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Ralf Holl im Stadion.

DJ und Produzent

Das ist Ralf Holl, der Musik-Mann bei Eintracht Frankfurt

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Er produziert Fan-Songs, stellt CD-Compilations zusammen und legt bei Heimspielen im Stadion auf: Ralf Holl ist der Mann für den Sound bei Eintracht Frankfurt. Ohne ihn würde es vielleicht die SGE-Hymne "Schwarz-Weiß wie Schnee" von Tankard nicht geben. Als DJ machte er sich in den 1980er Jahren in Clubs wie dem Dorian Gray und der Music Hall einen Namen.

Der Frankfurter DJ und Musikproduzent Ralf Holl bezeichnet sich selbst als Wandler zwischen den Musikwelten. Frank Zappa ist für ihn ein herausragender Künstler, dessen Konzerte er früher besuchte, wann immer es ging. Auf der anderen Seite hat er aber auch die elektronische Musikszene der Mainmetropole mitgeprägt.

Anfang der 80er Jahre spielte er als DJ zunächst im Dorian Gray, dann ab 1984 in der Music Hall. Zwischendurch legte der heute 60-Jährige einen kurzen Stopp in der Tangente  im Westend ein, die seinerzeit vom heutigen Eintracht-Präsidenten Peter Fischer  mit betrieben wurde. Holl ist einer, der die Musik auf allen möglichen Gebieten auslebt. Ebenso als Labelbetreiber und gelernter Schlagzeuger.

Seine Begeisterung für Klänge kommt nicht von ungefähr. Holls Vater war Automatenaufsteller, darunter auch Musikboxen. Mit sechs Jahren hatte er bereits 1000 Singles, als Zehnjähriger legte er auf Geburtstagspartys in der Schule auf. "Ich war schon immer auf der Suche nach neuer Musik",  sagt Holl, der in den 70ern auch Sachen wie "Hallogallo" von der Krautrock-Band Neu! hörte.

