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06.11.2018. Die Busparkplätze

Touristenvehikel in Sachsenhausen

Reisebusse verschandeln das Mainufer

Die zahlreich geparkten Touristenbusse am Sachsenhäuser Ufer nerven Anwohner, Auto- und Fahrradfahrer sowie Fußgänger schon seit längerer Zeit immens. Das Verkehrsdezernat sucht nach langanhaltender Kritik endlich Ausweichparkplätze. Doch eine Alternative ist nicht in Sicht.

Anfangs waren es wenige. Inzwischen parken fast Tag für Tag Dutzende Reisebusse am Sachsenhäuser Ufer rechts und links des Aufgangs zum Eisernen Steg. Radfahrer in Richtung Osten müssen ausweichen, weil einige Busfahrer manchmal auf den Stufen ihres gewaltigen Gefährts sitzen, dort essen oder telefonieren. Fußgänger laufen zwischen den Bussen hindurch, um die Straßenseite zu wechseln – für alle Verkehrsteilnehmer eine unübersichtliche und damit gefährliche Angelegenheit. Ständig staut sich der Verkehr auf dem Schaumainkai, weil die Busse eine von zwei Straßenspuren Richtung Westen einnehmen. Krankenwagen aus Richtung Osten kommend müssen wegen Rückstaus oft warten, um in die Schulstraße zum Krankenhaus abzubiegen.

Immer mehr Touristen

Im Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) feilt die Koalition aus CDU, Grünen und FDP noch an einem gemeinsamen Antrag. Mit Blick auf die geplante Sperrung des nördlichen Mainufers (Mainkai) ab Sommer 2019 wollen die Fraktionen, dass die Busse woanders parken. Denn der Verdrängungsverkehr dürfte sich absehbar nach Sachsenhausen verlagern.

25 Parkplätze stellt die Stadt am Sachsenhäuser Ufer zwischen 8 und 20 Uhr kostenlos zur Verfügung. Diese „Wand aus Bussen“ sei auch nicht in seinem Sinne, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Die Straße sei für so viele Parkplätze ungeeignet. „Die Zahl der Touristen wird in den nächsten Jahren aber eher noch zunehmen. Deshalb suchen wir nach Alternativparkplätzen.“

Doch die sind schwer zu finden. Im Römer hat sich die FDP-Fraktion der Sache angenommen. „Die Busse verstellen den Blick auf die Skyline und auf unser schönes Museumsufer,“ sagt die planungspolitische Sprecherin Elke Tafel-Stein. Sie schlägt den Parkplatz am Waldstadion vor: „Die Entfernung in die Innenstadt ist nicht zu weit; höchstens 20 Minuten, im Berufsverkehr vielleicht eine halbe Stunde. “ Die Stadt lehnt das aber ab, weil der Parkplatz für Veranstaltungen im Stadion gebraucht werde. „Dabei steht der Parkplatz während der Woche leer“, so Tafel-Stein. Zudem könnte ein früherer Parkplatz an der Isenburger Schneise wiedereröffnen. Dieser soll allerdings aufgeforstet werden. „Wenn beides nicht geht, fordern wir, dass die Stadt eine Lösung findet,“ so Tafel-Stein.

Firmen mögen Standort 

Für Touristik-Unternehmer ist der Standort am Sachsenhäuser Ufer praktisch: Die Kunden steigen in der Altstadt an der Berliner Straße aus, der Bus fährt über die Kurt-Schumacher-Straße und die Alte Brücke nach Sachsenhausen, biegt rechts ab und parkt. Um die Kunden wieder einzusammeln, fährt er über die Untermainbrücke zurück in die Berliner Straße. „Wir halten den Stellplatz aus Mangel an Alternativen für erhaltenswert“, sagt Mikael Horstmann vom Verein der Frankfurter Stadt- und Gästeführer. Werde der innerstädtische Mainkai gesperrt, würden die Busparkplätze am Sachsenhäuser Schaumainkai dringend gebraucht, weil die wenige Busstellplätze am Mainkai dann wegfielen, so der Stadtführer. Auf dem Schaumainkai, räumt er ein, müssten zwei Plätze vor der Einmündung Schulstraße wegfallen, „weil es dort Probleme beim Ein- und Ausfahren in die Schulstraße gibt“. Der Parkplatz am Waldstadion sei problematisch, weil Busse durchs „Nadelöhr“ Otto-Hahn-Platz müssten. Zudem parkten manche nur eine Stunde, dann lohne sich die Fahrt zum Stadion noch weniger. Der Stadt- und Gästeführerverein schlägt die Franziusstraße im Osthafen als Stellplatz an Samstagen vor, alternativ die Babenhäuser Landstraße am Sachsenhäuser Berg. Ein Konzept will der Verein im Dezember vorstellen.

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