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In Fulda steht Polizeipräsident Günter Voß vor einem Fahrzeug, mit dem auf die Kampagne ?Senioren sind auf Zack? hingewiesen wird.

Kriminalität

Polizei veranstaltet in ganz Hessen Informationskampagnen für Senioren

Ältere Menschen sind für Kriminelle eine lohnenswerte Zielgruppe. Deswegen sind Senioren zunehmend Betrugsversuchen ausgesetzt. Die Polizei in Hessen hält mit Präventionskampagnen dagegen, informiert, klärt auf und gibt Tipps. In Osthessen wird die Aktion ausgeweitet.

Senioren geraten immer stärker in das Blickfeld von Kriminellen. Mit diversen Tricks versuchen sie, ältere Bürger zu betrügen oder zu bestehlen. „Sie werden häufiger durch Eigentums- und Vermögensdelikte geschädigt und sind bei Trickdiebstahl und Betrug überrepräsentiert“, sagt Christoph Schulte, Sprecher des Hessischen Landeskriminalamts (LKA). Senioren seien für Verbrecher in einer alternden Gesellschaft „ideale Opfer“. Während derzeit noch ein Fünftel der Bürger in Hessen über 65 Jahre ist, wird es im Jahr 2050 ein Drittel sein. Deswegen laufen in ganz Hessen Informationskampagnen der Polizei zur Vorbeugung. In Osthessen wird sie wegen des großen Erfolgs ausgeweitet, wie der Fuldaer Polizeipräsident Günther Voß sagte.

Das LKA warnt mit Blick auf die Kriminalstatistiken: „Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere Menschen betroffen sein können.“ Den Kriminellen wird es dabei zuweilen auch leichter gemacht als früher: „Es ist verstärkt zu beobachten, dass Tricktäter vermehrt auch Senioren-Wohnhäuser und -wohnanlagen aufsuchen, da die dortigen Pförtnerdienste in zunehmendem Maße abgebaut werden“, sagt Schulte.

Warum Senioren für Kriminelle eine lohnenswerte Zielgruppe sind, erklärt das LKA so: Mit zunehmenden Alter nehmen körperliche und geistige Fähigkeiten ab. Das nutzen Täter gezielt aus. „Ältere Menschen erscheinen den Tätern aufgrund ihrer in der Regel fehlenden Rechtskenntnis, aber auch ihrer möglichen

Leichtgläubig

keit und Hilflosigkeit verbunden mit einer Überforderung in der spontanen Tatsituation als „ideale Opfer“.“ Darüber hinaus leben ältere Menschen oft isoliert und sind –zumindest in der akuten Tatsituation – auf sich allein gestellt.

Wegen des erhöhten Sicherheitsbedürfnisses von Senioren tut die Polizei mehr. Präventionsarbeit gewinne immer größere Bedeutung, sagt LKA-Sprecher Schulte. In Osthessen etwa sind die Erfahrungen damit sehr positiv. Die Beamten weiten dort eine Kampagne aufgrund großer Nachfrage aus. „Wegen der guten Rückmeldungen planen wir für das kommende Jahr eine Fortsetzung des Programms. Anfragen von Städten und Gemeinden liegen uns bereits vor“, sagte Voß. Die Kampagne heißt: „Senioren sind auf Zack“. „Großes Interesse und Informationsbedarf bestand bei den Vorträgen zum Thema „Sicherheit im Internet“", erklärte Voß.

Wesentlicher Auslöser für die Initiative der Polizei in Osthessen war, dass auch dort Senioren häufig Betrugsdelikten zum Opfer fallen. „Enkeltrick, falsche Microsoft-Mitarbeiter, Schockanrufer oder falsche Polizeibeamte sind Maschen, mit denen Betrüger am Telefon im Erfolgsfall hohen Vermögensschaden anrichten und Menschen um die Ersparnisse eines ganzen Lebens bringen“, erläuterte Voß.

Auch in anderen Landesteilen versucht die Polizei die Senioren-Sicherheit zu stärken. In allen sieben Polizeipräsidien wird das Thema durch Sicherheitsbeauftragte für Senioren (SfS) betreut. In Frankfurt zum Beispiel sind 26 von ihnen in den Stadtteilen aktiv. Die ehrenamtlichen Sicherheitsberater fungieren als Multiplikatoren der Polizei und informieren auf unterschiedliche Weise. Die Frankfurter Polizei hält in den Stadtteilen pro Jahr mehr als 60 Vorträge bei Senioren-Nachmittagen. Und es gibt auch Bürgersprechstunden in den Revieren.

Auch in Nordhessen ist die Polizei aktiv auf diversen Wegen unterwegs. Die landesweite Einführung der Sicherheitsberater bezeichnet Polizeisprecher Torsten Werner als „Meilenstein in der Präventionsarbeit“. Fachberater der Kriminalpolizei lieferten pro Jahr in rund 100 Veranstaltungen konkrete Präventionstipps. Die Bilanz in Nordhessen fällt positiv aus: Immer mehr Tatversuche seine nicht von Erfolg gekrönt. Bei Betrügereien am Telefon sei immer häufiger festzustellen, „dass die Angerufenen sich richtig verhalten und einfach auflegen, wenn Unbekannte Geldforderungen stellen“.

(lhe)

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