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Pro altem Handy gibt es 30 Punkte

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Von: Alexandra Flieth

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Kannste in die Tonne kloppen: Die Achtklässler der Elisabethenschule sammeln derzeit ausrangierte Elektrogeräte. Schulleiter Stefan Neureiter trug seinen Teil zu der Aktion bei. FOTO: enrico sauda
Kannste in die Tonne kloppen: Die Achtklässler der Elisabethenschule sammeln derzeit ausrangierte Elektrogeräte. Schulleiter Stefan Neureiter trug seinen Teil zu der Aktion bei. © sauda

Elisabethen-Schüler sammeln ausrangierte Elektrogeräte, um Rohstoffe zu recyclen

In Deutschland werden jährlich rund 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert. Statt diesen auf den Wertstoffhof zum Recycling zu bringen, schlummern vor allem alte Handys, Laptops, PCs oder auch Spielekonsolen in Schubladen, Schränken oder Kellern. Die wertvollen Rohstoffe, die darin enthalten sind, werden so einer Wiederverwertung entzogen mit der Folge, dass die Ressourcen auf der Welt weiter schrumpfen, obwohl es die Möglichkeit gebe, Materialien aus bereits bestehenden und nicht mehr genutzten Geräten wiederzuverwenden.

Bewusstsein schärfen

Um schon bei den Jüngsten ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es ist, Elektroschrott zum Recycling zurück in den Kreislauf zu geben, gibt es das Projekt "E-Waste Race" (Elektroschrott-Rennen) der gemeinnützigen Gesellschaft "Das macht Schule". Die Idee dahinter ist, dass Schulen innerhalb einer Stadt oder eines Bezirks sich über einen zuvor festgelegten Zeitraum daran machen, so viele elektronische Kleinstgeräte zu sammeln wie möglich. In Frankfurt beteiligen sich zehn Schulen an der als Wettbewerb gestalteten Aktion. Der offizielle Startschuss fiel jetzt in der Elisabethenschule und leitet damit das erste "E-Waste Race" in Hessen ein.

Das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit wird in dem Gymnasium großgeschrieben. Direktor Stefan Neureiter erzählt, dass in der Schulordnung nun auch das nachhaltige Handeln festgeschrieben sei. Als Grundsatz gelte daher, Müll zu vermeiden, Dinge wiederzuverwenden oder Rohstoffe in den Kreislauf zurückzuführen. Er habe daher auch schon einmal daheim geschaut und einen Taschenrechner mitgebracht, der nicht mehr funktioniere und dort nur in einer Schublade sein Dasein fristete - natürlich ohne Batterien.

Das elektronische Kleingerät gehört zu den ersten Teilen, die die am Wettbewerb mitmachenden Mädchen und Jungen noch bis zum 8. Juni sammeln werden - daheim, bei Freunden und in der Nachbarschaft. Dafür stellt die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) jeder Schule einen Sammelcontainer zur Verfügung, der nach Abschluss abgeholt und gewogen wird. Doch es geht bei der Ermittlung der Siegerschule nicht darum, wer über den Aktionszeitraum den meisten Schrott an Elektrokleingeräten gesammelt hat, sondern vor allem um die Art der elektronischen Geräte. "Es werden je gesammeltem Gerät Punkte vergeben", erklärt es Kathrin Ruhnke, Projektmanagerin bei "Das macht Schule". So gebe es zum Beispiel für ein Alt-Handy 30 Punkte, für einen Computer oder Laptop 40 Punkte und für ein Kabel 10 Punkte. Als Preis für die Sieger wartet am Ende ein Ausflug zur Klima-Arena in Sinsheim.

8. Klassen machen mit

An der Elisabethenschule engagieren sich Schüler der 8. Jahrgangsstufe für das Projekt. Zu ihnen gehören Johanna, Thorsten und Kaspar (alle 13 Jahre) aus der Klasse 8a. "Wir engagieren uns generell und haben auch einen 'Umwelt-Point' an der Schule, wo wir zum Beispiele unsere Druckerpatronen sammeln", erzählt Johanna. "Wir wollten diesen Gedanken erweitern und haben uns als Klasse für die Teilnahme am Wettbewerb beworben." Natürlich hoffen nun alle Mädchen und Jungen, dass möglichst viel Schrott an Elektrokleingeräten während des Aktionszeitraumes gesammelt wird.

Die Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner von den Grünen lobt das Engagement der Jugend für die Umwelt und findet die Aktion toll. "Wir müssen uns alle bemühen, mit den Ressourcen unseres Planeten sinnvoll umzugehen", sagt sie. "Die Mengen an Elektroschrott nehmen von Jahr zu Jahr zu, viel zu wenige dieser Geräte können repariert werden, weil die Geräte das nicht hergeben", beschreibt Monika Dorn vom Marketing des FES die Situation. Umso wichtiger sei es, dass die Wertstoffe wiederverwertet werden können. Wie wichtig die Schaffung eines Bewusstseins dafür ist, ungenutzte Elektrogeräte nicht mehr über Jahre daheim zu bunkern, beschreibt Beatrice Meyer, Referentin der Zurich Kinder- und Jugendstiftung, die das Projekt fördert: "Es ist insgesamt auch ein Rennen gegen die Zeit, denn die Rohstoffe auf dieser Welt werden immer knapper." Alexandra Flieth

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