Disco-Extase und Techno-Raves: So war das wilde Leben im Frankfurter Dorian Gray

So enthemmt ging es 1979 im Gray ab. In den folgenden Jahren legten dort DJs wie Sven Väth, Torsten Fenslau, Ulli Brenner, DJ Dag, Mark Spoon, Björn Mulik und Andy Düx auf. © Joppen
Lasershow und Tänzerin, 1982. © Hans H. Kirmer
DJ Bijan Blum, Resident im Dorian Gray von 1978 bis 1986, bei der Arbeit. Das Foto wurde 1978 kurz nach der Neueröffnung am 28. November 1978 aufgenommen. © Bijan Blum
Lärmmessung vor der DJ-Kanzel, 1980. Der Club verfügte über ein zur damaligen Zeit außergewöhnliches Sound-System von Richard Long, ein Klang-Designer, der auch Diskotheken wie das Studio 54 und die Paradise Garage in New York technisch ausstattete. Druckvoller Bass und eine hohe Lautstärke mit großer Klarheit machten den besonderen Sound aus. © AMW
"Welcome to the Pleasuredome", 1979. In den Anfangszeiten tanzten die Gäste zu Disco, Funk und Soul durch die Nacht. Ab ca.1984 bestimmten Musikstile wie EBM, House, New Wave und Techno den Sound auf der Tanzfläche. Im kleinen Club lief ab 1992 vorwiegend "Black Music". © Ulla Reimer
Miss-Wahl im Gray, 1985. © Joppen
Elvis-Doppelgänger und Schönheit, November 1980. © FNP Archiv
Sven Väth (links) und feiernde Gäste auf einer Mottoparty angelehnt an den Film "Michail Strogoff, Kurier des Zaren", aufgenommen im März 1987. © Joppen
Badenixen auf der "Nacht in den Mai"-Party, 1986. © FNP Archiv
Tanzperformance, Aufnahmedatum unbekannt. © M. Grosse
"Miss Beach Party", 1985. © Joppen
Teilnehmerinnen für die Formel-1-Fete "Playmate Hunt 1985". Auf der Party wurden einst zehn Tonnen Sand "ausgerollt". © FNP Archiv
Welches Lied da wohl gerade lief? Es kam auf jeden Fall an. Aufnahmedatum unbekannt. © Ulla Reimer
"Biene Maja" auf einer Faschingsparty, 1982. © FNP Archiv
Jahresparty im Dorian Gray, 18. Dezember 1992. © Thomas Boersch
Feiernde Gäste, 1998. Im Jahr 2000 schloss das Gray. Die letzte Platte, die abgespielt wurde, war "Lovin' You" von Minnie Riperton. © FNP Archiv
Lambada-Einlage im Rahmen der Aktion "Null-Promillo", 1990. © Rafael Herlich
7. Geburtstag im Gray, 1985: Da springt schon mal eine halbnackte Frau aus einer überdimensionalen Torte. © FNP Archiv
Sänger Les McKeown und Polizisten auf der "Null-Promillo"-Party, 1990. © Herlich
Formel-1-Party, 1988. © Uwe Gerig
Kamele und nackte Haut gehörten zum guten Ton im Gray. Wie hier anlässlich der Geburtstagsfeier 1985. © Rafael Herlich
Gerd Schüler, einer der Macher des Gray, 1988. © Uew Gerig
Blitzlichtgewitter bei der "Wahl zur Miss Formel 1", Juli 1988. © Jochen Günther
Buffet-Freuden bei der "Formel 1-Party", Juli 1988. © Jochen Günther
Schicke Autos und schöne Menschen auf der "Formel 1-Party", Juli 1988. © Jochen Günther
Und immer wieder: Miss-Wahlen im Gray, 1986. © FNP Archiv
Das sieht ganz nach einer sportlichen Modenschau aus, 1985. © FNP Archiv
Wilde Tänzerinnen auf der Abi-Party im Gray, 1994. © FNP Archiv
"Play that funky music white boy"! Aufnahmedatum unbekannt. © Ulla Reimer
Bier trinkendes Monster auf einer Mottoparty, 1982. © FNP Archiv
Samba, Sand und glühende Sohlen: Beach-Party 1992. © Thomas Boersch
Aufnahme im Rahmen einer "Superparty" mit 1500 VIPs aus Politik, Wirtschaft und Sport, Oktober 1986. © Jochen Günther
Spanferkel, Clowns und schöne Frauen beim dreijährigen Bestehen des Dorian Gray, 1981. © FNP Archiv
Ein glücklicher Gewinner eines Preisauschreibens, der 1980 ein schwarzes Cabrio gewann. © Gerd Scheffler
Dickhäuter in der Disko, 1986. © FNP Archiv
Ehemalige Gray-Türsteher: Ralf, Torsten und Barry, 1987. © Claus Setzer
Star-Parade der "Keller Girls", 1986. © FNP Archiv
Heiße Outfits und Roller-Disko, Aufnahmedatum unbekannt. © Ulla Reimer
Dressman Jean Pierre als Bond samt Girls, 1986. © FNP Archiv
Das "Dorian Gray Auto", 1979. © FNP Archiv

Holls Herz schlägt außerdem seit seiner Kindheit für Fußball und die Eintracht. Im Alter von zehn Jahren geht er das erste Mal ins Stadion. Von da an verfolgt er die Eintracht-Spiele regelmäßig, bis heute. Selbstverständlich war er beim legendären Pokalsieg in Berlin und schon 1974 beim ersten Pokalsieg der Eintracht in Düsseldorf dabei. Bei der Blamage in Ulm am 18. August war er allerdings nicht anwesend, da hatte er sich im "Waldstadion" zum ersten Mal ein angeschaut.

Für Eintracht Frankfurt ist Holl mittlerweile seit Ende der 90er Jahre auch freiberuflich tätig. Zunächst als Produzent von Songs und Compilations sowie seit 2017 als DJ bei den Heimspielen. Zudem hat er den Dokumentarfilm "Träume in Schwarz-Weiß" (2009) mit Andreas Heller produziert.

