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Eine Ratte rennt über einen gepflasterten Weg. Ein Schädlingsbekämpfer sucht nun in Preungesheim nach den Nagern.

Stadt tritt auf die Bremse

Ratten auf dem Preungesheimer Friedhof?

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Ratten auf und neben dem Preungesheimer Friedhof? Beim zuständigen Ortsbeirat schrillten sofort die Alarmglocken, doch die Stadt tritt auf die Bremse. Zunächst will das Grünflächenamt klären, ob die Nager sich dort tatsächlich ausgebreitet haben.

Für manche Preungesheimer war es ein Schreck: Ratten! Und das nicht nur auf, sondern wohl auch neben dem Friedhof. So wurde es zumindest dem Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) zugetragen, der auch sogleich aktiv wurde. „Die Leute fühlen sich belästigt und bedroht. Das wollen und müssen wir ernst nehmen“, sagt Ortsvorsteher Robert Lange (CDU). Bereits im September hatten die Stadtteilpolitiker deswegen eine Anregung an den Magistrat gestellt, die Ratten zu bekämpfen.

Dort hat man mittlerweile reagiert: Das Grünflächenamt hat einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, der nun das Areal des 1860 eingeweihten Friedhofs in Alt-Preungesheim genauer unter die Lupe nimmt und auf Rattenjagd geht. Zumindest, wenn die Nager sich dort tatsächlich breitgemacht haben. Denn zunächst soll deren Existenz geklärt werden. Gibt es jedoch tatsächlich Ratten auf dem Friedhof, dann könne deren Bekämpfung mehrere Monate in Anspruch nehmen, heißt es in einer Stellungnahme des Magistrats.

Tiere breiten sich aus

Für Robert Lange ist die Sachlage eindeutig. „Ich glaube den Leuten. Mich hat im Spätsommer jemand per E-Mail informiert, und wir haben einen entsprechenden Antrag formuliert, der im Ortsbeirat verabschiedet worden ist. Dabei ist wichtig zu wissen: Es geht uns nicht nur um den Friedhof. Es geht uns um die gesamte Gegend. Ratten halten sich nicht an irgendwelche Zuständigkeitsgrenzen. Rund um den Friedhof gibt es eine Kleingartenanlage, aber auch Einfamilienhäuser“, betont der Ortsvorsteher, dass sich das Problem nicht nur auf den Friedhof konzentriere.

Eine Überraschung

Ein Aspekt, den das Grünflächenamt aktuell allerdings nicht beleuchtet. Dort wird zunächst nur der Friedhof auf Ratten überprüft. Sollte es dort tatsächlich welche geben, wäre das für Thomas Bäder, Leiter des Friedhofsamtes, tatsächlich eine Überraschung. „Ich bin gespannt, was der Schädlingsbekämpfer alles findet. Ratten hatten wir, glaube ich, bislang noch nie auf Friedhöfen“ sagt er. Im Gegensatz zu Kaninchen, die gebe es immer wieder. Sie fressen dort die Blumen. „Aber Ratten?“, ist Bäder immer noch ein wenig unsicher, ob die Gerüchte wirklich stimmen.

Keine Abfälle

Denn er kann sich nicht erklären, was die Nager auf einem Friedhof anlockt. Zudem gebe es neben dem Preungesheimer Gottesacker auch noch die stark befahrene Gießener Straße – nicht gerade ein Paradies für die Tiere. „Da gibt es ja nicht mal ein Café oder eine Imbissbude, wo unter Umständen Lebensmittel im Abfall landen, die die Tiere dann anlocken“, will er deswegen zunächst abwarten, was der Schädlingsbekämpfer, der bereits aktiv ist, herausfindet.

An der Existenz der Tiere, die im schlimmsten Falle sogar Krankheiten übertragen können, zweifelt Robert Lange nach wie vor nicht. Allerdings ist der Ortsvorsteher sauer. „Wir haben ausdrücklich gefordert, nicht nur auf dem Friedhof, sondern auch in der Umgebung nach Ratten zu suchen“, will er deswegen noch einmal nachhaken. Er vermutet, dass der heiße Sommer nicht ganz unschuldig an der Existenz der Ratten sei.

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