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Porsche in Reparatur: Mann will Entschädigung, weil er Ford fahren muss

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Ein Mann aus Frankfurt muss seinen Porsche reparieren lassen und klagt, weil er auf seinen Zweitwagen umsteigen muss.

Frankfurt - So groß das Fahrvergnügen hinter dem Steuer eines Porsche 911 auch sein mag – im Reparaturfall kann dem Fahrer auch ein Ford Mondeo zugemutet werden. Zu dieser Entscheidung kam jetzt das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt und erteilte der Forderung nach einer Nutzungsausfallentschädigung eine Absage.

Laut Bild hatte ein Mann auf eine Entschädigung in Höhe von rund 4600 Euro geklagt, nachdem sein Sportwagen durch einen Unfall in der Werkstatt gelandet war. 112 Tage lang musste der Besitzer auf den Porsche 911 verzichten. Für diesen temporären Verlust wollte er vom Unfallverursacher einen finanziellen Ausgleich haben.

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Der Mann verwies darauf, dass ihm die Nutzung eines anderen Fahrzeuges nicht möglich bzw. nicht zumutbar gewesen sei. Zwar gehören ihm neben dem Porsche noch vier andere Autos. Doch, so die Begründung, zwei der Wagen würden von Familienangehörigen genutzt und ein weiterer sei für Rennen umgebaut und komme daher nicht in Betracht.

Ein Mann aus Frankfurt wollte während der Reparatur seines Porsche nicht auf seinen Zweitwagen umsteigen.
Ein Mann aus Frankfurt wollte während der Reparatur seines Porsche nicht auf seinen Zweitwagen umsteigen. © Christoph Schmidt/dpa

Der verbliebene Ford Mondeo Turnier sei für den Stadtverkehr zu sperrig und werde von der Familie lediglich als Lasten- und Urlaubsfahrzeug genutzt, so der Kläger. Das Frankfurter Gericht wollte diese Argumentation aber nicht gelten lassen. Die Nutzung des Ford-Kombis für Stadt- und Bürofahrten sei zumutbar, hieß es in der am Montag (5. September) veröffentlichten Entscheidung.

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Die Einschränkung des Fahrvergnügens stelle einen „immateriellen und damit nicht ersatzpflichtigen Schaden“ dar. „Dass es sich bei dem beschädigten Fahrzeug, einem Porsche 911, mithin einem Sportwagen, aufgrund seiner Motorisierung, Fahrleistung und Ausstattung um ein Fahrzeug aus dem deutlich gehobenen Marktsegment handelt, während es sich bei dem Ford Mondeo ledig um ein Mittelklassefahrzeug handelt, führt nicht zur Unzumutbarkeit der Nutzung des Ford Mondeo“, hieß es wörtlich.

Zuvor hatte bereits das Frankfurter Landgericht eine Nutzungsausfallentschädigung abgelehnt. Der Anspruch darauf entfalle, wenn der Einsatz eines Zweitwagens möglich und zumutbar sei. Die Entscheidung ist nicht anfechtbar.

Auch in einem anderen Fall trafen Frankfurter Richter jüngst eine wegweisende Entscheidung: Wenn SUV-Fahrer über Rot fahren, können Sie härter bestraft werden als andere Autofahrer. (dpa/red)

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