An einem Bächlein helle: Wolfgang Diehl und Dieter Wolff, die sich dafür einsetzen, dass die Quelle für den Spielplatz als echte Attraktion genutzt wird. FOTO: hamerski
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An einem Bächlein helle: Wolfgang Diehl und Dieter Wolff, die sich dafür einsetzen, dass die Quelle für den Spielplatz als echte Attraktion genutzt wird.

Wasser aus Frankfurt

Quelle soll Berkersheimer Spielplatz bereichern

  • Friedrich Reinhardt
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Stadt prüft - Wasser muss aber hohe Anforderungen erfüllen

Außer der Kletterwand, dem Spielturm und dem Wipptier in der Ecke, hat der Spielplatz Herrenhof eine bisher eher ungewollte, zufällige Attraktion für Kinder. Aus der schmalen Lücke zwischen zwei Steinplatten, die den Hang abstützen, entspringt ein Rinnsal. Es fließt am Kletterturm vorbei und die Straße Am Wiesengarten hinab. Jeder Erwachsener und jedes Kind muss hinüber steigen, wenn er auf den Spielplatz will, oder patsch,patsch immer wieder hineintreten.

Plötzlich kam kein Tropfen mehr

Schon jetzt spielen die Berkersheimer Kinder mit der Quelle, erzählen Dieter Wolff und Wolfgang Diehl vom Bürgerverein Berkersheim. Enttäuscht sei Diehls Enkelin gewesen, als die Quelle in den trockenen Sommern der vergangenen Jahre versiegt sei. In diesem klatschnassen Sommer fließt sie wieder sehr zur Freude der Kinder und geht es nach Diehl und dem Bürgerverein, soll die Freude noch gesteigert werden. Der Verein will das Quellwasser in einem Becken auffangen und so die Spielmöglichkeiten erweitern.

Unterstützung hat der Verein beim Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) gefunden. Die "kindgerechten Nutzung des Wassers", solle die Stadt prüfen, forderte die CDU im Ortsbeirat und das Stadtteilgremium schloss sich dem Vorschlag einstimmig an. Auch die Stadt "unterstützt die Initiative, die "Quelle" in den Spielplatz zu integrieren und wird die Machbarkeit einer Vorprüfung unterziehen", antwortete nun der Magistrat.

So weit so gut. Damit das Wasser aber als Kinderspiel genutzt werden kann, muss es hohe Anforderungen erfüllen. "Das Gesundheitsamt hat genaue Vorgaben zum Thema Wasser auf Spielplätzen", antwortet das für Spielplätze zuständige Grünflächenamt auf Nachfrage. Dabei kommt es auch darauf an, wie und wo das Rinnsal austritt. "Wasser, das so zutage tritt, dass es zum Trinken animiert, also zum Beispiel aus einem Hahn der mindestens 15 Zentimeter über dem Boden hängt, muss Trinkwasser sein beziehungsweise Trinkwasserqualität haben", schreibt das Amt.

Für den Spielplatz in Berkersheim wäre diese Vorgabe praktisch nicht erfüllbar. Selbst wenn das Wasser Trinkwasserqualität hätte, müsse dieses Niveau über eine tägliche Wasseranalyse bestätigt werden.

Schutz vor dem Ertrinken

Anders ist es, wenn das Wasser bodennah austritt. Dann sollte es Schwimmbadqualität haben, erklärt das Grünflächenamt. "Das kann bei einer natürlichen Quelle, die keine besonderen Auffälligkeiten aufweist, der Fall sein."

Darüberhinaus müsse beim Aufstauen des Wassers - etwa in einem Becken - beachtet werden, dass die Kinder darin nicht ertrinken können. "Weiterhin ist durch geeignete Maßnahmen und regelmäßige Prüfung sicherzustellen, dass das Wasser im Becken nicht verkeimt", schreibt das Amt.

Ob die Quelle als ganz offizielle Kinder-Attraktion genutzt werden kann, wird die Stadt nun prüfen. Auch darüberhinaus, sieht die FDP im Ortsbeirat wegen des Rinnsals dringenden Handlungsbedarf. Besonders, wenn im Winter das Wasser auf der Straße Am Wiesengarten gefriert, entsteht für Fußgänger und Radfahrer eine gefährliche Situation. "Deshalb sollte dieses Problem vor Winterbeginn abgestellt werden", fordert die FDP in einem aktuellen Antrag. Das Wasser solle geregelt aufgefangen und so abgeleitet werden, dass es möglichst in der Nähe versickert.

Friedrich Reinhardt

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