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Schauspieler Stefan Pescheck bekämpft die Aufregung vor einem Auftritt mit einem Plüschtier, doch der Pinguin, den ihm sein Freund schenkte, ist nicht in diesem Haufen.

Schauspieler Stefan Pescheck

Plüsch-Pinguin gegen Nervösität

Schauspieler Stefan Pescheck wird einfach nicht älter, jedenfalls nicht auf der Theaterbühne. Seit Jahren spielt der Hesse in der Verwechslungskomödie „Patrick

Schauspieler Stefan Pescheck wird einfach nicht älter, jedenfalls nicht auf der Theaterbühne. Seit Jahren spielt der Hesse in der Verwechslungskomödie „Patrick 1,5“ einen Fünfzehnjährigen, obwohl er im echten Leben inzwischen doppelt so alt ist. „Das Stück bricht eine Lanze für die Homo-Ehe mit Kind, noch bis 2018 sind wir damit auf Tour“, sagt er und taucht zum Spaß in einen Berg Kuscheltiere. „Dem Paar wird statt eines Kleinkindes ein krimineller Teenager vermittelt, und was dann kommt, ist frech, witzig und stimmt nachdenklich“, erläutert er.

Trotz des Stresses während der Tour bleibt ihm noch genügend Zeit im „Theatrallalla“-Theater an der Friedberger Landstraße den Indianer zu geben. Ab Mittwoch, 18. Mai, steht Pescheck mit Theater-Chef Thomas Bäppler-Wolf alias Bäppi La Belle und Autor Viktor Vössing in der Bühnen-Prärie. „Winnetuck“ heißt die rosa Sing-Komödie, in der Stefan Pescheck gleich drei Rollen mit Federschmuck übernimmt. Karl May lässt aus der Ferne grüßen, wenn die Geier über Peschecks Bösewicht „Laktose Charly“ ihre Kreise ziehen.

„Das kleine Theater reizt mich einfach, und Bäppi fand ich schon im Volkstheater-Stück ,Ein Käfig voller Narren’ klasse“, erklärt er, warum es ihn nach Frankfurt zieht.

Zum Auftakt von „Kreischalarm in der Prärie“, so der donnernde Untertitel des Theaterstückes, hat sich Besuch aus der ländlichen Heimat angekündigt, „meine Eltern kommen zu jeder Premiere“, erzählt das Talent aus dem Kinzigtal.

Seine Spielfreude zeigte sich früh: „Ich war drei Jahre alt, als ich allen kundtat, dass ich später auf die Schauspielschule gehen werde, was tatsächlich so kam. Jeden Sonntag baute ich unser Wohnzimmer in Biebergemünd zu einer Bühne um und führte meinen Eltern selbst ausgedachte Theaterstücke vor.“ Nach dem Studium in Aschaffenburg kamen Kurzfilme, Werbespots und kleine TV-Auftritte – unter anderem war Pescheck auch schon in der Krimiserie „Tatort“ schauspielerisch aktiv.

Gleich im Oktober will der Schauspieler im „Theatrallalla“ nachlegen, auf den Indianer folgt die Rolle des Conférenciers im Stück „Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf“. Eine Stripperin kommt trotz Ansage nicht auf die Bühne, dennoch fallen die Hüllen – jedoch nur in den Köpfen der Zuschauer.

„Viel Text. Ich lerne schon fleißig. Das ist mein erstes Solostück, in dem ich auch singe“, verrät der Schauspieler. Als er hört, dass der Autor dieser anspruchsvollen Tragikomödie, der Schriftsteller Bodo Kirchhoff , in Sachsenhausen lebt, wird er sichtlich nervös. „Ich würde mich riesig freuen, wenn er zur Premiere kommt“, meint er tapfer.

Denn Pescheck leidet unter Lampenfieber. Was ihm gegen die Nervösität vor dem Auftritt schließlich immer geholfen habe, sei sein Pinguin: „Das ist so ein Ritual, das ich eingeführt habe. Das Plüschtier muss einfach dabei sein. Mein Freund, der Polarforscher ist, hat mir diesen Pinguin geschenkt. Ein ganzes Jahr hat er auf der norwegischen Insel Spitzbergen geforscht, eine harte Zeit im Eis. Raus ging es zum Schutz nur mit dem Gewehr, wegen der Eisbären. Klar, dass es da für mich ein Tier aus der Antarktis sein musste.“

Für seinen ersten Bühnenauftritt in der Mainstadt läuft sich Stefan Pescheck warm mit einer Männerstrip-Posse am Darmstädter Westside Theatre. Dort lässt er noch bis Ende April die Hosen runter: „Zum Schluss bin ich splitternackt, wie meine Mitspieler auch.“ So mutig wie er ist, wird ihn wohl auch ein „Winnetuck“ nicht umhauen.

(fai)

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