1. Startseite
  2. Frankfurt

Pro: Das Jahr braucht besondere Tage

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Thomas Remlein
Thomas Remlein © FNP

Muss es im Leben wirklich mehr als alles geben: Kirschen im Dezember, Skifahren im August, Tanzen an Karfreitag? Muss jeder Tag wie der andere sein? Das muss er nicht.

Es gibt eine Zeit zu feiern und eine Zeit zu trauern. Bisher herrscht in Deutschland die Übereinkunft, dass der Karfreitag ein Tag zum Trauern und nicht zum Tanzen ist. Wer sich am Karfreitag in seinem Recht aufs Tanzen eingeschränkt fühlt, kann zu Hause eine Privatparty veranstalten.

Auch wenn es Discobetreibern aus kommerziellen Gründen nicht gefällt: Der Tanz ums goldene Kalb muss auch in einer Konsumgesellschaft für einige Tage im Jahr eingestellt werden. Eine Gesellschaft erhält ihre Identität nicht nur vom Konsum, sondern von gemeinsamen Feiertagsritualen.

Sie erlauben es, aus dem Alltag herauszutreten und sich neu zu orientieren. Den Karfreitag als stillen Tag preiszugeben, wäre symptomatisch für eine Gesellschaft, die den Preis von allem, aber den Wert von gar nichts kennt.

Auch interessant

Kommentare