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Positive Bilanz

Regionalrat Ginnheim: Gemeinsam für mehr Sicherheit

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Ein Jahr Regionalrat Ginnheim - in einem Stadtteil, der in den vergangenen Wochen immer wieder durch negative Schlagzeilen aufgefallen ist. Trotzdem kann sich die Bilanz der vergangenen zwölf Monate sehen lassen - denn Prävention braucht Zeit, sagen die Verantwortlichen.

Hinweise auf Drogenhandel- und -konsum, Ruhestörungen, allgemeine Belästigungen sowie der zunehmende Alkoholkonsum von Minderjährigen und der Wunsch mehrerer im Stadtteil lebender Personen – das waren die Gründe, warum vor einem Jahr in Ginnheim der 18. Regionalrat im Stadtgebiet gegründet wurde. Um die einzelnen Institutionen im Stadtteil mehr miteinander zu vernetzen und die Kriminalität zu bekämpfen.

Das ist in den vergangenen zwölf Monaten gelungen, wie Klaus-Dieter-Strittmatter, Leiter des Präventionsrates, betont. „Es ist ungewöhnlich, dass in einem Jahr so viel angestoßen und bewegt wird“, sagt er. Allerdings dürfe man lediglich von dem Einrichten eines Regionalrates „keine Wunder erwarten“. Denn Prävention sei stets sehr mühselig und langatmig. „Man braucht viel Geduld“, sagt Strittmatter.

Die brauche man auch bei dem Thema Platensiedlung. Regelmäßig steht das Quartier rund um die Franz-Werfel-Straße mittlerweile im Fokus, spätestens seit der erfolgreichen Drogenrazzia Mitte September. Diese habe jedoch auch zu Verunsicherung geführt, bei den Menschen die dort gerne leben, berichtet Rachid Rawas, Vorsitzender des Regionalrates. „Wir können die Angst dort nicht einfach wegzaubern. Das braucht Zeit“, betont er.

Erste Veränderungen

Die habe man sich in den vergangenen Monaten bewusst genommen, die ersten Erfolge gebe es bereits. „Wir spüren eine positive Veränderung. Auf einer Skala von eins bis fünf haben wir die Zwei erreicht. Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Rawas.

Diese Veränderung hat auch Frank Sandvoß, Leiter des 12. Polizeireviers, festgestellt. „Vor einem Jahr war die Angst in der Platensiedlung noch größer, jetzt erfahren die Menschen mehr Zuspruch. Und sie sind gesprächsbereiter“, bilanziert er und betont zugleich, dass es sich bei dem Quartier trotz der negativen Nachrichten aus Sicht der Polizei um keinen Kriminalitätsschwerpunkt, sondern vielmehr um einen sozialen Brennpunkt handle.

Trotz dieser positiven Stimmen tritt Klaus-Dieter Strittmatter etwas auf die Bremse. „Das Klima hat sich zwar verbessert, von einem Erfolg sind wir aber noch weit entfernt“, sagt er und spielt damit auf die jüngsten Ereignisse an Halloween an. Polizisten wurden mit Steinen beworfen, bei einem Linienbus die Scheiben eingeworfen sowie Mülltonnen angezündet. Das sei in Ginnheim bislang noch nicht vorgekommen. In den vergangenen Jahren habe es solche Ausschreitungen an Halloween meist in Fechenheim gegeben.

Brennende Mülltonnen

Eine enge Zusammenarbeit des Regionalrates mit den Schulen sowie dem Verteilen entsprechender Flugblätter habe dort Erfolg gehabt. Deswegen wolle man diese Maßnahme künftig auch in Ginnheim anwenden. Und auch für die Silvesternacht – dort brannten im vergangenen Jahr in der Platensiedlung Mülltonnen – habe man sich eines Beispiels bedient: der Karl-Kirchner-Siedlung in Preungesheim. Dort kam es immer wieder zu ähnlichen Problemen. Doch durch das Einbeziehen der Jugendlichen sowie das Entfernen von brennbaren Materialien hat sich dort die Lage etwas entspannt.

„Damit haben wir im vergangenen Jahr angefangen und wollen dies nun fortführen“, sagt Strittmatter und zählt sogleich noch weitere erfolgreiche Projekte auf, die der Regionalrat Ginnheim in den vergangenen Monaten angestoßen hat und fortführen will. Wie den Sauberkeitstag, die Unterstützung bei Stadtteilfesten sowie eine Informationsveranstaltung mit der Polizei.

2019 sollen kostenlose Seminare für die Bürger hinzu kommen, die sich mit Zivilcourage und Sicherheitsgefühl beschäftigen. „Prävention ist das Bohren dicker Bretter über einen langen Zeitraum. Aber wir bleiben dran“, versichert Strittmatter.

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