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Eng geht es in der Max-Hirsch-Straße zu, wenn sich zwei Autos begegnen. Wird dann auch noch gerast, kann es gefährlich werden.

Rasender Schleichverkehr

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Staus gehören am Erlenbruch seit Jahren zum Alltag für Autofahrer – so wie für die Riederwälder der Schleichverkehr durch ihre Siedlung. Jetzt wollen sie Raser mit Bodenschwellen ausbremsen – denn das Umfahren des Staus spart laut Test wirklich Zeit.

Eng ist es in der Max-Hirsch-Straße, wenn sich zwei Autos begegnen, denn auf beiden Straßenseiten wird geparkt. Und doch wird hier oft gerast, beklagen Anwohner. Vor allem in der Hauptverkehrszeit, wie etwa Andrea Schuck-Granderson erzählt. „Dann sind hier viele Autos mit auswärtigen Kennzeichen unterwegs, etwa Hanau oder MKK, die die Staus am Erlenbruch umgehen wollen“, ergänzt Bianca Winter. Einen Vorschlag von Anwohnern, um Raser auszubremsen, greift nun Ortsbeiratsmitglied Stefan Klee (Linke) auf: An drei Stellen soll die Stadt Bodenschwellen einbauen.

„Es gibt hier unterschiedlichen Schleichverkehr“, erklärt Schuck-Granderson. Zum einen jene Autofahrer, die stadteinwärts die Staus am Erlenbruch vermeiden wollen und im Zickzack durch den Riederwald fahren. Damit sich das lohnt, treten einige aufs Gas. Und das, obwohl die Straßen schmal sind und an jeder Kreuzung „rechts vor links“ gilt. Ein Teil dieser Strecke ist die Max-Hirsch-Straße. Gefährlich sei das vor allem für Kinder, sagt Margit Schmidt. „Es gab schon oft kritische Situationen.“

Auch in der Gegenrichtung fahre Schleichverkehr durch die Max-Hirsch-Straße, ergänzt Winter. „Am Johanna-Tesch-Platz fahren die Autos in die Riederwald-Siedlung, um an der Rümelinstraße wieder auf den Erlenbruch einzubiegen.“

Die schlimmsten Raser aber seien jene, die die Raiffeisenstraße als Abkürzung stadtauswärts benutzen, sind sich Winter, Schuck-Anderson und Schmidt einig. Dabei fahren sie rund 150 Meter weit, zwischen der Roscherstraße und der Schäfflestraße, ganz bewusst gegen die Richtung der Einbahnstraße. Sie seien besonders schnell unterwegs, um diesen Abschnitt zu passieren, bevor ihnen jemand entgegenkommt.

Die Bodenschwellen seien ein gutes Mittel, das sich im Nordend bereits bewährt habe, erklärt Winter. In der Max-Hirsch-Straße, aber auch vor dem Spielplatz an der Rümelinstraße, könnten sie den Verkehr gut ausbremsen, sagt Klee.

Aber bringt die vermeintlich Abkürzung etwas? Ein Test unserer Zeitung ergab: Außerhalb der Hauptverkehrszeit ist man als Autofahrer schneller, wenn man auf dem Erlenbruch bleibt. Gegen 10.30 Uhr brauchten wir über den 1,2 Kilometer langen Erlenbruch 4 Minuten und 8 Sekunden von der Lahmeyerstraße im Osten des Riederwalds bis zur Autobahnunterführung im Westen. Die Fahrt quer durch die Siedlung über Lahmeyerstraße, Schlettweinstraße, Motzstraße, Raiffeisen- und Roscherstraßer sowie durch Max-Hirsch-Straße und Johanna-Tesch-Platz zurück auf den Erlenbruch dauerte etwa zur gleichen Zeit 5 Minuten und 17 Sekunden.

Anders war es um 8.30 Uhr: Während der Schleichweg durch den Riederwald nur zwei Minute länger dauerte, zog sich die Fahrt über den Erlenbruch wegen des dichten Verkehrs 11 Minuten und 20 Sekunden hin – also doppelt so lange.

Den schnellen Schleichverkehr in der Max-Hirsch-Straße könne man ausbremsen, sagt Klee. In der Raiffeisenstraße sei das schwieriger. „Der Ortsbeirat hat einstimmig gefordert, dort einen festen Blitzer zu installieren, um all jene zu erwischen, die dort gegen die Einbahnstraßenrichtung fahren. Aber der Magistrat hat das abgelehnt: Er habe zu wenige Geräte.“ Dabei sei er überzeugt, dass das schon innerhalb von zwei, drei Wochen Wirkung zeige.

Über Klees Antrag, in der Max-Hirsch- und Rümelinstraße drei Bodenschwellen anzubringen, berät der Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald , Seckbach) in seiner Sitzung am Montag, 6. Juni. Beginn ist um 19.30 Uhr beim Heimat- und Geschichtsverein Fechenheim, Burglehen 7 (Mainbörnchen).

(hau)

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