Autoverkehr im Riederwald
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Der Verkehr rollt wieder – wie hier „Am Erlenbruch“.

Verkehr

Die Menschen sind wieder unterwegs – mehr mit dem Auto als mit der Bahn 

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Während die Autobahnen schon wieder voll sind, zögern viele beim Nutzen von Bus und Bahn.

  • Das öffentliche Leben im Rhein-Main-Gebiet kommt allmählich wieder in Schwung
  • Die Luftqualität verschlechtert sich aufgrund des zunehmenden Verkehrs
  • Nur wenige Menschen nutzen seit der Corona-Krise öffentliche Verkehrsmittel

Volle Autobahnen, die üblichen Staus zur Rushhour: Gefühlt ist die Verkehrssituation rund um Frankfurt längst wieder so wie in der Zeit vor Corona. Anders die Situation im öffentlichen Nahverkehr: Laut Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat sich die Zahl der Fahrgäste in den S-Bahnen aktuell halbiert.

Corona im Rhein-Main-Gebiet: Öffentliches Leben kommt wieder in Schwung

Nehmen wir den Mittwoch, 10. Juni. Da registrierte Hessen Mobil auf der Autobahn 5 am Nordwestkreuz Frankfurt nur noch ein Minus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der A661, Anschlussstelle Heddernheim, waren es sogar lediglich sieben Prozent weniger. Während des Lockdowns hatte die Landesbehörde an einem Sonntag bis zu 73 Prozent weniger Fahrzeuge registriert.

Das öffentliche Leben ist wieder in Schwung. Auch die Luftqualität dürfte sich dadurch wieder deutlich verschlechtert haben. „Wir beobachten die Werte und können sehen, dass sich die Verkehrsmenge dem Niveau von vor der Corona-Krise nähert“, sagt Friederike Haupt, Sprecherin des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Genauere Informationen könne die Behörde jedoch noch nicht liefern. „Dazu ist es noch zu früh.“ Generell gelte: Mehr Verkehr führt zu höheren Emissionen, die zu höheren Außenluftkonzentrationen führen könnten. Wie zur Zeit des Lockdowns sei es auch jetzt nicht einfach, „den Effekt sofort und an den Messungen 1:1 zu erkennen“. Hinzu komme, dass im Sommer die Konzentration vieler Luftschadstoffe sinke.

Rhein-Main: Seit der Corona-Pandemie fahren weniger Menschen Bahn

Während es auf den Straßen wieder brummt, steigen die Menschen nur zögerlich in Bus und Bahn. „Die Fahrgastnachfrage steigt seit Mai im gesamten RMV-Gebiet langsam, aber kontinuierlich wieder an“, sagt Sprecherin Vanessa Rehermann. Im S-Bahn-Netz seien im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten rund 50 Prozent der Fahrgäste unterwegs. „Im April haben im Schnitt nur 10 bis 20 Prozent der sonst üblichen Fahrgäste den ÖPNV genutzt.“

Relativ verhalten war das Echo auf das Angebot für Inhaber von Seniorentickets oder Jahreskarten, ihr Abonnement vom 27. April an zu unterbrechen. Weniger als zehn Prozent machten von der Möglichkeit einer Pause Gebrauch, sagt Rehermann. „Dies deutet darauf hin, dass der allergrößte Teil unserer Stammkundinnen und –kunden auch in den vergangenen Wochen den ÖPNV zumindest teilweise genutzt hat.“

Kein Corona-Kulanzangebot im Rhein-Main-Gebiet mehr

Am 5. Juli läuft dieses Kulanzangebot aus. Eine Verlängerung ist laut RMV-Sprecherin Rehermann angesichts der zunehmenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen nicht geplant. Zumal mit Beginn der Schulferien zu erwarten ist, dass sonst auch Urlauber die Abopause nutzen würden. „Hierfür ist sie aber nicht gedacht, weshalb wir das geplante Ende bereits bei ihrer Einführung auf den Beginn der Sommerferien in Hessen terminiert hatten.“

Die RMV hatte den Fahrplan der Busse und Bahnen im Stadtgebiet Frankfurt wegen der sinkenden Fahrgastzahlen ausgedünnt. Nun passt sie den Fahrplan erneut an.

An die Corona-Auflagen in öffentlichen Verkehrsmitteln halten sich nicht alle Menschen. Die Zugbegleiter können kaum etwas dagegen machen.

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