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Freut sich: Der Stiftungsvorsitzende Roland Kaehlbrandt.

Deutscher Stifterpreis 2016

Polytechnische Gesellschaft wird geehrt

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Im Jahr ihres 200-jährigen Bestehens erhält die Polytechnische Gesellschaft den Deutschen Stifterpreis 2016 – als erster Verein überhaupt. Das wurde auf dem Neujahrsempfang der Stiftung Polytechnische Gesellschaft verkündet.

In den seltensten Fällen werden auf Neujahrsempfängen wirkliche Neuigkeiten verkündet. Da wird sich lieber für das Handeln im vergangenen Jahr auf die Schulter geklopft und nur ein vager Blick in die Zukunft, verbunden mit Träumen und Wünschen, geworfen – nicht so beim Neujahrsempfang der Stiftung Polytechnische Gesellschaft im Haus am Dom. Dort konnte verkündet werden, dass der 200 Jahre alte Verein Polytechnische Gesellschaft, sprich: die Mutter der Stiftung, mit dem Deutschen Stifterpreis 2016 geehrt wird – als erster Verein überhaupt. Der Preis wird am 13. Mai in Leipzig verliehen.

„Das macht uns sehr glücklich“, sagte Walther von Wietzlow, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft und Vorsitzender des Stiftungsrats, der die freudige Nachricht überbrachte. „Das ist eines der schönste Geburtstagsgeschenke in diesem Jahr.“ Am 24. November feiert der Traditionsverein seinen

200. Geburtstag

in der Paulskirche.

Mit der höchsten Auszeichnung im europäischen Stiftungswesen würdigt der Bundesverband Deutscher Stiftungen das Engagement der Polytechniker als Gründerin der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte sowie der Wöhler-Stiftung. Insbesondere die Arbeit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist von der Jury des Bundesverbands gewürdigt worden. Sie sei eine „Vorbildliche Projektschmiede“, deren Ideen oftmals ihren Weg weit über Frankfurt hinaus gefunden hätten. Dazu zählen etwa der Deutsch-Sommer, die Stadtteilbotschafter sowie das Diesterweg-Stipendium.

„Wer sich für Bildung und Soziales engagieren will, der kommt an der Polytechnischen Gesellschaft nicht vorbei“, sagte denn auch Ann Kathrin Linsenhoff. Die Olympiasiegerin im Dressurreiten arbeitet mit ihrer Stiftung eng mit den Polytechnikern zusammen, hat das Diesterweg-Stipendium nach Offenbach gebracht und engagiert sich bei der Internetplattform „Frankfurt hilft“. „Menschen, die sich engagieren wollen, haben in diesen Zeiten viel zu tun“, sagt sie. „Noch fehlen Konzepte, um die Herausforderungen zu meistern. Dabei können Stiftungen aber helfen. Man muss ja nicht immer gleich das große Rad drehen. Impulse geben reicht.“

Das will auch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft weiterhin tun, wie der Vorsitzende der Stiftung Roland Kaehlbrandt versprach. „Wir fördern Menschen mit Potenzial in dieser Stadt, das gilt auch für diejenigen, die hier Schutz suchen“, so Kaehlbrandt. Deshalb solle der Deutsch-Sommer, eine intensive Sprachförderung für Drittklässler, erstmals auch für Flüchtlingskinder geöffnet werden. „Es kommen große Herausforderungen auf uns zu. Aber die Herausforderung muss auch mit uns rechnen“, sagte Kaehlbrandt, der sich sogleich seines Jacketts entledigte, um am Keyboard den Stiftungschor zu begleiten, der den Gospelsong „Oh Happy Day“ anstimmte.

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