Dem Rat der Religionen bleiben die Juden fern

Khushwant Singh von der Sikh-Gemeinde bleibt erster Vorsitzender des Rats der Religionen in Frankfurt am Main. Die Mitgliederversammlung habe den Direktor des katholischen „Hauses am Dom“,

Khushwant Singh von der Sikh-Gemeinde bleibt erster Vorsitzender des Rats der Religionen in Frankfurt am Main. Die Mitgliederversammlung habe den Direktor des katholischen „Hauses am Dom“, Joachim Valentin, zu dessen Stellvertreter bestimmt, teilte die Geschäftführerin, die evangelische Pfarrerin Ilona Klemens, am Mittwoch mit. Dem neuen Vorstand gehörten auch Ünal Kaymakci für die muslimischen Gemeinden und Verbände, Karsten Schmidt für die buddhistischen Gemeinden sowie Armin Eschraghi von der Bahai-Gemeinde an.

Der Rat der Religionen Frankfurt setzt sich nach den Angaben von Klemens zurzeit aus 20 Mitgliedern zusammen, die acht Religionsgemeinschaften und -familien vertreten. Die jüdische Gemeinde hatte ihre Mitgliedschaft im Sommer 2014 wegen israelfeindlicher und antisemitischer Äußerungen muslimischer Ratsmitglieder zum Gaza-Konflikt zunächst ruhen lassen und wenig später das Gremium verlassen. Selçuk Dogruer, Landesbeauftragter der türkischen Religionsbehörde Ditib und Vorstandsmitglied im Religionen-Rat, hatte im Sommer Kritik daran geübt, dass sich der Frankfurter Polizeipräsident beim Zentralrat der Juden dafür entschuldigt hatte, dass seine Beamten bei einer Demo antiisraelischen Demonstranten das Megafon überlassen hatten. Diese hatten das als Gelegenheit genutzt, um auf der Zeil üble Parolen gegen Israel und Juden zu brüllen (wir berichteten). Der neu konstituierte Rat der Religionen betonte erneut seine Bereitschaft zum Dialog mit der Jüdischen Gemeinde und zur Beilegung des Konfliktes.

Der satzungsgemäße Auftrag des Rates ist es, den interreligiösen Dialog und das gleichberechtigte Zusammenleben der Kulturen und Religionen in Frankfurt zu fördern. Seit seiner Gründung am 1. April 2009 verabschiedete er mehrere Grundsatzpapiere und Stellungnahmen und organisierte interreligiöse Begegnungen.

Seit zwei Jahren besteht eine Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank, das gemeinsam mit Schülern sowie Lehrern an der Überwindung von religiös begründeten Vorurteilen und Antisemitismus arbeitet.

Der Rat der Religionen führt zudem Gespräche mit Dezernaten und Parteien in Frankfurt und ist Mitglied in der hessischen Integrationskonferenz. 2012 erhielt das ehrenamtlich arbeitende Gremium für sein Engagement den Integrationspreis der Stadt.

(red)

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