Der Asphalt, vor Jahren übers Kopfsteinpflaster geschüttet, ist stark gewellt und platzt an vielen Stellen auch auf. Foto: Michael faust
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Der Asphalt, vor Jahren übers Kopfsteinpflaster geschüttet, ist stark gewellt und platzt an vielen Stellen auch auf.

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  • vonStefanie Wehr
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Die überfällige Sanierung der Gartenstraße kommt frühestens 2024

Auf der Gartenstraße wird oft gerast - die Straße, die zur Kennedyallee und damit zum Flughafen und zur Autobahn führt, ist eine Durchgangsstraße und wichtige Ader des Stadtteils. Auch die Straßenbahn nutzt sie zwischen Stresemannallee und Schweizer Straße, auf die sie abbiegt.

Die Raserei ist verwunderlich, zumal die Gartenstraße besonders im Abschnitt zwischen der Schweizer Straße und dem Otto-Hahn-Platz schon seit Jahren in sehr schlechtem Zustand ist. Der Asphalt ist eine Hubbelpiste, mit Spurrinnen, Senken und Löchern, durch die das Kopfsteinpflaster hervorkommt. Anwohner und auch der Ortsbeirat 5 beklagen das seit langem. Fahrradfahren ist auf diesem Abschnitt nahezu unmöglich, zumal es - auf der gesamten Länge der Gartenstraße - keine Radspur gibt. Eine solche hätte gar keinen Platz, zumal sich die Autofahrer oft auf der engen Spur an der Straßenbahn vorbei quetschen. Radler weichen auf Gehwege aus, auf dem zusätzlich auch teils Autos parken.

Die Sanierung der Straße, die seit langem gefordert wird, lässt jedoch noch weitere Jahre auf sich warten, teilt das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) auf Anfrage mit. Das liegt vor allem an der Straßenbahn.

Bürokratischer Riesenaufwand

Denn: Würde man die Schienen verlegen, müsste möglicherweise ein Planfeststellungsbeschluss her, erläutert Ulrich Rendel vom Amt für Straßenbau und Erschließung. Im Moment würde geprüft, ob es auch ohne geht. "Wann wir beginnen können, hängt von vielen Faktoren ab." Geld sei im Haushalt für die Sanierung auch noch nicht veranschlagt. Rendel erklärt, welcher Aufwand damit verbunden ist, die Straße zu erneuern. Nach "derzeitigem Stand rechnen wir mit der Sanierung entweder schon im Jahr 2024 oder erst 2026", so Rendel.

Der zweite Grund, warum es noch immer keine Sanierungspläne gibt, ist der Radentscheid, also der Beschluss, Frankfurt zur Fahrradstadt zu machen. Alle Straßenbauprojekte müssen den neuen Anforderungen gemäß neu durchdacht werden. "Hier stimmen wir uns derzeit mit mehreren Ämtern ab", erklärt Rendel. Wenn das erledigt sei, könnten noch in diesem Jahr die Stadtverordneten einen so genannten Vorplanungsbeschluss verabschieden.

"Die Entwurfsplanung würde dann im Jahr 2022 erfolgen und - sofern erforderlich - das Planfeststellungsverfahren im Zeitraum von 2023/2024. Je nachdem könnte dann im Jahr 2023 ohne einen Planfeststellungsbeschluss oder im Jahr 2025 mit einem Planfeststellungsbeschluss die Ausführungsplanung erstellt und schließlich die Bau- und Finanzierungsvorlage beschlossen werden." Dann müssen die Bauarbeiten noch ausgeschrieben werden und könnten entweder 2024 oder 2026 losgehen. Mit der Neugestaltung der Schweizer Straße habe die Planung für die Erneuerung der Gartenstraße aber nichts zu tun. Beide Projekte laufen unabhängig voneinander. Die Gartenstraße bleibt also noch eine Weile lang die Buckelpiste, die sie ist. Teilsanierungen des Straßenbelags seien zurzeit nicht geplant, so der Mitarbeiter des ASE.

Sollten schlimmere Schäden auch auf den Gehwegen entstehen, würde die Stadt selbstverständlich eingreifen, um den Verkehr zu sichern. Stefanie Wehr

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