Überqueren nicht nur täglich den Gravensteiner Platz - benannt nach einer Apfelsorte -, sondern machen auch gerne mal halt: Annette Rinn, die Fraktionsvorsitzende der FDP im Römer, und Mischlingshund Filip.
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Überqueren nicht nur täglich den Gravensteiner Platz - benannt nach einer Apfelsorte -, sondern machen auch gerne mal halt: Annette Rinn, die Fraktionsvorsitzende der FDP im Römer, und Mischlingshund Filip.

Lieblingsort

Preungesheim: Ein Hauch von Piazza adelt den Frankfurter Bogen

  • vonKatja Sturm
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Sechs Wochen Sommerferien, die man in der Stadt verbringt, können ganz schön lang werden. Deshalb stellen wir täglich einen Lieblingsort vor. Heute nimmt uns FDP-Politikerin Annette Rinn mit auf den Gravensteiner Platz.

Preungesheim. -Ein Besuch an ihrem Lieblingsort ist für Annette Rinn Teil der morgendlichen Routine. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Andreas Eggenwirth und dem achtjährigen Mischlingshund Filip spaziert die Fraktionsvorsitzende der FDP im Römer zu früher Stunde erst durch die Grünanlagen nördlich des Gravensteiner Platzes, bevor sie diesen selbst überquert, um mit der Straßenbahn in ihr Büro zu fahren. Der Markt, der hier, im neuen Zentrum von Preungesheim, jeden Freitag stattfindet, ist sowieso "Pflichtprogramm" für die leidenschaftliche Köchin. Dort kommen viele Leute aus dem ganzen Stadtteil zusammen, "Altes und Neues verbindet sich", sagt Rinn. Für sie selbst bietet sich so eine Gelegenheit, zu hören, was die Bürger beschäftigt.

Der sogenannte Frankfurter Bogen ist in den Augen der Politikerin ein sehr gutes Beispiel dafür, "dass Neubaugebiete auch Vorteile haben". Sie selbst hatte sich vor mittlerweile mehr als 25 Jahren im Ortsbeirat für die Siedlung eingesetzt. Jetzt genießt sie die Aufwertung, die das Quartier dadurch erfahren hat.

Endlich habe Preungesheim den Mittelpunkt erhalten, der vorher fehlte. Einen Platz, der gerade in den Sommermonaten so etwas wie eine Piazza-Atmosphäre ausstrahlt, an dem die Einwohner zusammentreffen und miteinander Zeit verbringen. Das weitläufige Areal eigne sich bestens dafür, dass auch kleinere Kinder hier mit dem Fahrrad herumkurven und ihre Eltern, vor dem Eiscafé sitzend, sie jederzeit im Blick behalten können.

Ganz besonders freut sich Rinn darüber, dass es nun auch einen Buchladen in ihrem Stadtteil gibt. Selbst in Alt-Preungesheim aufgewachsen und heute in dem Haus in der Kreuzstraße wohnend, das ihr Urgroßvater vor mehr als 100 Jahren baute, habe sie das immer vermisst. Um ihre Lektüre zu kaufen, fuhr sie regelmäßig in die City, zu Carolus in die Liebfrauenstraße, den es auch nicht mehr gibt. Jetzt kann sie sich im Internet über das Angebot und Neuerscheinungen informieren und sie dann bei "Bücher im Bogen" bestellen und kaufen.

In dem gut sortierten Laden finden auch kleinere Veranstaltungen und Lesungen statt. Rinn selbst hat schon eine davon organisiert. Zu ausgewählten Kapiteln von Stevan Pauls "Schlaraffenland", einem Buch unter anderem "über die tröstliche Wirkung von warmem Milchreis", wurden dazu die passenden Gerichte serviert. Die Frankfurterin gründete 1997 mit Eggenwirth zusammen den Frankfurter Ableger von Slow Food, einer italienischen Initiative, die sich gegen McDonald's und Co. stemmt und Essen aus regionalen Produkten präferiert.

Rinn lobt die insgesamt verbesserte Infrastruktur durch den direkten Straßenbahnanschluss, die Gravensteiner Arkaden mit dem Lebensmittelgeschäft darin, die zusätzliche Gastronomie, Fitnessstudio und Friseur. Auch die Architektur gefalle ihr sehr, die vor Ort ebenso wie die "Villa Kunterbunt", wie sie die vielen verschiedenen Häuser im Abschnitt hinter der Gundelandstraße nennt.

Eine Apotheke könnte der Platz noch vertragen, meint sie. Andere Defizite wurden bereits beseitigt. Die Schwelle etwa, über die man, von der Endhaltestelle der Straßenbahn aus kommend, früher leicht stolpern konnte, weil sie kaum sichtbar war. Mittlerweile ist diese gelb angestrichen, der Schritt auf das leicht erhöhte Plateau dadurch sicherer.

An zwei Seiten verhindern seit 2019 Schranken, dass Unbefugte auf den Platz fahren und vor allem ältere Menschen und Kinder gefährden. 135 000 Euro wurden dafür investiert. Rinns Bilanz: "Es funktioniert." Katja Sturm

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