. Die Verkehrsmengen auf der Autobahn zur Wiedereröffnung der Ausfahrt reichten nicht aus, „außerdem wäre das für Bonames eine Verschlechterung“. Und eine Parallelstraße zur Berner liege außerhalb des Planungsbereiches.

Stellmann-Hein verwies auf widerstreitende Interessen. Ein Beispiel sei die Einbindung der U-Bahn-Haltestelle an der neuen Ortsrandstraße. Während der Bonameser Ortsbeirat eine Schranken fordere, wolle der Harheimer eine Unterführung. „Das ist eine politische Entscheidung“, es gibt Schranken. Und die bleiben mindestens 30 Minuten pro Stunde unten. Dem Unmut der Zuhörer über dieses Hindernis entgegnete er mit dem Hinweis, die Schließzeiten der Schranken an den Haltestellen Bonames und Kalbach seien genauso lang. Auch die Stellplätze an der neuen U-Bahn-Station sind ein Politikum. Sie sollen, so die Planer, absichtlich keinen zusätzlichen Pendlerverkehr anziehen und deswegen auch nicht „Park &Ride“ heißen. Auf 40 verdoppelt wird ihre Zahl dennoch.

Ein zweites großes Thema war die Größe des Wohngebiets. Der CDU-Fraktionsvorsitzende, Bernd Kölling, erinnerte daran, dass Harheims Ortsbeirat sich schon damit beschäftige: „Erst waren es 900, dann 1200, später 2000 und jetzt

1580 Wohneinheiten

.“ Diese Verdichtung sei nun „verträglich, der Ortsbeirat wird sich dafür entscheiden“, sagt an. Christoph Schmidt-Lunau von der Bürgerinitiative „L(i)ebenswertes Bonames“ hingegen argumentierte, die Planung sei besser geworden, „aber noch zu dicht“. Der Harheimer Ortsbeirat solle an der von ihm vor zwei Jahren geforderten Obergrenze von 1360 Wohneinheiten festhalten. „Bleiben Sie in dieser Frage hart!“, appellierte er, denn

1580 Wohneinheiten

mit 4000 Neubürgern und dazu das Gymnasium brächten Verkehrsbelastungen bis nach Nieder-Eschbach hinein.

Hoffnung machte den Harheimern die Zusage von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne), das Neubaugebiet sei wegen „des immensen Bedarfs an Gymnasialstandorten“ neben Westhausen und dem Uni-Campus Westend „zeitnah“ einer von drei neuen Bauplätzen. Am besten sei es, so ein Harheimer Elternbeiratsvertreter, „das Gymnasium zu bauen, bevor etwas anderes gebaut wird.“ „Erst Schule, dann Häuser“, forderte ein weiterer Zuhörer. Doch Cunitz ließ sich nicht auf nähere Zusagen ein.

2020/21 könne es losgehen, schätzte Projektleiter Ingo Lachmann vom Planungsamt. Zunächst werde die Ortsrandstraße zur Erschließung des Areals gebaut. Dann solle das Neubaugebiet nach und nach von Norden her bebaut werden. Neben Wohnungen entstehen vier Kitas, eine Grundschule und eine Wache der Berufsfeuerwehr. Lachmann betonte, es gebe viele Grünflächen. Nicht nur durch die Einbindung in den neuen Grüngürtelpark Nieder-Eschbach, sondern auch durch begrünte Innenhöfe der Bebauung. Dafür seien etwas aufwendigere Tiefgaragen zu bauen.

An neuen Baugebieten führt für Planungsdezernent Olaf Cunitz kein Weg vorbei. „Wir haben derzeit 30 Bebauungspläne in Frankfurt.“ Das Baugebiet Am Eschbachtal in Bonames-Ost sei ein „Baustein zur Wohnraumversorgung, die für Frankfurt notwendig ist.“

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