Studio im Herzen des Stadions

Der Arbeitsplatz von Holl ist das Studio 11, unten in der Commerzbank-Arena. Hier hat er 2015 vom Stadion Management Frankfurt einen Raum im Herzen der Arena anmieten können. Ohne die langjährige Zusammenarbeit mit der Eintracht wäre das nicht zustande gekommen.

Ralf Holl in seinem Studio.

Dafür hat er einen Verein für regionale Künstlerförderung gegründet. Das kommt den Eintracht-CDs zugute, auf den denen auch Lieder unbekannterer Acts aus dem Frankfurter Raum vertreten sind. Auf der CD 12 Vol. 4 von 2017 tummeln sich unter anderem die Azzis mit Herz und ihr Song "Du bist viel mehr" oder der EFC Sinnlos mit "Wir sind alle Fans der SGE".

Von seinem Studio aus dirigiert er in der Regel seine Tätigkeiten rund um seine Labels und die Aufträge für die Eintracht. Ab und zu arbeitet er jedoch von Zuhause aus. Im Juli zum Beispiel, . Das wollte er sich nicht unbedingt antun.

Die Räumlichkeiten sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet - samt Perserteppich. Neben einem separaten, eingebauten Regieraum, findet in dem größeren Bereich auch sein Schlagzeug Platz, auf dem er immer wieder etwas für seine Produktionen einspielt oder von Kollegen einspielen lässt.

"Schwarz-Weiß wie Schnee"

Mit der Eintracht hat er eine lange Verbindung. Seit etwa 50 Jahren als leidenschaftlicher Fan, seit etwas über 20 Jahren auch beruflich. Los ging es, als 1996 die Eintracht abstieg. Damals wurde von der Bild-Zeitung die Aktion "Rettet die Eintracht" ins Leben gerufen. Daraus entstand schließlich der von ihm vertonte Fan-Song "We Love You Frankfurt - We Do". Das war der erste Kontakt.

Etwas später, als sich das hundertjährige Bestehen des Vereins näherte, sprießen aus allen Ecken Eintracht-Songs. Holl hatte die Idee einer offiziellen Jubiläums-Compilation, die er dem damaligen Vize-Präsidenten Dr. Peter Lämmerhirt vorstellte. Sein musikalisches Konzept, verschiedene Eintracht-Songs zusammenzustellen, fand großen Anklang. Die "100 Jahre Eintracht CD" erschien schließlich 1999 und basierte auf einem öffentlichen Wettbewerb, der dazu aufrief, die besten Eintracht-Songs einzureichen.

CD-Compilations.

Darauf zu finden ist unter anderem der Klassiker "Im Herzen von Europa". Der Song wurde Holl von Herrn Böcher, dem Komponisten, in Form einer Kassette mit der Originalaufnahme des Polizeichors von 1959 zugesendet. Das Schreiben dazu, mit Schreibmaschine getippt und hundertmal verbessert, hat er sich inzwischen eingerahmt.

Ein paar Wochen später erreichte ihn dann per Post eine weitere Kassette. Da stand Tankard drauf. Den Namen hatte er irgendwann schon mal gehört - er ist ja schließlich seit den frühen 80er Jahren in der Frankfurter Musikszene aktiv.

"Auf dem Tape war die Demoversion von 'Schwarz-Weiß wie Schnee'. Daraufhin habe ich mich mit den Jungs in ihrem damaligen Proberaum hinter der Batschkapp getroffen. Mit dem Pfand der ganzen leeren Bierflaschen, die dort rumstanden, hätte man die Abbey Road kaufen können. Schließlich haben wir zusammen den Song bei einem Freund aufgenommen.", blickt Holl zurück. Danach vertiefte sich die Zusammenarbeit mit der Eintracht.

