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Wohnungsbau statt Moschee forderte dieser Demonstrant am Montag ? so wie Anwohner der Bessemerstraße in der Ortsbeiratssitzung.

Baugenehmigung

Religiöses Zentrum: Noch ist nichts entschieden

Ob und wie der Verein „Islamische Informations- und Serviceleistungen“ in der Bessemerstraße 7 bauen darf ist laut der Bauaufsicht noch nicht entschieden. Einen Bauantrag habe der Verein noch nicht gestellt.

Die Bessemer Straße, erklärt Simone Zapke, Leiterin der Frankfurter Bauaufsicht, „ist die Trennlinie“. Die Trennlinie zwischen einem Mischgebiet und Wohngebiet östlich und einem reinen Gewerbegebiet westlich der Straße. Eine Unterscheidung, die wichtig ist an diesem Abend in der Sitzung des Ortsbeirats 16. Denn eine der vielen Fragen aus der Nachbarschaft der Straße ist: Wieso kann man auf der Westseite keine Wohnungen bauen? „Da stehen doch bereits Wohnhäuser, im Gewerbegebiet. Gewerbe gibt es doch kaum noch“, ist ein Satz, der an diesem Abend oft fällt.

Die Hoffnung der Anwohner ist, so den Bau eines islamischen Gemeindezentrums zu verhindern (wir berichteten). Der Verein „Islamische Informations- und Serviceleistungen“ (IIS)aus dem Gallus hat das Grundstück Bessemerstraße 7 gekauft, um die Gewerbebauten zum Gemeindezentrum umzubauen. Viele Nachbarn lehnen das ab.

Wohnungsbau sei in einem Gewerbegebiet „nicht genehmigungsfähig“, sagt Zapke. Aber es gebe dort schon Wohnhäuser, wundern sich Bürger. Von unserer Zeitung nach der Sitzung angesprochen, erklärt Zapke, dass das nur Wohnungen sein können, die einst zu einem Betrieb gehörten. Etwa für einen Betriebsleiter oder leitende Angestellte. Diese Wohnungen könnten später umgebaut worden sein. Ein andere Erklärung liefern Bewohner der Häuser im Gewerbegebiet: Die Gebäude entstanden, bevor der heute gültige Bebauungsplan 1969 in Kraft trat.

Den Bau eines religiösen Zentrums würde eine Umwidmung des Gewerbe- zum Wohn- oder Mischgebiet nicht verhindern, erklärt Zapke. Denn das sei auch dort genehmigungsfähig.

Aber wieso habe die Bauaufsicht angesichts der angespannten Parkplatz- und Verkehrssituation in der Bessemerstraße das islamische Zentrum genehmigt, fragen mehrere Anwohner. Die vielen benötigten Parkplätze gebe es auf dem Grundstück nicht und die Straße sei bereits zugeparkt.

Das sei für die Bewilligung der Bauanfrage nicht relevant gewesen, sagt Zapke: Zu klären sei nur gewesen, ob grundsätzlich ein religiöses Zentrum gebaut werden könne – egal in welcher Größe. Die Frage, ob der Bauherr genug Parkplätze nachweisen könne, sei erst Teil eines Baugenehmigungsverfahrens – ein Bauantrag sei aber noch nicht gestellt worden. Ein islamisches Gemeindezentrum gelte als „Versammlungsstätte mit gesamtstädtischer Bedeutung“, das strenge Kriterien erfüllen müsse.

Eigentlich hätten die Bürger an diesem Abend gerne auch mit IIS-Vertretern gesprochen. Die Gelegenheit sollen sie am 7. November bekommen, sagt Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU). Dann beginnt um 20 Uhr im Volkshaus eine Podiumsdiskussion mit dem Verein, dem Ortsbeirat, den zuständigen städtischen Ämtern im Volkshaus Enkheim. „Es wäre schön, wenn dann auch ein Vertreter der Anwohner mit auf dem Podium säße.“

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