Wo einst an der Friesstraße Wiesen und Bäume standen gibt es nur noch kleine Bäume neben dem Rechenzentrum von Equinix. Die Fassadenbegrünung rankt sich aber langsam das Gitter an dem grauen Kasten hinauf. FOTO: enrico Sauda
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Wo einst an der Friesstraße Wiesen und Bäume standen gibt es nur noch kleine Bäume neben dem Rechenzentrum von Equinix. Die Fassadenbegrünung rankt sich aber langsam das Gitter an dem grauen Kasten hinauf.

Fenchenheim

Projekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet“ in Frankfurt - Rechenzentrum anstatt Blockheizkraftwerk

  • Friedrich Reinhardt
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In Fenchenheim gibt es das Projekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet“. Entgegen der Erwartungen verschwindet das Grün jedoch, Rechenzentren dagegen entstehen - wie passt das zusammen?

Fenchenheim – Im "Nachhaltigen Gewerbegebiet" verschwindet das Grün - wie passt das zusammen? Das ist doch ein Widerspruch, findet Beate Brink. Man müsse nur zwei Luftbilder vom Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach vergleichen, eines von heute und eines von vor fünf Jahren, beschreibt die Grüne im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach), dann zeige sich deutlich: "In der Zeit hat sich das Grün im Gewerbegebiet verringert".

Dabei ist in diesen fünf Jahren das Projekt "Nachhaltiges Gewerbegebiet" in dem Gewerbegebiet zwischen Riedgraben und Hanauer Landstraße aktiv. Es ist angetreten, das Gewerbegebiet nachhaltiger zu machen. Wie könne es da sein, dass Bäume, Büsche und Wiesen, die CO² speichern, Schatten spenden und Regenwasser versickern lassen, weniger werden? Wie passe das mit dem Anspruch des Projekts der Wirtschaftsförderung zusammen?, fragte Brink.

Frankfurt-Fenchenheim: Rechenzentren und ihr Flächenverbrauch

Auch wegen dieser Frage hatte der Ortsbeirat den Standortmanager des "Nachhaltigen Gewerbegebiets" Tobias Löser in die Sitzung am Montagabend (13.09.2021) eingeladen. Und um mit ihm über die vielen Rechenzentren zu sprechen, die derzeit in Seckbach stehen, entstehen und noch entstehen sollen. Sie sind mit ihrem Flächenverbrauch aus Sicht der Grünen die Hauptverantwortlichen dafür, dass Flächen versiegelt werden und Bäume verschwinden.

In die Sitzung hatte Löser Verstärkung mitgebracht: die kommissarische Klimaschutzmanagerin Monika Brudler, Paul Fay (Leiter des Energiereferats) und Ansgar Roese (Prokurist der Wirtschaftsförderung). Ihre Antwort auf die Frage nach dem vermeintlichen Widerspruch bestand im Prinzip aus zwei Teilen.

Frankfurt-Fenchenheim: Nachhaltigkeit ist mehr als Bäume und Wiesen erhalten

Erster Teil: "Nachhaltigkeit" bedeute mehr als Bäume und Wiesen erhalten. Das Projekt arbeite daran, Unternehmen zu vernetzen und ihnen zu helfen, beispielsweise Solarpaneele auf die Dächer zu bringen, Fassaden zu begrünen oder Fuhrparks zu elektrifizieren. Teils mit Erfolg, sagte Brudler.

Solaranlagen mit 2000 Kilowatt-peak (die Maßeinheit der elektrischen Leistung von Photovoltaikanlagen) seien mithilfe der Energieberatung entstanden. Insgesamt gebe es ein Potenzial für 4400 Kilowatt-peak. Ebenso seien Unternehmen auf energiesparende LED-Technik umgestiegen. Dazu Brink: "Wir sehen, dass diese Arbeit wichtig ist." Auch sei sie froh, dass das Projekt verlängert wurde.

Der zweite Teil der Antwort: Der Flächenbesitz der Stadt im Gewerbegebiet gehe gegen Null. Das Standortmanagement könne nur mit Beratung auf die Firmen einwirken, erklärt Roese.

Frankfurt-Fenchenheim: Wegen Rechenzentren kein Heizkraftwerk

Roese verteidigte die Rechenzentren gegen die Kritik. Sie seien "elementarer Bestandteil der Digitalisierung", ermöglichten den Finanzplatz Frankfurt.

Auch der Leiter des Energiereferats hielt eine pauschale Kritik an Rechenzentren wegen des hohen Stromverbrauchs und der Abwärme für zu kurz gegriffen. "Die Branche tritt mit einer Selbstverpflichtung an, bis 2030 klimaneutral zu werden." Nun gehe es darum, dafür zu sorgen, dass der "grüne Strom", den die Datenzentren nutzten, wirklich grün sei und sie so effizient wie möglich liefen.

Wegen der großen Zahl der Rechenzentren in Seckbach und Fechenheim könnten sie etwa ein Blockheizkraftwerk überflüssig machen, von dem im Klimaschutzteilkonzept für das Gewerbegebiet noch die Rede ist. Das benötigte Nahwärmenetz sieht das Konzept bereits vor. Das Netz könnte in der stillgelegten Bahnfläche verlegt werden und alle Firmen anschließen. Die Rechenzentren würde die Abwärme "gern und kostenlos zu Verfügung stellen". (Friedrich Reinhardt)

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