Westhafen Frankfurt

Premiere in Frankfurt: Aktiv-Wohnhaus wird Solar-Kraftwerk

Ein Haus, das mehr Energie produziert, als seine Bewohner verbrauchen, wurde in der Speicherstraße im Westhafen eröffnet. Damit ist Frankfurt einmal mehr führend beim Bau effizienter Wohngebäude.

Was von der Europäischen Union erst ab 2021 für neue Wohngebäude vorgesehen ist, kann heute bereits im Westhafen besichtigt werden. Das erste Mehrfamilienhaus nach dem neuen Standard „Effizienzhaus-Plus“ mit 74 Wohnungen produziert für seine Bewohner die nötige Energie für Heizung, Warmwasser, Hausstrom und Mobilität.  

Der Strom wird von 1330 Photovoltaik-Modulen an der nach Süden ausgerichteten Front und auf dem Dach des 160 Meter langen und 27 Meter hohen Gebäudes produziert. Darüber hinaus wird die Wärme eines in der Nachbarschaft vorbeilaufenden Abwasserkanals zur Wärmegewinnung genutzt. Die Gebäudehülle ist sehr gut gedämmt, die eingebauten Elektrogeräte sind außergewöhnlich sparsam im Verbrauch.

Bundesbau- und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ließ es sich nicht nehmen, für die Eröffnung aus Berlin anzureisen. Sie wies darauf hin, dass dieses Energiehaus-Plus „das größte in diesem neuen Standard gebaute Wohnhaus“ sei. Es solle, so hoffe sie, „bald zum Alltag werden“. Sie regte an, auch Schulen oder Universitäten nach diesem Standard bauen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte stolz: „Frankfurt positioniert sich mit diesem Projekt erneut als Stadt der Energiewende und des wissenschaftlichen Fortschritts.“ Bauherrin ist die städtische ABG-Holding. Deren Geschäftsführer Frank Junker erläuterte, dass die Mieten im Durchschnitt 13,50 Euro pro Quadratmeter kosten. Darin sind alle Kosten für Strom, Warmwasser und Wärme enthalten. Außerdem können die Bewohner die acht im Haus vorhandenen Elektroautos für eine begrenzte Strecke kostenlos nutzen.

Mit der Entwicklung des 23,8 Millionen Euro teuren Hauses hat die ABG vor vier Jahren zusammen mit dem Frankfurter Architekten Professor Manfred Hegger begonnen. Zu den Besonderheiten zählt ein Display in jeder Wohnung, über das Mieter den Verbrauch an Strom und Wärme einsehen und in Relation zu anderen Bewohnern setzen können. wyg

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