Seit 2017 kümmert er sich neben den Musikproduktionen nun ebenfalls um das musikalische Rahmenprogramm bei den Heimspielen. Alle Songs, die man an den Tagen im Stadion hört, hat er ausgesucht. Und er legt sie live auf der Tribüne an einem DJ-Pult auf.

"Der Wunsch von Eintracht Frankfurt ist es, nicht mehr das übliche Radioprogramm sondern auch mal Clubtitel oder Klassiker laufen zu lassen. Zum Beispiel alte Sachen wie T-Rex oder Beatles gemischt mit neuem Sound. Also die ganze Musikspanne präsentieren ohne aber eine künstliche Power-Party zu installieren, wie es unter anderem in Amerika üblich ist. Einfach coole Musik eben",  sagt Holl.

Trotz seiner langjährigen Erfahrung als DJ, ist das für Holl kein einfacher Job. "Du hast da draußen 50.000 Fans, das sind 300.000 unterschiedliche Meinungen. Die einen wollen die Onkelz hören, andere Helene Fischer, dann hast du die HipHopper, House- und Rock-Leute usw. Das Ziel ist es also, für jeden etwas zu haben",  erklärt Holl.

Eigene Musiklabels

Außerdem betreibt Ralf Holl insgesamt drei Musiklabels. Darunter "Soccer Records - Football Music", dass er für Eintracht-Sachen gegründet hat und das Musik von Fans für Fans präsentiert. Dann gibt es noch "Areal-Artists", auf dem er Songs von Künstlern aus dem Rhein-Main-Gebiet fördert. Auf "Liberté Records" frönt er hingegen seinem Hobby, der House-Musik.

Seine Arbeit im Studio geht er prinzipiell mit einem ganz bestimmten Motto an:"Bei Musik geht es um die Aufnahme, das ist das A und O", sagt Holl. Aktuell interpretiert Holl den Frankfurt-Klassiker "Die Frau Rauscher aus de Klappergass" neu. Das Projekt zum Song, "Bembel Beat" und somit Songs für Frankfurt möchte er mit seinem Partner Jürgen Vieth vorantreiben.

Langjähriger DJ in Frankfurt

Grundlage für alles, was er heutzutage macht, ist seine langjährige Tätigkeit als Frankfurter Club-DJ und seine Leidenschaft für die Musik. Besonders die Zeit, als es im Dorian Gray losging, hat ihn geprägt. Damals legten DJs wie Bijan Blumund Michael Münzing  dort auf. Holl konnte mit dem Disco-Sound aber ursprünglich überhaupt nichts anfangen.

"Ich bin ein Reisender zwischen den Welten und kam als Zappa-Fan und nur durch Zufall über eine Freundin ins Gray. Damals war ich ein richtiger Disco-Hasser. Zumindest was ich mir darunter vorstellte, Boney M., Bee Gees und so weiter. Dann stand ich 15 Minuten im Gray und wusste, das ist es. Es war was völlig anderes, neues. Sowohl vom Sound, als auch von der DJ-Technik her", sagt Holl. Besonders das so genannte "Beatmatching",  also das mixen von zwei Schallplatten, hatte es ihm angetan. Das war wie eine Offenbarung und er realisierte, dass er vom DJ-Handwerk eigentlich nichts wusste.

