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Rebstockbad in Frankfurt: Abriss beginnt – Zeitplan für Neubau steht

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Von: Oliver Teutsch

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Abriss per Baggerbiss: Das Rebstockbad wird abgebaut.
Abriss per Baggerbiss: Das Rebstockbad wird abgebaut. © Peter Jülich

Nach dem Rückbau beginnt nun der Abriss des alten Rebstockbads. Der Neubau soll 2025 stehen, auch wenn der Rückbau länger dauerte.

Frankfurt – Abschiedsmusik war nicht zu hören, aber ein paar wehmütige Gesichter beim Personal der Bäderbetriebe in Frankfurt* gab es schon zu sehen, als der 130 Tonnen schwere Langarmgreifer am Donnerstag mit dem Abriss des Rebstockbads begann. Sportdezernent Mike Josef (SPD) ließ es sich nicht nehmen, selbst mal in die Kabine des Spezialgeräts mit einer Greifreichweite von 42 Metern zu steigen. „Es wird ein neues Kapitel aufgeschlagen“, so Josef.

Ähnliche Töne waren im April 2021 schon von seinem Amtsvorgänger Markus Frank (CDU) zu hören gewesen. Seinerzeit hatte der Rückbau des altehrwürdigen Schwimmbads begonnen. Das Ausschlachten der Schwimmkathedrale dauerte dann aber doch deutlich länger als ursprünglich angenommen. Zwei bis drei Monate hatte Bäderchef Boris Zielinski geschätzt. „Da war ich etwas optimistisch“, gestand er am Donnerstag. Der Rückbau sei sehr aufwendig gewesen. Hunderte Kilometer Kabel mussten von Mineralwolle getrennt, alle Baumaterialien separat entsorgt werden. Das He- raustragen von Palmen, Bänken oder Umkleidespinden, die jetzt im Freibad Nieder-Eschbach weiter genutzt werden, war da noch die geringste Arbeit.

Rebstockbad Frankfurt: Neubau soll 2025 eingeweiht werden

Zielinski versichert aber, die Bauarbeiten für das neue Rebstockbad lägen voll im Zeitplan. „Wenn wir am 1. Januar 2023 mit dem Neubau beginnen können, ist alles gut.“ Eingeweiht werden soll das hochmoderne Bad 2025.*

Doch bis dahin gibt es noch viel Arbeit. Der Abriss eines Gebäudes mit einem Volumen von 130 000 Kubikmetern ist nichts für einen Samstagnachmittag. Begonnen hatten die Arbeiten an der Fassade zum Außenschwimmbecken. Böse Zungen behaupten, man habe dort nur das Gerüst wegnehmen müssen, um mit dem Abbruch zu beginnen. Ein Baugerüst hatte die marode Dachkonstruktion des Schwimmbads seit Jahren aus Sicherheitsgründen gestützt. Der Gebäudeteil vorne zur Straße hin soll indes zunächst stehen bleiben, um während der Bauarbeiten einen Lärmschutz für die Nachbarschaft zu bieten. Auch beim Abriss müssen die verschiedenen Materialien fein säuberlich getrennt werden. Nach dem Abbruch der Gebäudehülle ist der Rückbau des Rohbaus und der Beckenlandschaft vorgesehen. Derzeit steht die alte Rutsche, die vielen Tausend Kindern und Erwachsenen Freude bereitet hat, noch wie ein Industriedenkmal da. Eine neue Verwendung wird sie nicht finden. „Wir haben den Einbau in einem anderen Schwimmbad geprüft, aber der Ab- und Umbau wäre zu teuer“, so Zielinski.

Kosten für neues Rebstockbad in Frankfurt von 89,5 Millionen Euro wohl kaum zu halten

Während der Abrissarbeiten werden unterdessen schon die Vorbereitungen für den neuen Bau vorangetrieben. Geplant werde derzeit im Freien mit einem 25-Meter-Becken. In den kommenden drei Monaten soll der Bauantrag gestellt werden. Josef ist sehr darum bemüht, den Zeitplan für den Neubau einzuhalten.* „Es wird alles nicht billiger“, erklärt er. Obwohl der ursprüngliche Zeitplan noch steht, seien die anfangs kalkulierten Baukosten von 89,5 Millionen Euro wohl kaum zu halten, ließ auch Bäderchef Zielinski durchblicken. (Oliver Teutsch) *fr.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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