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Der ?Pulse of Europe? schlägt mittlerweile in 134 Städten in 20 Ländern.

Preisverleihung

Pulse of Europe: Deshalb werden die Initiatoren ausgezeichnet

Morgen wird das Frankfurter Ehepaar Röder in Berlin mit dem Bürgerpreis der deutschen Zeitungen ausgezeichnet. Das hat auch mit dieser Zeitung zu tun.

Erst war da ein Schock, und als der halbwegs verdaut war, kam noch ein Schock. Die Briten hatten sich für den Brexit entschieden, die US-Amerikaner Monate später Donald Trump zum Präsidenten gewählt. Und in einem Haus in Frankfurt saß in der Nacht vom 8. auf den 9. November 2016 das Ehepaar Röder und verstand die Welt nicht mehr. „Wir waren ernsthaft besorgt“, sagt Sabine Röder. „Wir mussten etwas machen“, sagt Daniel Röder. Noch während die Welt sich einen Reim auf Donald Trump zu machen suchte, setzte Daniel Röder sich an seinen Laptop und schrieb Mails an Freunde und Bekannte. Die Röders sahen Europa in Gefahr. Das war der Anfang von „Pulse of Europe“.

Was im Dezember 2016 mit Freunden und Bekannten auf dem Goetheplatz begann, entwickelte sich wie ein Schneeballsystem. Bereits im Frühjahr 2017 besuchten gut 6000 Teilnehmer die Kundgebungen der proeuropäischen Bewegung in der Frankfurter Innenstadt, immer wieder sonntags. In mehr als 30 Städten, in Paris und Amsterdam, in Warschau und Wien, taten es Tausende Menschen ihnen gleich, schwenkten Europafahnen, ließen blaue Luftballons steigen, nahmen sich bei den Händen zu Beethovens Ode an die Freude, der Europahymne. Mittlerweile gibt es „Pulse of Europe“-Aktivisten in 134 Städten in 20 Ländern.

Für ihr Engagement für die europäische Idee werden die Röders nun als „Deutschlands Bürger des Jahres“ ausgezeichnet. Das hat die Chefredakteursjury des „Bürgerpreis der deutschen Zeitungen“ am 18. September 2017 beim Zeitungskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Stuttgart entschieden. Das Ehepaar für die Auszeichnung vorgeschlagen hatten die Frankfurter Neue Presse sowie der Kölner Stadt-Anzeiger. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird Sabine und Daniel Röder am morgigen Mittwoch in Berlin übergeben. Die Laudatio vor rund 150 geladenen Gästen aus Medien, Kultur und Politik hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Zum achten Mal zeichnet der BDZV Bürger für ihr besonderes Engagement aus. Seit 2010 wird der Preis jährlich verliehen. Vorschläge für die Würdigung können ausschließlich von den Zeitungen eingereicht werden. Die Jury besteht aus den 259 Chefredakteuren der BDZV-Mitgliedsverlage. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem der Autor und Essayist Navid Kermani. die Gründerin des Vereins „Dresden – Place to be“, Elisabeth Ehninger, sowie der Gründer der Hilfsorganisation „Cap Anamur/Deutsche Notärzte“ und des „Friedenskorps Grünhelme“, Rupert Neudeck, ausgezeichnet.

(red)

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