Allerheiligenstraße Frankfurt

Problemviertel Frankfurter Allerheiligenstraße

Neben der Oberstufe im Gallus gehört die öffentliche Sicherheit im Allerheiligenviertel in diesem Jahr zu den drängendsten Problemen im Ortsbeirat 1. Die Ortsvorsteherin Eva Triantafillidou will die Wohnsituation stärken.

Derzeit ist es eher ruhig im Allerheiligenviertel. Das mag an der Winterpause liegen, vielleicht auch an der schon verbesserten Beleuchtung in der Allerheiligenstraße und der Kreuzung zur Stoltze- und Klingerstraße und zur Breiten Gasse. Doch sobald es ins Frühjahr geht, ist wieder mit Lärm, Prostitution, Drogenhandel und damit verbundenen Sicherheitsgefährdungen zu rechnen. Einen möglichen Schritt zur Entschärfung sieht Eva Triantafillidou in einem neuen Quartiersplatz in der Breiten Gasse.

„Wir müssen durch diesen Platz einen Treffpunkt mit öffentlicher Aufenthaltsqualität schaffen, an dem man sich wohl und sicher fühlt“, sagt die Stadtverordnete und Ortsvorsteherin des Ortsbeirats 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut). Im kommenden Jahr sollen die Weichen gestellt werden, soll der Magistrat die Kosten für den Erwerb des Grundstücks Breite Gasse/Albusstraße und die Planung des dort seit 2005 vorgesehenen Quartiersplatzes ermitteln und in den Haushalt einstellen. Ein wichtiger Schritt in einem abseitigen Viertel jenseits von Römer oder Hauptwache, in dem seit einem Jahr auch Kriminaldelikte beklagt werden.

So gab es bereits beim ersten Runden Tisch im Dezember 2013 im Gesundheitsamt zahlreiche Beschwerden über Belästigungen und sogar gewaltsame Übergriffe. Als Ursache stand schnell der Drogenhandel fest. Doch die Hoffnung, durch die Legalisierung von Cannabis dem dortigen Schwarzmarkt das Wasser abzugraben, scheitert vorerst an den nötigen Voraussetzungen in der Bundesgesetzgebung.

Ein halbes Jahr später hat sich die Situation nicht entschärft, berichten Anwohner gar von einer neuen Dealerwelle aus Frankreich und Belgien, verbunden mit Schlägereien und Messerstechereien. Die Polizei reagiert mit regelmäßigen Kontrollen durch Beamte in Zivil und Uniform, das Ordnungsamt kontrolliert entsprechend die Gastronomie, auch hinsichtlich erlaubter Sondernutzungen. Im zweiten Halbjahr bestätigte die Polizei noch einmal den dortigen Drogenhandel, ein signifikanter Anstieg sei jedoch nicht zu verzeichnen.

Die Gespräche am Runden Tisch und das Engagement der Interessengemeinschaft Allerheiligenviertel bleiben wichtige Instrumente zur Stabilisierung. „Wir müssen die Sicherheit und das Wohnen in diesem Viertel weiter fördern“, betont Triantafillidou. Möglich werden soll das auch durch eine Milieuschutzsatzung, die das gewachsene Wohnumfeld einschließlich der dort üblichen Mietpreise berücksichtigt – auch für den Fall, dass das Allerheiligenviertel mal für Investoren interessant werden könnte.

Auch für das Bahnhofs- und Gutleutviertel sowie das Gallus und Gutleut sei eine Milieuschutzsatzung eine geeignete Maßnahme, erklärt Triantafillidou weiter. Zumal in beiden Stadtteilen die Gentrifizierung durch das Westhafen- und Europaviertel ein Thema sei. Doch mit den anspruchsvollen Bauvorhaben gerade im Europaviertel wächst auch der Bedarf nach einer weiterführenden Schule – Grund genug für den Ortsbeirat 1, sich in diesem Jahr verstärkt für eine gymnasiale Oberstufe zu engagieren.

Nach einer Demonstration mehrerer Schulen vor dem Römer im April war es dann so weit: Der Magistrat verkündete, die geforderte Oberstufe für die westlichen innenstadtnahen Stadtteile im Gallus anzusiedeln. Als Standort wurde das frühere Sozialrathaus in der Krifteler Straße bestimmt.

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