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Weiße Schrift auf grauem Grund - so sieht der Foodtruck aus, der ab März auf Frankfurts Straßen unterwegs ist.

Foodtruck

„Resteküche“-Team steht ab März am Herd

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Für einen Foodtruck, in dem ausschließlich Speisen aus geretteten Lebensmitteln verkauft werden, sammelte die Initiative „ShoutoutLoud“ Anfang vergangenen Jahres über 40 000 Euro. Nun hat der Verein ein geeignetes Fahrzeug gefunden und will Ende März mit dem Angebot starten.

Dass es so schwer sein würde, ein geeignetes Fahrzeug für ihre „Resteküche“ zu finden, das hatten sich die Mitglieder des Vereins „ShoutoutLoud“ nicht gedacht. Sie hatten zwar von Dezember 2016 bis Februar vergangenen Jahres per Internet-Spendenaufruf immerhin über 40 000 Euro gesammelt, um die Idee eines Foodtrucks umzusetzen, in dem sie nur Gerichte verkaufen wollen, die aus geretteten Lebensmitteln gekocht werden. Doch es dauerte nochmals annähernd ein Jahr, bis der Foodtruck im März nun erstmals rollt.

Das Fahrzeug haben einige Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Daniel Anthes nach langer Suche schließlich in Wuppertal gefunden. „Natürlich hatten wir uns von Anfang an zum Ziel gesetzt, vor allem nach Trucks in der Rhein-Main-Region zu suchen“, erzählt Anthes. Wie sich herausstellte, ein aussichtsloses Unterfangen. „Wir haben ziemlich schnell bemerkt, dass unser Budget nicht ausreichend war. Die Preise für Foodtrucks haben bei dem anhaltenden Trend zum Streetfood angezogen. Wir standen also immer vor der Entscheidung, eine Menge Geld auszugeben oder uns mit einem Fahrzeug zu begnügen, das für uns künftig ein Risiko darstellt.“ Als Verein, dessen Vorstand privat für jegliche Risiken haften müsse, sei jedoch keine der beiden Lösungen eine Option gewesen.

Glück hatte die „Resteküche“-Macher schließlich bei einem Vorbesitzer in Wuppertal, der ihnen aus Begeisterung für das Projekt mit dem Preis seines bereits ausgebauten Fiat entgegenkam. „Wir haben den Truck nun für 25 000 Euro bekommen, dazu kamen noch Ausgaben für einen professionellen Gebrauchtwagencheck und kleine Reparaturen“, sagt Anthes und freut sich, bald mit dem Foodtruck auf Reisen gehen zu können. „Da wir ehrenamtlich arbeiten, bleibt so noch ein Puffer für Benzin, Stellplatz und Versicherung, die wir bei einem teureren Fahrzeug kaum hätten bezahlen können“, erklärt der 31-Jährige.

Bis zum 25. März, an dem der neue Frankfurter Foodtruck offiziell eingeweiht wird, ist noch einiges zu tun. „Wir werden den Truck noch in den Farben der ,Resteküche’ folieren, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Zusätzlich werden auch die Namen unserer Unterstützer aufgedruckt“, erzählt Anthes, dessen Team an Rezepten arbeitet, die aus dem Truck heraus die Stadt erobern sollen.

Rezeptideen für gerettete Lebensmittel waren zudem Teil der Dankeschön-Geschenke an die fleißigen Spender, die aus ganz Deutschland das Frankfurter Projekt unterstützten. „Die Chancen stehen gut, dass unser erstes Rezeptbuch nicht nur als E-Book, sondern auch in gedruckter Form erscheinen wird“, verrät Anthes. Die Verhandlungen mit einem Verlag, der das Resteküche-Projekt unterstützt, laufen bereits.

Vor allem Obst und Gemüse, das wegen Verformungen oder kleiner brauner Stellen nicht verkauft werden kann, sind die Zutaten für die Speisen. Aber auch Backwaren vom Vortag gehören zu den jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmitteln, die deutschlandweit im Müll landen. Gegen diese Entwicklung engagiert sich der Verein „ShoutoutLoud“ seit Gründung im Jahr 2013. Der Verein ist gemeinnützigen und in Kürze nun eben auch mit einem eigenen Foodtruck in Frankfurt unterwegs.

Erster Einsatz des Foodtrucks

Seinen ersten Einsatz hat der „Resteküche“-Foodtruck am Sonntag, 25. März, von 13 bis 17 Uhr auf dem Vorplatz des Kunstvereins Familie Montez, Honsellstraße 7. Neben Speisen aus geretteten Lebensmitteln gibt es auch Live-Musik.

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