Bilderstrecke: In diesen ehemaligen Frankfurter Clubs wurde einst abgefeiert

Feiernde Gäste im Dorian Gray, 90er-Jahre. Hier zog Ende der 80er-Jahre die Techno-Musik ein, vertreten durch DJs wie unter anderem Talla 2XLC, DJ Dag, Mark Spoon und Sven Väth. © FNP Archiv
Das "Larry's Inn" in Sachsenhausen, 1989, Ein Club, in dem vorwiegend US-Soldaten verkehrten. Hier lief Rap, Electro und Miami Bass. Mittwochs und sonntags gab es jede volle Stunde eine Viertelstunde lang Freibier. Ihr könnt Euch denken, was da los war... © FNP Archiv
Gut frisierte DJs im "Mackie Messer", einst ein Club in den 1980er-Jahren auf der Mainzer Landstraße (vorher Ecke Zeppelinallee, Ecke Bockenheimer Landstraße). © FNP Archiv
19.10.2004, Nacht der Clubs
Eingang vom "190 East", ein House-Club, der auf dem Union-Gelände lokalisiert war. Später zog dort das APT ein. Hier eine Aufnahme vom 19. Oktober 2004 anlässlich der Nacht der Clubs. © FNP Archiv
Der Club "Uns" (vorher "Sam Lord") auf der Kaiserstraße hatte drei Floors. Nach der Schließung eröffnete im Erdgeschoss der Orange Club. Hier eine Aufnahme vom 14. Oktober 2005. © FNP Archiv
Im "Unity", das von den Zeleke-Brüdern betrieben wurde, ging es einige Jahre hoch her. Vor allem donnerstags gab es lange Schlangen vor der Tür. Hier legten DJs wie Julian Smith und Shantel regelmäßig auf. © FNP Archiv
Frankfurts ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth als DJ bei "Frankfurt legt auf" am 17. Dezember 2010 im Club Nusoul auf der Sonnenmannstraße in Frankfurt. © FNP Archiv
Stefan Hantel alias DJ Shantel trat ebenfalls im Nusoul auf, hier bei der Record Release Party "Planet Paprika" am 18. September 2009. © FNP Archiv
Der Eingang vom "Maxim" in der Karlstraße. Hier lief Musik von Funk, HipHop über Elektronik bis hin zu Grunge, Rock und Pop. © FNP Archiv
"A Tribe Called Vibe" war eine Veranstaltungsreihe im "Maxim", die mittwochs mit groovigen Sounds rund um TripHop, Breakbeats und Acid Jazz lockte. © FNP Archiv
DJ Andy im "Maxim". Er gestaltete dort einige Zeit lang den Dienstag. © FNP Archiv
Sachs-Keller (Dezember 1985) war eine Zeit lang einer der angesagten Läden in Frankfurt. Wer erinnert sich noch an die ganzen Buden? © FNP Archiv
Andrang vorm Sinkkasten, Januar 1993. Der Sinkkasten war einer der ältesten Clubs in Frankfurt und ursprünglich in einem Gewölbe am Main gelegen. Später erfolgte der Umzug in die Brönnerstraße und löste den "Zoom" Club ab, so wie die Location auch heute wieder heißt. © FNP Archiv
DJ Jörg im Sinkkasten, Januar 1993. © FNP Archiv
"Freunde der Nacht", Nacht der Clubs 2005. Wie lange gab es den Laden noch mal gleich? © FNP Archiv
Der "Golden Gate Club" in der Karlstraße, Nacht der Clubs 2005. Die Adresse beherbergte bis 1997 das "Maxim", aktuell zieht dort der "Karlson Club" Nachtschwärmer an. © FNP Archiv
Hatte nur ein kurzes Intermezzo in Frankfurt, der Club "Goldfish" auf der Hanauer Landstraße. © FNP Archiv
In der alten Batschkapp wurde einst ausgiebig im "Idiot Ballroom" zu einem wilden Musik-Mix getanzt. Hier eine Aufnahme von 1996. © FNP Archiv
Das Living XXL dürfte vielen in Erinnerung sein. Dort wurde zu kommerzielleren Sounds ausgiebig gefeiert. 2013 schloss der Club nach 15 Jahren Betrieb. © FNP Archiv
Party im "Phoenix" im Großen Hirschgraben, 1993. Gegenüber vom Goethe-Haus gelegen, folgten in den Räumlichkleiten erst der "Whisper Club" und etwas später das "Monza". © FNP Archiv
Das Monza in seiner ursprünglichen Location im Großen Hirschgraben, April 2002. Später zog das Monza dann in die ehemaligen Räumen des Farben Jenisch auf der Berliner Straße. 2013 war dann Schluss. © FNP Archiv
