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Sechs Jahre war er Vize-Chef der Frankfurter Polizei gewesen. Doch nun verlässt Walter Seubert das Präsidium an der Miquelallee für neue, spannende Aufgaben.

Karrieresprung

Polizei-Vize ist jetzt Hochschulrektor

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Walter Seubert verlässt das Frankfurter Polizeipräsidium und führt in Wiesbaden Schulen zusammen.

Dr. Walter Seubert (46), ist seit fast sechs Jahren Vizepräsident des Polizeipräsidiums Frankfurt. Jetzt hat er diese Institution verlassen und ist seit Montag neuer Rektor der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV). Dies teilte Seubert in einem Facebook-Post mit. Bis gestern hatte er rund 200 Kommentare auf seinen Eintrag erhalten: Danksagungen, Bedauern für Frankfurt, Glückwünsche für seine Zukunft.

"Nach knapp sechs Jahren als Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Frankfurt habe ich am Montag mein Bestellungsschreiben zum Fachbereichsleiter Polizei und kommissarischer Rektor der HfPV erhalten. Es waren spannende, herausfordernde und vielfältige Zeiten in Frankfurt, auf die ich in großer Dankbarkeit zurückschaue. Ein herzliches Dankeschön gilt all jenen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte und die mich unterstützt haben. Weiterhin wurde ich in der neuen Funktion mit der Gründung der geplanten Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit beauftragt. Auf diese neuen Aufgaben freue ich mich sehr", schrieb Seubert auf Facebook.

Gegenüber der FNP erinnert sich Seubert an die Veränderungen und Ereignisse bei der Polizei: "Als ich ins Amt kam, waren gerade die EZB-Proteste. Es gab den NSU 2.0. Die Zusammenlegung von Revieren und die stärkere Präsenz der Beamten auf der Straße waren eine Verbesserung." Alles sei eine Gemeinschaftsleistung gewesen, und er sei sehr dankbar für diese Zeit in Frankfurt. "Jetzt leite ich die Hochschule, und es ist spannend, hier etwas Neues zu schaffen."

In Hessen werden jetzt die Hochschule für Polizei und Verwaltung, die Polizeiakademie Hessen und die Zentrale Fortbildung Hessen unter einem Dach gebündelt. Dies teilte der hessische Innenminster Peter Beuth (CDU) gestern mit. "Dr. Walter Seubert ist ein erfahrener Verwaltungsfachmann und ein geschätzter Polizeiexperte. Als Vizepräsident in Frankfurt ist er weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und ich schätze ihn als klugen Strategen und Ratgeber", so Beuth. "Der Wechsel von Dr. Walter Seubert an die HfPV ist ein starkes Signal für die Ausbildung der Anwärter im gehobenen Polizeivollzugsdienst sowie im gehobenen Dienst der allgemeinen Verwaltung." Das Land will, wie es im Koalitionsvertrag stehe, die drei Aus- und Fortbildungseinrichtungen weiterentwickeln und gemeinsam stärken. "Dr. Walter Seubert ist der richtige Mann für diese wichtige Aufgabe", so der Innenminister.

Seubert ist Frankfurter. Er wohnt mit seiner Frau und den drei Kindern in Kalbach. In Frankfurt machte er Abitur, an der Goethe-Universität studierte er Jura, promovierte 2004 zu einem europarechtlichen Thema. 2003 trat er als Regierungsoberrat in die hessischen Landesverwaltung ein. Er war zweieinhalb Jahre im Personalreferat des Landespolizeipräsidiums, dann Leiter des Referats für Verfassungsschutz im Innenministerium. Von 2010 bis 2012 war er Kanzler der Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden, danach wurde er Leiter des Personalreferats im Landespolizeipräsidium.

In seiner Freizeit war Seubert politisch als CDU-Mitglied in der Kommunalpolitik aktiv: Ab 1994 stellvertretender Vorsitzender der CDU Praunheim/Westhausen, von 2007 bis 2013 als deren Vorsitzender. Er war im Ortsbeirat 7 und Mitglied im Kreisvorstand der CDU sowie Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.

Diese Ämter hat er mit seiner Ernennung zum Polizeivizepräsident 2015 ruhen lassen. "Das wird auch so bleiben", sagte Seubert gestern. Wieder aktiv Politik zu machen, das plane er nicht, versicherte er. thomas j. schmidt

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