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Tödliche Schüsse in Frankfurt schocken Anwohner – Polizei tappt noch im Dunkeln

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Von: Sabine Schramek

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Hier starb der 38-Jährige auf den am frühen Montagabend mehrere Schüsse abgegeben wurden. FOTO: Sabine Schrameck
Hier starb der 38-Jährige, auf den am frühen Montagabend mehrere Schüsse abgegeben wurden. © sabine schramek

Ein Tatverdächtiger (40) wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Die Polizei sucht nach Hinweisen auf das Motiv.

Frankfurt – Am Tag nach den tödlichen Schüssen auf einen 38-Jährigen bedeckt rötlicher Sand den Boden, dort, wo das Opfer am Vorabend seinen Verletzungen erlag. Polizeibeamte der Spurensicherung und der Mordkommission sind den ganzen Tag lang mit weiteren Untersuchungen rund um die Heerstraße in Frankfurt beschäftigt. Reste von Absperrbändern erinnern zwischen Supermarkt und Tankstelle, Autohäusern und Wohnungen an die Ereignisse vom Vortag.

Der mutmaßliche Täter, ein 40 Jahre alter Mann, wurde noch am Montag verhaftet. Bei seiner Festnahme habe er keinen Widerstand geleistet, teilt die Polizei mit. Gestern wurde er dem Haftrichter vorgeführt, auch die Obduktion des Getöteten war für gestern angesetzt. „Das war eine Hinrichtung“, spekulieren Anwohner auf Facebook. Die Menschen im Stadtteil sind schockiert.

Nach tödlichen Schüssen in Frankfurt wertet Polizei Videoüberwachung aus

In einem Lokal in der Nähe des Tatorts haben Gäste und Mitarbeiter am Montagabend zunächst gar nichts mitbekommen. „Wir haben Fußball geguckt und nicht aus dem Fenster gesehen“, sagt ein Mitarbeiter. Kurz nach halb sieben Uhr abends sei plötzlich überall Blaulicht gewesen, „das war unwirklich“, berichtet der Mann, während Polizisten die Videoaufzeichnungen auswerten, die die vielen Überwachungskameras in der Nähe des Tatorts aufgenommen haben.

In einer Seitenstraße prangen in Gelb und Pink Markierungen auf dem Boden, die auf aufgefundene Patronenhülsen hindeuten. Zahlen von eins bis fünf zeigen die Stellen, an denen die Ermittler fündig geworden sind. In einer Mauer ist ein Einschussloch. Einige Passanten haben es knallen gehört. „Ob das Schüsse waren, weiß ich nicht“, sagt eine Frau. „Auf jeden Fall war es laut. Es kann auch ein Unfall gewesen sein.“ Zwei andere Leute haben gesehen, dass „jemand am Boden lag. Abgedeckt mit Plastik“.

Frankfurt: Mutmaßlicher Täter gab mehrere Schüsse auf das Opfer ab

Auf Nachfrage bestätigt die Polizei, „dass der 38-Jährige von mehreren Schüssen getroffen wurde. Mehrere Reanimierungsversuche sind leider fehlgeschlagen. Der Mann ist verstorben“. Über das Tatmotiv will die Polizei nicht spekulieren. „Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt“, so ein Sprecher am Dienstag.

Er weist darauf hin, dass angesichts der Festnahme niemand Angst haben müsse, dass noch jemand mit einer Waffe unterwegs sein könnte. Die Polizei sucht allerdings weiterhin nach Zeugen. Kameraaufnahmen weisen darauf hin, dass einige Passanten zum Tatort gelaufen seien, als das Opfer noch lebte, sich aber wieder abgewandt hätten. Vermutlich, weil sie von einem Unfall ausgingen und dachten, der mutmaßliche Täter werde sich um den Verletzten kümmern.

Anwohner haben nach tödlichen Schüssen in Frankfurter Stadtteil Praunheim Angst

Die ganze Nacht und den ganzen Dienstag war die Polizei im Einsatz. Großräumige Absperrungen, das Absuchen des gesamten Geländes und Vermessungen des Areals sollen weitere Hinweise geben. Ein Rucksack, der am Dienstagvormittag an einem Gebüsch neben dem Tatort lag und kurz darauf verschwand, hat nach Angaben der Polizei nichts mit der Tötung zu tun. Ob es eine Verbindung zu einem silbernen Mercedes gibt, der in der Nacht in einer Seitenstraße abgeschleppt wurde, ist offen.

Der Hintergrund der Tat ist weiterhin nicht bekannt. Die Polizei vermutet, dass sich die Männer kannten und es zu einem Streit kam. Darauf weisen auch die gesicherten Spuren hin, die entlang der Straße gefunden wurden. Ob es sich bei den Männern um eine private Bekanntschaft oder eine Geschäftsbeziehung handelt, ist offen. „Hier sind oft merkwürdige Gestalten unterwegs“, erzählt ein älterer Mann beim Einkaufen. „Wenn es dunkel ist, bleibe ich lieber zu Hause. So etwas kennt man eigentlich nur aus Krimis im Fernsehen, jetzt zeigt sich, dass sich Krimis überall abspielen können. Hoffentlich hat das Opfer keine Kinder“, sagt er bedrückt.

Hinweise zum Sachverhalt und Tathergang nimmt die Frankfurter Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 069/75551199 entgegen. (Sabine Schramek)

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