Die Diskothek "o25" (Aufnahme von Mai 2002) in der Ostparkstraße war jahrelang Anlaufstelle für Freunde verschiedenster Musikrichtungen. In den alten Gemäuern sollte nach der Schließung nichts mehr so richtig klappen. Zuletzt eröffnete dort nach jahrelanger Renovierungsarbeiten das "Röderberg", das allerdings nach nur wenigen Monaten wieder dicht machte © FNP Archiv
Türsteher bei der Arbeit am Eingang vom "Uno" (in den 19080er Jahren einst unter dem heutigen Hugendubel gelegen). In den kleinen Club hereinzukommen galt als besonders schwierig. © FNP Archiv
Eingang vom Vogue, 1988, der Vorgänger vom Omen. Hier feierte Sven Väth lange Partynächte. Damals fielen hier eines Morgens plötzlich Schüsse aus einem Auto, drei Männer wurden von den Kugeln getroffen, der Schütze flüchtete. © FNP Archiv
Feiernde im Omen, Frankfurts weltbekannter Techno-Club um DJ Sven Väth eröffnete 1988. im Oktober 1998 wurde dort die letzte Platte gespielt. © FNP Archiv
Im März 1989 wurde das 50-jährige Baman-Jubiläum im Omen gefeiert. In der Nacht legte Sven Väth Platten aus den 60er und 70er Jahren auf. © FNP Archiv
Nach der Schließung des Omen war das U60311 bis 2012 Anlaufstelle für Fans elektronischer Musik. Hier eine Aufnahme von 2008. © FNP Archiv
DJ-Kanzel im U60311. © FNP Archiv
Der Frankfurter Club Cocoon, 19. Juli 2004. Hier feierte unter anderem Sven Väth lange Nächte. Nach der Schließung verließ der Star-DJ Frankfurt. © FNP Archiv
19.10.2004, Nacht der Clubs
Die gute alte Stereobar, wer kennt sie nicht. Eröffnet im Jahr 1997 haben dort viele Frankfurter wilde Nächte verbracht. Nachdem die ursprünglichen Betreiber den Keller-Club verkauft hatten, musste der Laden schließlich im Jahr 2016 schließen. © Heiko Rhode/FNP Archiv
Tanzfläche im "Biba"-Club in Alt-Sachsenhausen. © FNP Archiv
DJ Jürgen in der Schaltzentrale des "Heaven Seven", der Diskothek in der Zeilgalerie, 1993. © FNP Archiv
DJ Shantel beim Auflegen im "Lissania", unter der Woche einst eine Sprachschule. Im dritten Stock der Hausnummer 74 traf sich dort Anfang der 90er-Jahre alle zwei Wochen die Frankfurter "Szene", um zu Acid Jazz, Trip Hop und House abzufeiern. © FNP Archiv
Tanzende im "L.O.F.T. House" auf der Hanauer Landstraße. Der Club, von vielen Schwulen und Lesben besucht,  war auf mehrere Etagen angelegt, in dem mehrere tausend Gäste Platz hatten. © FNP Archiv
Wo ist das? Klar, im Funkadelic. Hier im Bild: Lady D mit den Geschäftsführern Kerim Saka, Andreas Malté und Thomas Weber anlässlich des sechsten Geburtstags des Clubs im Mai 1989. © FNP Archiv
DJ Michael Hohmann im alten "Funkadelic" in der Brönnerstraße, 25. Januar 1993. Seit 1998 befindet sich in den Räumen der Rock-Club "The Cave". © FNP Archiv
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Kalbach, war das Funkadelic zuletzt in der Bleichstraße zuhause. Hier eine Aufnahme aus 2005. © FNP Archiv
Partygeschehen im Ostklub auf der Hanauer Landstraße, den einst Hans Romanov ins Leben gerufen hatte. Aufnahme von 1997. © FNP Archiv
Georg Kliviny im "Sky Fantasy" im Europaturm (Ginnheimer Spargel), Dezember 1989. © FNP Archiv
Laser-Spektakel in der Music Hall, 23. März 1985. Neben dem Dorian Gray galt das dort eingebaute Soundsystem als besonders druckvoll. Die Boxen unter der Bühne waren so groß, dass zwei Leute darin Platz hatten und sich unterhalten konnten (kein Witz!). © FNP Archiv
Party im Odeon, Oktober 1986. Hieß auch mal "Plastik". Heute befindet sich in dem Gebäude das "Le Panther". © FNP Archiv
Die Studio Bar unweit der Hauptwache, heute Mantis Roofgarden. © FNP Archiv
Lange Schlange vor dem alten Polizeipräsidium bei Nacht der Clubs 2004. © FNP Archiv

