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Da hilft nur eins: Nase zuhalten! Die Mülltonnen von Karine Ade (links) und Iris Grund-Gerhardt im Heinrich Tessenow-Weg wurden wochenlang nicht geleert. 

Bei uns stinkt's gewaltig! 

Ärger in Praunheim – Mülltonnen sechs Wochen lang nicht geleert

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Im Heinrich-Tessenow-Weg in Praunheim wurden sechs Wochen lang die gelbe und die braune Tonne nicht geleert Temperaturen um die 35 Grad und volle Mülltonnen - das ist keine gute Kombination. 

Praunheim – Nur mit den Fingerspitzen fasst Iris Grund-Gerhardt den Griff des Mülltonnendeckels an, angewidert blickt sie zur Seite, als sie die Tonne öffnet suchen die ersten Fliegen den Weg ins Freie. Zugleich steigt ein unangenehmer Geruch empor. "So sieht es in einer Biomüll-Tonne aus, die fast sechs Wochen lang nicht geleert wurde. Und so riecht es auch", sagt Grund-Gerhardt und lässt den Deckel schnell wieder los. "Die Tonne lebt", habe ihr Sohn bereits gesagt.

Seit 25 Jahren wohnt die Familie Gerhardt nun schon im Heinrich-Tessenow-Weg, ebenso wie ihre Nachbarin Karin Ade. Nie habe es Probleme mit der Leerung der Mülltonnen gegeben - bis vor zwei Jahren. Da quollen diese das erste mal über. Und jetzt schon wieder. Immer und immer wieder haben Iris Grund-Gerhardt und Karin Ade sich deshalb bei den städtischen Entsorgungsbetrieben (FES) beschwert. Und auch den Siedlerverein habe man bereits eingeschaltet. Grund-Gerhardt übernahm den schriftlichen Teil, ihre Nachbarin Ade telefonierte sich durch zahlreiche Hotlines. "Wir sind bei der FES mittlerweile bekannt", sagen sie und lachen. Galgenhumor, sagen sie nur, anders ließe sich das alles nicht ertragen.

Ein falsch geparktes Auto wurde ihnen als Grund genannt, warum die Müllfahrzeuge nicht in die schmale Straße einfahren konnten. Ein Argument, das für die beiden Anwohnerinnen allerdings keines ist. "Das angeblich falsch geparkte Auto stand auf dem ersten Schrägparkplatz am Anfang der Straße. Den gibt es schon immer und noch nie gab es Probleme", sagt Ade, die ihren Müll deswegen auch schon zu ihrer Mutter in der Parallelstraße, den Theodor-Fischer-Weg, gebracht hat. Denn dort würden die Tonnen regelmäßig geleert.

Von einer Millimeterarbeit für die Mannschaften, die im Heinrich-Tessenow-Weg den Müll abholen, spricht derweil FES-Sprecherin Stephanie Pieper. "In der Straße ist es so eng, dass umsichtiges Parken nötig ist, um den Fahrzeugen nicht den Weg zu versperren", erklärt sie. Eine Vor-Ort-Begehung mit allen Beteiligten soll deswegen zur Klärung dieser Probleme führen. Zudem kündigte sie gestern Mittag an, dass die Tonnen noch heute, also am gestrigen Montag, geleert würden.

Praunheim: "So viel zum Thema Mülltrennung"

Dem war tatsächlich so, wie Iris Grund-Gerhardt der FNP mitteilte. "Meine Nachbarin hat sogar beim Einfahren in die Straße geholfen. Weil wieder ein Wagen dort parkte. Das Grundproblem ist also damit nicht behoben", sagt Iris Grund-Gerhardt, die ihre Mülltonne schon seit einigen Tagen nicht mehr an ihrem angestammten Platz stehen lässt. Denn der befindet sich direkt unter dem Küchenfenster, das sei nicht zu ertragen gewesen. Auf die gegenüberliegende Straßenseite hat sie die Tonne deswegen gerollt. "Einige Nachbarn entsorgten ihren Müll sogar bei sich auf der Arbeit. Oder werfen den Bioabfall wie auch das Plastik in den Restmüll. So viel zum Thema Mülltrennung", sagt Karin Ade.

Unerklärlich ist den Anwohnerinnen zudem die Tatsache, dass es mit der Leerung der grauen Tonne bislang nie Probleme gab. Auch nicht dann, wenn der von der FES angesprochene Parkplatz belegt gewesen sei. Das liege wahrscheinlich an den unterschiedlichen Fahrzeugen, erklärt Stephanie Pieper. Die Müllwagen, die die gelbe wie auch die braune Tonne abholen, seien etwas breiter und höher. Das könne zu Problemen bei den in der May-Siedlung typischen Vordächern führen. "Man muss genau darauf achten, dass man da nicht entlang schrabbt. Wie gesagt, es ist Millimeterarbeit", sagt die Sprecherin.

Volle Mülltonnen: Mikrofahrzeug kommt

Noch enger ist es allerdings in einer der Parallelstraßen, dem Messelweg. Dort ist deswegen ein Mikrofahrzeug unterwegs, um die Tonnen zu leeren. Eine Lösung, die sich auch die Anwohner des Heinrich-Tessenow-Wegs wünschen. Und eine Lösung, an der die FES bereits bastelt. "Wir arbeiten derzeit an der Umsetzung. Was uns noch fehlt, ist das Equipment", sagt Stephanie Pieper. Alle anderen Schwierigkeiten sollen bei einem Vor-Ort-Termin besprochen werden.

Als seien die Frankfurter nicht schon durch die Hitze geplagt gewesen, die Anwohner des Heinrich-Tessenow-Wegs traf es noch härter: Überquellende, stinkende Mülltonnen und Krabbeltierchen. Bäh – das braucht kein Mensch! Mehrfach haben sich die Bewohner bei der FES beschwert, nur passiert ist leider nichts. Die Tonnen sind immer noch voll. Nach einem Anruf von der Zeitung geht es plötzlich schnell - die Tonnen werden geleert. Traurig, dass das nicht ohne diesen funktionierte. Denn volle Biotonnen bei 40 Grad sind schlichtweg ekelhaft und unhygienisch.

Von Judith Dietermann

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