Giftige Substanz

Polizei schließt Vorsatz nach Vorfall in Ärztezentrum nicht aus

In einem Rödelheimer Ärztezentrum klagen 47 Menschen über Atemwegsbeschwerden. Der Grund: eine giftige Substanz im Fahrstuhl, die auch in Reinigungsmitteln vorkommt. Die Polizei schließt nicht aus, dass sie jemand vorsätzlich hinterlassen hat. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Der giftige Stoff, der am Montagnachmittag gegen 16 Uhr einen Großeinsatz in einem Ärztezentrum in der Radilostraße in Rödelheim ausgelöst hat (wir berichteten), ist dort möglicherweise absichtlich hinterlassen worden. Die Kriminalpolizei schließt eine vorsätzliche Ausbringung nicht aus und ermittelt unter Hochdruck in alle Richtungen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

46 Personen hatten laut Einsatzkräften über Atemwegsbeschwerden geklagt und waren ambulant behandelt worden, ein Mensch wurde vorübergehend ins Krankenhaus gebracht, hieß es gestern.

Laut Polizei handelt es sich bei der Substanz um einen chemischen Stoff, der sich auch in Reinigungsmitteln befindet. Um welchen Stoff es sich genau handelt und weshalb man eine vorsätzliche Ausbringung nicht ausschließt, könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die giftige Substanz war nach Polizeiangaben in einem Fahrstuhl. Von dort seien Dämpfe auf die umliegenden Flure und ins Treppenhaus gedrungen.

Ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr sprach von einem beißenden Geruch. Die

47 Betroffene

n mussten zunächst in den verschiedenen Praxen des Ärztezentrums ausharren. Dort seien sie sicher gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Erst als der Flur entlüftet war, durften sie die Praxen verlassen, sie seien nach draußen gebracht und dort behandelt worden.

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit rund 70 Kräften und 27 Fahrzeugen im Einsatz. Die Radilostraße war voll gesperrt.

(dpa)

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