Es folgten regelmäßige Gray-Besuche. Wenn er denn reinkam. Anzug tragen war nicht so sein Ding. Dann lernte er die Resident-DJs kennen und fing an, im kleinen Club Licht zu machen. Schließlich wurde er eines Tages von Thomas Groh, damals Discjockey im kleinen Club, gefragt, ob er als DJ aushelfen könne. Was für eine Frage. "Ich hätte ihm sogar noch Geld dafür gegeben",  erzählt Holl.

An seinem ersten Abend, einem Tag nach einer Playboy-Party, waren nur sechs Gäste da. Überall lagen Champagnerflaschen vom Vorabend herum. "Aber es war mir egal. Ich habe aufgelegt, als ob es der wichtigste Event in meinem Leben war", blickt Holl zurück. Groh wechselte dann ins Vogue (der Vorläufer vom Omen). Danach folgte ein Anruf vom Gray und Holl war eingestellt.

Nach drei Jahren im kleinen Club und einem Arbeitspensum von meist sieben Tagen die Woche war die Motivation aber irgendwann weg. Holl wollte etwas Anderes machen und fing als DJ in der Tangente an, damals ein Club auf der Bockenheimer Landstraße. Seitdem kennt er auch Peter Fischer, dem der Club damals zusammen mit Partnern gehörte.

Doch der Flughafen fehlte ihm bereits nach zwei Monaten. Und wie es der Zufall so will, rief Gerd Schüler an und er bekam die Chance, als DJ im großen Club zu spielen, was er für ein Jahr machte. "Ich war aber aufgrund meiner musikalischen Prägung noch nicht in der Lage, den großen Club so zu leiten, wie es mein DJ Kollege Michael Münzing tat. Ich bin das alles etwas zu musikalisch angegangen und habe die Besonderheit, das Wesentliche, dass den großen Club so prägte, zu der Zeit noch nicht erkannt", sagt Holl.

Ralf Holl in der DJ-Kanzel der Music Hall.

Ab 1984 legte er dann sechseinhalb Jahre in der ehemaligen auf, an dessen altem Standort in Bockenheim heute ein moderner Wohnkomplex thront. Die Hall war genau seine musikalische Welt. Hier spielte Holl bis 1991 einen zeitgemäßen, gemischten Sound von Elektronik bis Pop. Bekannt war die Diskothek vor allem wegen seiner mächtigen Anlage und den Laser-Shows, die Holl unter anderem regelmäßig mit "Moments in Love" von Art of Noise musikalisch untermalte. Songs von Frankie goes to Hollywood und Yello prägten den Sound auf der Tanzfläche. Ab ca. 1987 kam der New Beat und die Anfänge von House- und Technomusik dazu. Im Jahr 1994 wurde die "Hall" geschlossen.

Zusammen mit Bernhard Kunz ließ Holl die Music Hall ab 2010 wiederaufleben und organisierte an verschiedenen Orten Revival-Partys. Unter anderem auch drei Mal in VIP-Bereich der Commerzbank-Arena. Nach der letzten Party im Frühjahr 2018 wurde jedoch das Ende der Reihe verkündet. Aber das sei nicht so ganz in Stein gemeißelt, wie Holl verrät.

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