+
Eigentlich allerbeste Wohnlage: das Domizil der ?FAZ? im Gallus an der Hellerhofstraße.

Ortsbeirat hat Vorstellungen

Nach dem Umzug 2021: Das soll mit dem FAZ-Gebäude im Gallus passieren  

  • schließen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) wird 2021 ihr neues Gebäude im Europaviertel beziehen. Der Ortsbeirat 1 fordert eine neue sozial verträgliche Wohnbebauung.

Die Medienlandschaft ist im Umbruch. Bleibt es bei den jetzigen Planungen, dann wird die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in drei Jahren in ein neues Hochhaus im Europaviertel ziehen und ihr jetziges Gebäude in der Hellerhofstraße und der Mainzer Landstraße für eine Neubebauung aufgeben. Eine Chance, die man sich angesichts des Wohnungsdrucks im Gallus nicht entgehen lassen sollte, wie Oliver Strank betont, Ortsvorsteher im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut).

In einem im Ortsbeirat verabschiedeten Antrag fordert Strank deshalb die Aufstellung eines Bebauungsplans, um eine Höchstzuweisung als Wohngebiet mit mindestens 50 Prozent gefördertem Wohnungsbau zu erreichen. „Ein Verfahren nach Paragraph 34 des Baugesetzbuchs lehnt der Ortsbeirat ausdrücklich ab“, betont Strank. „Denn nach diesen Vorgaben wäre nur eine Bebauung gefordert, die sich räumlich und architektonisch in die Umgebung einfügt.“ Doch über die Ausweisung als Wohnbebauung und die Infrastruktur würde nichts festgelegt.

Stattdessen soll nach der Vorstellung des Ortsbeirats gemeinschaftliches soziales Wohnen umgesetzt werden. Von den 30 Prozent geförderter Wohnungen sollen wiederum 50 Prozent auf dem zweiten Förderweg gefördert werden. Genossenschaftliches und gemeinschaftliches Wohnen soll auf 15 Prozent der Fläche vorgesehen sein. Eine öffentliche Nutzung mit Arztpraxen und Gemeinschaftspraxen ist für das Erdgeschoss vorgesehen.

Rasantes Wachstum

„Das Gallus ist innerhalb und außerhalb seiner einstigen Grenzen rasant gewachsen und wächst weiter“, betont Strank in seiner Begründung. Dagegen konnte der Bedarf an Schulen, Kindertagesstätten und sonstiger gemeinschaftlicher Flächen bislang nicht gedeckt werden. Ein Planungsverfahren nach Paragraph 34 sei schon deshalb problematisch, weil die nähere und weitere Umgebung um das FAZ-Gelände sehr heterogen sei. „Es ist ein Bebauungsplan zu erstellen, denn nur ein Bebauungsplanverfahren ermöglicht durch die Beteiligung der Bürger auch die nötige Akzeptanz“, betont Strank.

„Uns sind bislang noch keine detaillierten Planungen für das FAZ-Gelände bekannt“, erklärt der Sprecher des Planungsdezernats Mark Gellert auf Anfrage dieser Zeitung. Deshalb soll es möglichst noch in diesem Jahr einen Austausch mit der FAZ geben. „Aber auch unser Ziel ist ein gemischt genutztes Quartier, das sich in die Umgebung einfügt und die notwendige Infrastruktur bereitstellt.“

Die Gesamtplanung sei komplex, da die Baublöcke zwischen der Frankenallee und der Mainzer Landstraße nach Paragraph 34 Baugesetzbuch und teilweise nach dem Fluchtlinienplan F 376 zu beurteilen seien. „Ein Bebauungsplan B 557 existiert bislang nur für den Block östlich der Hellerhofstraße.“ Um für das Gesamtgelände eine qualitätsvolle Bebauung zu gewährleisten, tendiere man zwar zu einer Ausweitung des Bebauungsplans. Dies sei jedoch noch nicht entschieden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare