Das Schulgebäude von der IGS Riedberg.
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Das Schulgebäude von der IGS Riedberg.

Schulbau

Riedberg: Drei Klassen ziehen nach Bockenheim

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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Der Neubau der IGS ist erst im Winter fertig. Auslagerung auf den Schulhof der Johanna-Tesch-Schule.

Riedberg -Drei Klassen der IGS Kalbach-Riedberg müssen nach den Sommerferien umziehen. Aber nicht innerhalb des Schulgebäudes an der Carl-Herrmann-Rudloff-Allee auf dem Riedberg. Nein. Für sie geht es im neuen Schuljahr nach Bockenheim. In die Container-Anlage auf dem Schulhof der Johanna-Tesch-Schule. Denn wegen des verschobenen Umzugs, eigentlich sollte die IGS in diesen Sommerferien ihren 47 Millionen Euro teuren Neubau an der Gräfin-Dönhoff-Straße beziehen, und den neuen Fünftklässlern, die am 29. August eingeschult werden, ist für sie dort kein Platz mehr. Betroffen sind eine siebte, eine achte und eine neunte Klasse.

"Wir sind sehr unglücklich über diese Lösung, den damit verbundenen Mehraufwand, den die Schule zu stemmen hat und die Mehrbelastung, die die Schüler trifft", sagt Daniela Engelke, Elternbeiratsvorsitzende. Dass eine Auslagerung nötig sein würde, sei bereits vor einem Jahr kommuniziert worden, die finale Entscheidung sei jedoch erst kurz vor den Sommerferien getroffen worden.

Bis zu den Weihnachtsferien sei die Auslagerung geplant, sagt Jetta Lüdecke, Sprecherin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Dann sollte der Neubau bezugsfertig sein. Corona-bedingt sei es dort zu Verzögerungen gekommen, hatte Günter Murr, Sprecher von Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) bereits Ende vergangenen Jahres erklärt. Dass die Johanna-Tesch-Schule nun endgültig als Ausweichquartier feststünde, davon wisse man im Dezernat nichts. "Wir haben den Standort vorgeschlagen, die Entscheidung liegt beim Stadtschulamt. Und die ist meines Wissens noch nicht gefallen", sagt er. Und verweist auf eine jüngst veröffentlichte Stellungnahme des Magistrats. "Als Ausweichstandort hat sich die Containeranlage auf dem Schulhof Johanna-Tesch-Schule ergeben", heißt es darin. Darin sei auch eine Mensa untergebracht, die von der IGS mitgenutzt werden könne. Andere Räumlichkeiten, wie das Jugendhaus Riedberg oder der Campus Riedberg, seien ebenfalls untersucht worden, sagt Murr. Dort habe es aber keine Kapazitäten gegeben. Die Liegenschaft im Ben-Gurion-Ring 158-164 hätte umgebaut werden müssen, was zeitlich nicht möglich gewesen wäre. "Die Ferien sind ja nicht mehr lang", so Murr.

Aus dem Bildungsdezernat klingt die Suche nach einem Ausweichstandort etwas anders. Das Amt für Bau und Immobilien habe wohl mehrere Liegenschaften und Lösungsmöglichkeiten geprüft, jedoch ohne greifbares Ergebnis, sagt Jetta Lüdecke. Entweder seien die Räume nicht geeignet, die Herrichtung für den kurzen Zeitraum zu kostenintensiv oder zeitlich nicht fristgerecht umsetzbar. "So wurde es dem Stadtschulamt mitgeteilt", sagt die Sprecherin. Letztlich habe sich Susanne Görlitzer, Schulleiterin der IGS, mit Anette Günther, Leiterin der Johanna-Tesch-Schule, ausgetauscht.

"Sie sind übereingekommen, dass die IGS in die Container ausgelagert werden kann", erklärt Lüdecke, wie es zu der Entscheidung kam. Das Stadtschulamt habe "diese Notlösung" geprüft und mangels Alternativen sein Einverständnis erklärt. Man folge insofern dem Wunsch der Schulen, ihrer bilateralen Abrede und habe alles Notwendige in die Wege geleitet. Bezüglich einer Fachraumnutzung soll eine Kooperation mit der benachbarten Max-Beckmann-Schule gebildet werden.

Wie letztlich die Entscheidung fiel, dass die drei Klassen der IGS im nächsten Halbjahr in Bockenheim zur Schule gehen, sagt derweil Elternvertreterin Daniela Engelke, sei unerheblich. Anders als die Tatsache, dass es überhaupt dazu kam. "Wir als Eltern erwarten jetzt zumindest, dass für die extreme Situation mit zwei Standorten, zwischen denen nicht gependelt werden kann, zumindest ein besonderer Lehrer-Pädagogen-Einsatz und entsprechend mehr Sachmittel bereitgestellt werden", sagt sie. Außerdem müssten die mehrfachen Umzüge so geplant werden, dass die Schüler davon nicht betroffen sind. "Die verspätete Fertigstellung ist eine Strafe für alle. Außer für die, die es verursacht oder schlecht geplant haben", fügt sie abschließend hinzu. judith dietermann

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Es kann nur besser werden

Es wäre müßig, darüber zu sinnieren, warum der Neubau der IGS nicht wie geplant fertiggestellt wurde. Fakt ist: Seit Ende vergangenen Jahres ist bekannt, dass der Umzug im Sommer wohl nicht funktionieren wird. Seitdem hatte die Stadt Zeit, zusätzliche Räume zu finden. Dass dies so lange gedauert hat ist ebenso unglücklich wie der neue Standort in Bockenheim. Nun muss das Beste aus der Situation gemacht werden, die Schüler dürfen nicht die Leidtragenden sein.

Und: Es muss künftig an der Kommunikation gearbeitet werden. Es kann nicht sein, dass das Bau- und Immobiliendezernat von der Entscheidung nichts weiß, das Bildungsdezernat hingegen schon. Aber es gibt Hoffnung: Künftig ist im Bau- und Bildungsdezernat ja alles unter einem Dach. Deshalb kann es wohl nur besser werden... judith dietermann

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