Geldstrafe und Fahrverbot

Rabiater Fahrer: Frau aus Taxi geworfen

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Ein Frankfurter Taxifahrer hat eine Frau im Streit um ein offenes Fenster beleidigt und nicht aussteigen lassen. Das Landgericht verurteilte den 48-Jährigen wegen Beleidigung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 800 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot.

Seinen ganzen Berufsstand in Misskredit brachte ein äußerst rüpelhafter Frankfurter Taxifahrer (48) im Oktober 2014 während einer Fahrt vom Hauptbahnhof ins Westend. Sein Fahrgast, eine zierliche, blonde Frau, war am Nachmittag mit dem Zug aus München im Hauptbahnhof angekommen und wollte mit ihrem Gepäck – Hartschalenkoffer, Tasche und Computermappe – nach Hause ins Westend nahe der Alten Oper. Weil zu dünn angezogen, bat sie den Taxifahrer, die weit offenen Fenster zu schließen. Er könne sich nicht nach jedem einzelnen Fahrgast richten, lautete die barsche Antwort, gefolgt von der Beleidigung „blöde Kuh“.

Die empörte Frau forderte den Fahrer auf, sofort anzuhalten – allerdings zwei Mal vergebens. Erst nachdem er auf der Mainzer Landstraße plötzlich gewendet hatte und mit hoher Geschwindigkeit stadtauswärts gefahren war, endete die von der Frau zwischenzeitlich als durchaus bedrohlich empfundene Situation.

Nahe der Ludwigstraße am alten Polizeipräsidium zog der Taxifahrer die Frau unsanft aus dem Auto und warf ihr Gepäck mitten auf die Straße, was Dellen und Schrammen zur Folge hatte. Die nun völlig aufgelöste Frau flüchtete sich in ein nahe gelegenes Hotel, wo sie beruhigt werden konnte. Ein anderes Taxi brachte sie schließlich an die gewünschte Wohnadresse.

Die Frau erstattete Anzeige. In den beiden Prozessen – zunächst im September vergangenen Jahres vor dem Amtsgericht und nun gestern in zweiter Instanz vor dem Landgericht Frankfurt – stand neben der Frau auch deren Vater im Zeugenstand zur Verfügung. Mit ihm hatte die Tochter während der Fahrt gesprochen und so konnte er sich akustisch ein Bild von ihrem verängstigtem Zustand machen. „Meine Tochter steht mit beiden Beinen auf dem Boden und ist kein ängstliches Küken“, sagte der Mann. Doch die Aktion des Taxifahrers sei tolldreist gewesen.

Für die Kleine Strafkammer unter der Leitung von Richterin Beate Woitaschek-Menhofer stand trotz des Abstreitens der Tat durch den Angeklagten am Ende fest, dass sich die Geschichte so zugetragen hatte, wie in Strafanzeige und Anklageschrift geschildert. Dafür sei die Aussage des Opfers einfach „zu stringent und frei von Belastungstendenzen“ gewesen.

Der Taxifahrer wurde zu einer Geldstrafe von 800 Euro (80 Tagessätze) verurteilt wegen Beleidigung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung. Zudem erhielt er ein einmonatiges Fahrverbot. Ein Benimmkurs wäre auch nötig.

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