Dieter Werner vom ADFC codiert die Fahrräder von Xenia Langer (r.) und ihrer Mutter Christina Langer. Vater Thomas hat seinen Drahtesel bereits im vergangenen Jahr registrieren lassen, um es Dieben schwerer zu machen. foto: maik reuss
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Dieter Werner vom ADFC codiert die Fahrräder von Xenia Langer (r.) und ihrer Mutter Christina Langer. Vater Thomas hat seinen Drahtesel bereits im vergangenen Jahr registrieren lassen, um es Dieben schwerer zu machen.

Höchst: Codier-Aktion

Radler gehen auf Nummer sicher

  • VonAlexandra Flieth
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Aktion auf dem Schlossplatz war sehr gefragt

Corona hat es deutlich sichtbar gemacht: Fahrradfahren liegt mehr denn je im Trend. Um dem Diebstahl des eigenen Drahtesels vorzubeugen, bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) - Frankfurt an, ihn zu codieren. Mitglieder haben auf dem Schlossplatz in Höchst einen Pavillon aufgebaut, regeln die Formalitäten und informieren über die eigene Arbeit. Noch ehe es offiziell losgeht, hat sich eine größere Schlange mit Menschen und ihren Fahrrädern davor gebildet. Das Interesse an der Aktion ist groß, die Codierung kostet für Mitglieder 8 Euro, für alle anderen 13 Euro. Ein kleiner Beitrag, der gut angelegt ist.

Dieter Werner vom ADFC stellt für die Codierung ein industrielles Gerät zur Verfügung, das eine Nadelprägung ermöglicht und ein brummendes Geräusch macht. Der ganze Codierungsprozess ist nach wenigen Augenblicken abgeschlossen. "Mit solchen Geräten werden nicht nur Fahrräder, sondern auch andere industriell gefertigte Teile wie Flugzeugersatzteile codiert", erklärt er. Werner ist seit 20 Jahren mit der Fahrrad-Codierung betraut und weiß die Vorteile dieser Technik zu schätzen.

"Zu Beginn haben wir noch eine Fräs-Technik verwendet, die in der Umsetzung viel aufwendiger war", erinnert er sich. Der individuelle Code hilft der Polizei nicht nur, ein gestohlenes Rad zu erkennen, sondern auch den wahren Eigentümer ausfindig zu machen, um es ihm zurückzugeben.

Unterstützt wird Werner an diesem Tag von Mitstreiter Alfred Linder: "Ich habe vor 27 Jahren in Frankfurt die Codierung von Fahrrädern in Zusammenarbeit mit der Polizei aufgebaut", erzählt er.

Mehr als 20 Jahre lang hat er zudem die von ihm initiierte Arbeitsgemeinschaft "Klau nix!" geführt, die auch "AG Codierung" genannt wird und diese Aufgabe mittlerweile an Dieter Werner übergeben. Für sein langjähriges Engagement wurde Alfred Linder 2017 mit der Bürgerpreis der Stadt Frankfurt und der Stiftung der Frankfurter Sparkasse ausgezeichnet.

Wer sein Rad codieren lassen möchte, muss zunächst entweder mit dem Kaufbeleg nachweisen, dass er der Eigentümer ist, oder eine Eigentumserklärung unterschreiben, auf der neben Adressdaten auch die Rahmennummer des Rades angegeben wird. So könne die Polizei überprüfen, ob das Rad als gestohlen gemeldet ist, erklärt Werner. Für die Überprüfung erteilt der Fahrradbesitzer mit der Eigentumserklärung sein Einverständnis. "Die Ziffernanzahl des Codes variiert von Bundesland zu Bundesland", sagt Werner. In Hessen habe der Code eine Länge von 16 bis 18 Ziffern. Er setze sich aus den Namensinitialen, dem Straßennamen, der Hausnummer und dem Ortsteil zusammen. Immer mehr E-Bikes, also Fahrräder mit Elektroantrieb, würden codiert.

Bürgerpreis für langjährigen Einsatz

In der Warteschlange vor dem Pavillon stehen auch Familien an, wie Thomas und Christina Langer mit ihrer Tochter Xenia aus Kelkheim. "Ich habe mein Rad schon im vergangenen Jahr Codieren lassen", erzählt Thomas Langer. Jetzt sollen die Räder von seiner Frau und seiner Tochter folgen. "Wir haben von dem Termin in der Zeitung gelesen und entschieden, hierher zu kommen", fügt er hinzu. Statt auf Elektroantrieb setzt die Familie noch ganz klassisch auf die eigene Tretkraft. Dennoch waren die Räder teuer, ein Diebstahl wäre finanziell schmerzhaft. Dem möchte die Familie vorbeugen. "Ich kenne auch einen Fall im Bekanntenkreis, in dem die Codierung sehr hilfreich war", sagt Thomas Langer. "Dem Sohn eines Freundes wurde das Rad mit einem weiteren Schloss festgemacht, auf das er selbst keinen Einfluss hatte." Dank der Codierung habe er sich gegenüber der Polizei als Eigentümer ausweisen können, die schließlich das zusätzliche Schloss entfernt haben.

Eine zweite Codier-Aktion in Höchst ist in diesem Jahr nicht mehr vorgesehen. Regelmäßig werden nach Anmeldung Aktionen in Ginnheim angeboten. Mehr Infos gibt's auf www.adfc-frankfurt.de. alexandra flieth

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