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Rathenauplatz wird zur City-Prärie

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Von: Gernot Gottwals

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Da fehlen nur noch grasende Büffel: Hochbeete mit Präriepflanzen und in der Mitte Wasserspiele. So könnte der der Rathenauplatz schon 2024 aussehen.
Da fehlen nur noch grasende Büffel: Hochbeete mit Präriepflanzen und in der Mitte Wasserspiele. So könnte der der Rathenauplatz schon 2024 aussehen. visualisierung: Grünflächenamt © Stadt

Hochbeete, weil es zu viele Kabel gibt - Baubeginn noch im kommenden Jahr

Frankfurt kann keine Plätze. Wenn dieser Satz manchmal zu hören ist, dann mit Bezug auf großflächige Einzelbeispiele mit viel Asphalt und wenig abwechselnder und attraktiver Gestaltung. Wozu wohl auch das Areal um den Goetheplatz, Rathenauplatz und Roßmarkt gehört. Hier will das Grünflächenamt neue Akzente gegen den Klimawandel setzen, was jedoch noch nicht alle überzeugt.

Pläne gehen bis 2013 zurück

Und so bekamen Iris Eckstein und Dirk Schneider von der Abteilung Planung und Bau einiges an Lob, aber auch vereinzelt Kritik und Enttäuschung zu hören, als sie ihre mit Vorstudien bis ins Jahr 2013 zurückgehenden Pläne zur Begrünung und Aufwertung mit Sitzmöbeln und Pergolen auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) vorstellten. „Wobei zu berücksichtigen ist, dass unterhalb dieser Platzflächen zahlreiche Leitungen verlaufen“, wie Eckstein anhand von Planskizzen verdeutlichte.

Daher sind auf dem Rathenauplatz statt neuer Baumpflanzungen neun Hochbeete mit klimaresilienten Gräsern und Stauden vorgesehen, genannt Präriegarten. Es erfolgt automatische Tröpfchenbewässerung. „Bislang haben wir dort auf einer sich aufheizenden Fläche von 2650 Quadratmetern nur temporäre grüne Zimmer und wenige Sitzringe“, stellte Eckstein fest.

Einbezogen werden die vor allem für Kinder attraktiven Wasserspiele. Obwohl in der Vorplanung nicht vorgesehen, ist nun mit Rücksicht auf den Klimawandel eine Dachkonstruktion zur Beschattung als Möglichkeit angedacht.

Auf dem Goetheplatz wird der Hain von 40 Schnurbäumen durch zwei Nachpflanzungen und ein Staudenbeet am Denkmal ergänzt. Um die Baumflächen und Herrn Goethe soll die bisherige, dunkle durch eine gelbe Wegefläche ersetzt werden, die sich im Sommer nicht so aufheizt. Die Sitzgelegenheiten sollen durch Sitzbänke, Tisch-Hocker-Kombinationen oder spezielle Seniorenbänke und Drehliegen ergänzt werden. Auch hier ist eine automatische Bewässerung vorgesehen, außerdem die Erneuerung der Platzbeleuchtung.

Der veranstaltungsbedingt bislang nicht berücksichtigte Rossmarkt mit 4500 Quadratmetern könnte nun als Ergänzung zum Platanenbeet um das Gutenbergdenkmal durch eine weiteres Hochbeet auf der Südseite und eine begrünte Pergola ergänzt werden. Denn auch dieser Platz heize sich im Sommer stark auf, wie Eckstein erläuterte.

Grün allein genügt nicht

Stefan Korte (FDP) zeigte sich trotz der Bemühungen des Grünflächenamtes nicht überzeugt, da er das Grundproblem im gesamten Erscheinungsbild der Platzfolge sieht: „Hier fehlen einfach die wichtigen Grundvoraussetzungen für eine Ästhetik, da es keine ansprechende Struktur und Bebauung wie am Opernplatz mit der Alten Oper gibt“, kritisierte er. Alleine durch etwas mehr Begrünung sei hier nichts auszurichten, eher sollte man über einen Rückbau der Straße nachdenken.

Grünensprecher Alexander Mitsch sprach den Vertretern des Grünflächenamts Anerkennung aus: „Sie müssen heute mit der früheren Planung einer autogerechten Stadt klarkommen, die auch von der FDP unterstützt wurden.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Clemens Schubert betonte die Wichtigkeit der Beschattungselemente, die CDU-Fraktionsvorsitzende und Kinderbeauftragte im Gallus Sara Steinhardt verwies auf die attraktiven Wasserspiele, die zu einem Spielplatz ausgebaut werden sollten. Auch Ingrid von Hohnhorst (FDP) sprach von Spielgeräte und Anregungen ihrer Fraktion zu breiteren Sitzlehnen. „Warum ist es nicht möglich, die Leitungen neu zu verlegen und auch die übrige Platzfläche mit hellerem Belag zu gestalten?“, wollte Hanna Große-Vorholt (ÖkoLinX-ARL) wissen. Eckstein und Schneider sagten zu, sämtliche zusätzlichen Vorschläge zur Begrünung und Möblierung zu berücksichtigen. Vorschläge zur Neugestaltung des Platzes und des Straßenraums würden jedoch weitere Ämter einbeziehen und einen Rückschritt im gesamten Zeitplan bedeuten: Der sehe bislang vor, dass die detaillierte Ausarbeitung und Bereitstellung der Finanzmittel im nächsten Jahr und die Umsetzung Mitte 2024 erfolge.

Gernot Gottwals

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