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Goldene und weiße Luftballons markierten den Zieleinlauf beim Rennen.

Inklusionsrennen auf dem Georgshof

Radrennen auf dem Poloplatz

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Eine tolle Stimmung herrschte beim gestrigen Inklusionsrennen auf dem Georgshof in Nied. 40 Schüler der Panorama- und der Paul-Hindemith-Schule gingen an den Start. Nicht das Gewinnen, sondern der Spaß am Wettbewerb zählte.

Die Enttäuschung war riesengroß, als die Mädchen und Jungen der Panoramaschule in Nied vor einer Woche von der Absage des Radrennklassikers „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ erfuhren. Seit Beginn des Schuljahres hatten sie sich vorbereitet, wollten am zweiten Inklusionsrennen, das anlässlich der Veranstaltung am 1. Mai durchgeführt werden sollte, teilnehmen.

Nun bekamen die Schüler Gelegenheit, ihr Fahrradrennen nachzuholen. Georg Diehl vom Georgshof in der Oeserstraße 80 stellte hierfür gestern kurzerhand seinen Poloplatz zur Verfügung. Drei Runden mit einem Verlauf von jeweils knapp 1000 Metern, mussten die 40 Teilnehmer hinter sich bringen.

18 Schüler der Panoramaschule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, und 22 Mädchen und Jungen aus der Paul-Hindemith-Schule, einer Integrierten Gesamtschule aus dem Gallus, gingen an den Start. Seit zwei Jahren besteht eine Kooperationsprojekt zwischen beiden Schulen, dass das gemeinsame Radfahren in den Mittelpunkt stellt. In Zweier-Teams, bestehend aus je einem Schüler der Panorama- und einem der Paul-Hindemith-Schule, traten die Mädchen und Jungen bereits 2014 zum ersten Inklusionsrennen anlässlich des Radrennklassikers an (wir berichteten). Aus organisatorischen Gründen absolvierten die jungen Rennfahrer die Strecke beim Nachholtermin nun aber jeder für sich.

Georg Diehl gab den Teilnehmern vor dem Start noch den Rat, ihre Energie nicht sofort auf den ersten Metern zu vergeuden, sondern diese – ganz wie die Profis – maßvoll einzusetzen. „Denkt daran, das Rennen wird am Ende gewonnen“, sagte er durch das Megafon.

Und wie es sich für ein richtiges Rennen gehört, durfte ein Startschuss nicht fehlen. Diese Aufgabe übernahm Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der die Aktion damit unterstützen wollte. „Es ist wichtig, dass wir uns vom Terrorismus nicht unterkriegen und nicht einschüchtern lassen“, betonte er. Frankfurt sei eine vielfältige, offene und lebendige Stadt.

Bernd Moos-Achenbach, Veranstalter des Radrennens „Rund um den Finanzplatz Eschborn–Frankfurt“ besuchte ebenfalls das Ereignis. „Wir wollen 2016 weitermachen“, sagt er. Das Rennen noch in diesem Jahr nachzuholen sei aus organisatorischen Gründen und aufgrund anderweitiger Verpflichtungen der Mannschaften leider nicht möglich.

Obwohl die Startschusspistole versagte, es war lediglich ein leises Klicken zu hören, ging es kurz darauf los. Mit großer Begeisterung traten die Schüler in die Pedale. Die Mädchen und Jungen der Panoramaschule hatten eigens für das geplante Inklusionsrennen neue Räder bekommen, die die Einrichtung mit Unterstützung eines Sponsors anschaffen konnte.

Obwohl es keine so leichte Aufgabe war, mit dem Rad über Rasen zu fahren, traten alle selbstbewusst in die Pedalen, beflügelt von den Anfeuerungsrufen der Zuschauer. Es herrschte nämlich eine Wahnsinnsbegeisterung an der Strecke. Eine Kette aus weißen und goldenen Luftballons markierte den Zieleinlauf. Am Ende war es schließlich unwichtig, wer als erstes das Ziel überquerte.

Geschafft, aber sichtlich zufrieden und glücklich nahmen die Mädchen und Jungen schließlich orangefarbene T-Shirts mit dem Aufdruck „Gemeinsam ein Ziel“ sowie Medaillen entgegen. Manche ließen sich gar vor lauter Erschöpfung erst einmal auf die Wiese fallen. Dilara (14) von der Panoramaschule hat bereits 2014 am 1. Inklusionsrennen anlässlich des Radrennklassikers mitgemacht, sie kennt jetzt den Unterschied zwischen Asphalt und Rasen. „Das Rennen heute war viel anstrengender“, befindet sie. Auch wenn sie dieses Mal nicht in Zweier-Teams antreten konnten, so zeigte sich nach dem gelungenen Rennen, dass zwischen den Schülern durch das Projekt Freundschaften entstanden sind. „Die Veranstaltung ist wirklich super gelungen“, freute sich Michael Stenzel, Schulleiter der Panoramaschule. „Nach der Absage waren die Schüler wirklich sehr traurig.“ Mit der spontanen Entscheidung, das Rennen auf dem Poloplatz nachzuholen, hat Georg Diehl für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis ermöglicht.

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