Längere Züge auf der Straßenbahnlinie 12, hier an der Haltestelle am Goldsteiner Friedhof, sieht der neue Nahverkehrsplan vor. foto: reuss
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Längere Züge auf der Straßenbahnlinie 12, hier an der Haltestelle am Goldsteiner Friedhof, sieht der neue Nahverkehrsplan vor. foto: reuss

Schwanheim: ÖPNV

"Schnelle Verbindung in die Innenstadt fehlt"

  • vonManfred Becht
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CDU sieht im neuen Nahverkehrsplan noch viele Lücken

Dass es in Frankfurt bei den öffentlichen Verkehrsmitteln Veränderungen geben muss, daran kann es für Frank Nagel keinen Zweifel geben. Seit vor mehr als 20 Jahren der letzte Nahverkehrsplan beauftragt wurde, sei die Stadt um 160 000 Einwohner gewachsen, sagt Nagel, Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes Schwanheim/Goldstein auf einer Online-Veranstaltung des Stadtbezirksverbandes zum Verkehrsproblem. Und nicht nur das, die Zahl der Pendler sei um 12 0000 auf 380 000 angewachsen. Auch außerhalb der Stadtgrenzen habe sich eine Menge getan, verweist er auf Gewerbeansiedlungen in Eschborn und Niedererlenbach. Und die Schüler nicht zu vergessen. Mehr als früher nehmen längere Wege zur Wunschschule in Kauf bleiben außerdem länger in der Schule.

All das sind für den CDU-Verkehrsexperten Gründe, das Verkehrssystem den Änderungen anzupassen. Der unlängst vorgestellte Nahverkehrsplan ist aus seiner Sicht das richtige Mittel, und geht auch inhaltlich in die richtige Richtung. Und doch fürchtet Nagel, die Stadtteile Schwanheim und Goldstein könnten vergessen und gar abgehängt werden.

Schüler sollen nicht umsteigen müssen

So freut er sich zwar darüber, dass auf der Straßenbahnlinie 12 längere Züge eingesetzt werden sollen, wenn die bestellten Fahrzeuge da sind. Auch die Verstärkung durch die Linie 20, die von Herbst 2022 an zwischen Rebstock und Hauptbahnhof verkehren soll, werde den beiden Stadtteilen nutzen. Doch die Freude ist nicht ungetrübt. Die Linie 20 nämlich soll einen neuen Wendeplatz in der Bürostadt bekommen. Bis dieser in Betrieb gehen kann, dauert es zwar noch eine Weile, aber wenn es so weit ist, fahren diese Bahnen nicht mehr nach Goldstein. "Wir hätten gerne die Endstation der Linie 20 weiter in Goldstein", so Nagel.

Er erinnert daran, dass täglich 200 bis 300 Schüler aus den beiden Stadtteilen nach Sachsenhausen fahren. Dass diese nach dem Willen des neuen Nahverkehrsplanes künftig umsteigen sollen, ist nicht nach seinem Geschmack. Teils ist zwar noch die Linie 19 unterwegs. Aber deren Betrieb wurde bereits ausgedünnt, und diese Züge sollen auch nicht mehr nach Goldstein fahren. Ein Unding für die örtliche CDU. In der Hauptverkehrszeit müsse die Linie 20 bis Schwanheim fahren, lautet eine der Forderungen. Als wichtigen Schritt sehen Nagel und seine Mitstreiter die Umwandlung der Buslinie 51 zu einer schnellen Metrobuslinie mit 10-Minuten-Takt an. Aber das reicht eben nicht: "Im Schulverkehr muss noch viel passieren".

Als Problem sieht Nagel auch an, dass eine schnelle Verbindung in die Innenstadt fehlt. Nagel kennt die Vorschläge, dorthin einen Expressbus fahren zu lassen, entweder längs des Mains oder über die Mainzer Landstraße. Aber die Experten hätten ausgerechnet: Diese Busse würden dort so viel im Stau stehen, dass vom Zeitgewinn nicht viel übrig bliebe. Und wenn die Nutzen klein ist, dann ist auch der Aufwand nicht gerechtfertigt. Der Nahverkehrsplan habe hier keine Verbesserung gebracht, so Nagel.

Bessere Anbindung im Interesse aller

Um einer Lösung näher zu kommen, müsse man sich mit der Straßenbahnlinie 12 befassen, deutet er an. Mit neuen Bussen hat er immer das gleiche Problem: Die Straßen in Goldstein lassen eigentlich kaum zu, dass ein langes Fahrzeug dort eine Schleife dreht. Er hält aber auch nichts davon, etwa das Angebot auf der Buslinie 78 einzuschränken - denn dann geht unweigerlich auch die Nachfrage zurück.

Die bessere Anbindung der weiter außen gelegenen Stadtteile, betont Nagel, sei im Interesse der ganzen Stadt. Sonst steige der Druck auf die inneren Stadtteile immer weiter an, zum Nachteil aller Beteiligten. Es sollen deshalb weitere Vorschläge auf den Tisch gelegt werden - verbunden mit dem Hinweis an die Bürger, dass größere Neuerungen ihre Zeit brauchen und in ein oder zwei Jahren nicht zu haben sind. bt

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