Der Demonstrationszug von Querdenkern und Coronaleugnern zieht kaum beachtet durch die Wiesenstraße.
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Der Demonstrationszug von Querdenkern und Coronaleugnern zieht kaum beachtet durch die Wiesenstraße.

Corona

Kaum Beachtung und wenige Teilnehmer: Knapp 300 „Querdenker“ fordern bei Demo in Frankfurt Freiheit

  • VonSabine Schramek
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Am selbst ernannten „Freedom Day“ kamen noch nicht einmal 300 Teilnehmer zur Demonstration der „Querdenken“-Bewegung nach Frankfurt.

Frankfurt ‒ Lange war es still um die Querdenker-Szene in Frankfurt. Für Samstag (30.10.2021) hatte sie einen neuen Anlauf unternommen und zur Corona-Demo vom Günthersburgpark in die Innenstadt in die „Stadt der Strippenzieher“ aufgerufen. Von Würzburg über Wiesbaden, Darmstadt und Limburg sollten „fast alle Widerstandsgruppen“ dabei sein. Keine 300 Teilnehmer liefen weitgehend ignoriert durch den Nieselregen.

Nach der Melodie „I Shot the Sheriff“ von Bob Marley dudelt ein Song durch den Günthersburgpark. „Stell Dir vor, es ist Regen und alle gehen hin“, wird aus Lautsprechern gespielt. Nach und nach kommen „alle“ Querdenker mit Herzchen, Plakaten, Fahnen, Plüschtieren und einem Gerät aus Plastik und Stoff, das wie ein Riesendöner aussieht, aber einen elektrischen Widerstand darstellen soll, um „im Widerstand durch Frankfurt“ zu ziehen.

Corona-Demo in Frankfurt: „Querdenker“ halten die Auflagen ein

Sie haben gelernt, dass sie mit verfassungswidrigen Symbolen bei der Polizei in Frankfurt nicht durchkommen und auch nicht mit abgeklebten Autokennzeichen. Statt wie früher mit Masken und der Runen-Aufschrift „Impfen macht frei“ wehen deutsche, israelische, italienische, französische, amerikanische, schwedische und Regenbogenflaggen, manche Teilnehmer tragen runde gelbe Sticker mit der Aufschrift „ungeimpft“ an Rucksäcken und Jackenärmeln.

Die vermeintlichen Verfechter der Meinungsfreiheit versuchen diesmal nicht, Gegendemonstranten von der Polizei vertreiben zu lassen, sondern begrüßen die Teilnehmer mit Gegenplakaten hämisch und sprechen ihnen Wissen ab. Als sie versuchen, die Gegendemonstranten direkt von ihrer Meinung zu überzeugen, stellen sich Polizisten zwischen beide Seiten. Die Querdenker fordern auch nicht mehr von der Polizei, Pressefotografen das Fotografieren zu verbieten, sondern begnügen sich mit Beschimpfungen und Verleumdungen der Presse im Allgemeinen und Fotografen im Besonderen. Sogar Abstände halten die Impfgegner ein. Sie haben offenbar begriffen, dass sie hier gar nicht erst losgehen können. Bei den letzten Versuchen, die Auflagen zu ignorieren, wurden sie jedes Mal gestoppt.

Querdenker fordern Freiheit in Frankfurt: Spuk endet im Geläut der Katharinenkirche

Sechs Kilometer weit durch die Berger Straße, in die Innenstadt und mit zwei Brückenüberquerungen über den Main wollen sie Aufmerksamkeit mit Musik und Reden erregen. Passanten wundern sich über den Zug. Weil es nieselt, sind allerdings auf der Berger Straße mehr Leute in den Geschäften und Lokalen als auf der Straße.

Auf der Kurt-Schumacher-Straße zieht die Demonstration an einer Frankfurter Impf-Straßenbahn vorbei und scheint es nicht einmal zu bemerken. Im Park sind es noch etwa 130 Teilnehmer, zwischendurch bis zum Fischerplatz, an dem der Aufzug stoppt, zählt die Polizei knapp 300 Teilnehmer. Um Zeit zu sparen und um pünktlich um 17.30 Uhr an der Hauptwache zu sein, wird die Strecke abgekürzt und der direkte Weg ohne Brückenüberquerungen genommen. „Wird aus Freiwilligkeit Zwang, hilft uns nur der Freiheitsdrang“, „Freiheit beginnt, wo Angst endet“ und „Haltung statt Unterwerfung“ steht auf Plakaten. Kaum beginnen die Reden vor der Katharinenkirche, fangen ihre Glocken an zu läuten. Was gesprochen wird, ist nicht zu verstehen und geht im Geläut unter.

Ohne Zwischenfälle löst sich die Demo der verbliebenen rund 100 Teilnehmer auf. Erst in der Straßenbahn fallen einige Frauen auf, die keine Masken tragen. Trotz Ermahnung von Fahrgästen und Straßenbahnfahrer bleiben sie stur und berufen sich auf „Atteste“. Die Passagiere sind sauer. Ein Mann mit FFP2-Maske hofft lautstark, dass „gleich eine Kontrolle kommt“ und sagt: „So ein Verhalten ist einfach unverschämt.“ (Sabine Schramek)

Schon die letzte Querdenker-Demo in Frankfurt war schlechter besucht als erwartet: Rund 400 Teilnehmer liefen auf. Es kam zu vereinzelten körperlichen Auseinandersetzungen - Die Frankfurter Polizei vermeldete eine Festnahme.

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